Tschad Briefing

Sortiert nach dem Ablauf einer Reise: was vorher zu klären ist, was bei der Ankunft zählt, und was vor Ort anders läuft als zu Hause.

Geschäftlich sortiert um und blendet nichts aus.

Lohnt sich die Reise? Sicherheit, Wetter, Kosten

Wie ist die Sicherheitslage?

Teilreisewarnung

Stufe 2 von 3Reisewarnung

Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in bestimmte Gebiete des Landes.

Betroffene Regionen22 von 22

Borkou · Ennedi · Lac · Sila · Tibesti · Wadai und 16 weitere.

Auf der Karte ansehen

Tschad ist von Terrorismus, bewaffneten Konflikten und hoher Gewaltkriminalität geprägt. In der Region des Tschadsees (Provinz Lac) kommt es häufig zu Überfällen, Tötungen und Entführungen durch Terrorgruppen; im Grenzgebiet zu Libyen (Tibesti) finden gewaltsame Auseinandersetzungen statt; an der Grenze zum Sudan (Wadi Fira, Quaddai) kommt es zu grenzüberschreitenden Konflikten.

GrenzgebieteZu Libyen, Niger, Nigeria und Sudan: Reisewarnung · zu Kamerun: Teilreisewarnung · zu Zentralafrikanische Republik: Einschränkungen

StandDas Amt hat die Seite am 31. August 2026 zuletzt geändert

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Landesweit besteht hohes Entführungsrisiko und Anschläge können nicht ausgeschlossen werden.

Auswärtiges Amt Ausführliche Lage

Wie ist das Wetter?

Am wärmsten ist es im April mit im Mittel 42 °C, am kühlsten im August mit 32 °C. Am meisten regnet es Juni bis September. Am trockensten ist es November bis April.

Gemessen an der Wetterstation Ndjamena Hassan Djamous, 3 km entfernt.

Alle Zahlen für N'Djamena
Klima-Normalwerte für N'Djamena, Mittel aus zehn Jahren (2015 bis 2024), gemessen an der Wetterstation NDJAMENA HASSAN DJAMOUS
MonatJanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Tag °C333540424238343234373733
Nacht °C151823262725232323221916
Regentage000138121310300
Bewölkung %202549536366738159352117
Luftfeuchte %181414173353687976593123

Mittelwerte aus zehn Jahren (2015–2024), nicht die Vorhersage. Quellen: NOAA (Stationsmessungen) · NASA POWER

Vor dem Abflug Was Wochen vorher erledigt sein will

Was brauche ich zur Einreise?

Reisepass nötig · E-Visum vorab online

ReisepassPersonalausweisKinderreisepassVorläufiger ReisepassVorläufiger Personalausweis

Deutsche Staatsangehörige benötigen für die Einreise nach Tschad ein gültiges Einreisevisum, das mindestens sieben Tage vor Reiseantritt online beantragt werden muss.

Amtliche Antragsseitee-Visa Tchad, Antragsseite der tschadischen Einwanderungsbehörde — evisa.td, keine andere Adresse.

Vorsicht beim AntragDer Antrag läuft nur über die amtliche Seite. Die tschadische Einwanderungsbehörde warnt vor dem Nachbau „evisa-chad.org“: Diese Seite ist rein englisch, gehört nicht zur Behörde und ist darauf angelegt, Antragstellern Geld abzunehmen.

GeschäftlichFür ein Geschäftsvisum verlangt die tschadische Vertretung zusätzlich ein Empfehlungsschreiben der Firma in zwei Ausfertigungen. Es dauert meist drei Werktage ab Eingang aller Unterlagen. Für Fahrten im Land nimmt man einen Dienstauftrag („ordre de mission“) mit.

GültigkeitDas Reisedokument muss bis zum Ende der Reise gültig sein; zum Zeitpunkt des Visumsantrags mindestens sechs Monate.

BedingungenRegistrierung/Einreiseformular

Auswärtiges Amt

Passt mein Stecker?

Typ C
Typ D
Typ E
Typ F

Aus Deutschland und ÖsterreichKein Adapter nötig

Aus der SchweizNur flache Stecker

Spannung220 V, wie zu Hause

Steckertypen aus Wikidata

Was ist im Netz gesperrt?

Bei Demonstrationen und politischen Ereignissen können die Behörden den Zugang zum Internet einschränken. Von März 2018 bis Juli 2019 waren die sozialen Netzwerke im ganzen Land sechzehn Monate lang gesperrt.

Vorher erledigenEine Reise-eSIM aus dem Ausland vor dem Abflug einrichten. Für eine tschadische SIM-Karte verlangt die Telekomaufsicht ARCEP von Ausländern eine Aufenthaltskarte („carte de séjour“) mit tschadischer Personennummer (NNI). Ein Reisepass allein steht nicht auf der Liste.

Welche Impfungen braucht man?

Pflichtimpfung nötig

VorgeschriebenGelbfieber-Nachweis ab neun Monaten für alle Einreisenden (tschadische Vorgabe) · US- und britische Behörden verlangen ihn nur bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet

EmpfohlenHepatitis A · Kinderlähmung (Polio) · nach ärztlicher Beratung: Gelbfieber, Hepatitis B, Typhus, Tollwut, Meningokokken ACWY, Dengue, Chikungunya

Die übliche Empfehlung, keine ärztliche. Was für Sie gilt, klärt eine reisemedizinische Beratung.

Was gehört ins Gepäck?

  • Bargeld in Euro- oder US-Dollar-ScheinenGeldautomaten gibt es fast nur in N’Djamena, und Karten nehmen dort nur die großen Hotels. Das Auswärtige Amt empfiehlt ausdrücklich, Bargeld in Euro oder US-Dollar mitzuführen.
  • Zwei PassfotosWer länger als 72 Stunden bleibt, muss sich bei der Polizei im Commissariat Central in N’Djamena melden. Dafür braucht man ein Passfoto.
  • Mückenschutz für Tag und Nacht und ein MoskitonetzIn der südlichen Landeshälfte einschließlich N’Djamena ist das Malariarisiko ganzjährig hoch. Dazu kommen Dengue-, Chikungunya- und Rift-Valley-Fieber; außerhalb klimatisierter Zimmer gehört ein Netz über das Bett.
5 weitere
  • Malaria-Tabletten nach ärztlicher BeratungIn Gebieten mit hohem Risiko ist die vorbeugende Einnahme sinnvoll. Wer mehr als 48 Stunden von der nächsten Klinik entfernt unterwegs ist, nimmt zusätzlich ein Notfallmedikament mit.
  • Auslandskrankenversicherung mit RücktransportDie medizinische Versorgung ist nicht mit der deutschen vergleichbar, und das Auswärtige Amt rät ausdrücklich zu einer Versicherung für den medizinischen Rücktransport.
  • Impfpass mit Gelbfieber- und Polio-EintragDen Gelbfieber-Nachweis verlangt der Tschad bei der Einreise. Nach den Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation soll bei der Ausreise die letzte Polio-Impfung höchstens ein Jahr zurückliegen; kontrolliert wird das derzeit nicht.
  • Kleidung, die Schultern und Knie bedecktDie Bevölkerung ist überwiegend muslimisch; bei Kleidung und Verhalten ist Zurückhaltung angebracht. Im Fastenmonat Ramadan fällt zu freizügige Kleidung besonders unangenehm auf.
  • Sonnenschutz, Sonnenbrille und KopfbedeckungDie Sonneneinstrahlung reicht für kurz- und langfristige Haut- und Augenschäden. In der Sahel- und Sahara-Zone herrscht dazu trockene Hitze.

Die ersten Stunden Geld, Netz, Fortbewegung

Wie bezahlt man?

Bargeld

Bezahlt wird fast alles in bar. Gehandelt wird außerhalb der Supermärkte bei fast allem — nur bei Kleinigkeiten mit festem Preis, etwa Papiertaschentüchern oder „Beignets“ (frittierten Teigbällchen) von Straßenhändlern, handelt man nicht.

Als ReisenderKreditkarten nehmen in N’Djamena nur die großen Hotels. Außerhalb der Hauptstadt werden sie kaum akzeptiert; Märkte, Taxis und kleine Läden nehmen ausschließlich Bargeld.

Abheben und Handeln

Geld abhebenIn N’Djamena kann man mit Kreditkarte am Automaten Geld abheben, überwiegend mit Visa.

Die Automaten der Ecobank nehmen auch Mastercard. Außerhalb der Hauptstadt sind Geldautomaten kaum zu finden.

HandelnFast überall außerhalb von Supermärkten

Vorher besorgenBargeld in Euro oder US-Dollar mitnehmen.

Der Tschad zahlt mit dem zentralafrikanischen CFA-Franc (XAF), nicht mit dem westafrikanischen CFA-Franc (XOF) aus Ländern wie Senegal oder Mali; beide sind fest an den Euro gebunden.

Handy, Netz und Apps: Was braucht man?

Braucht man

Organic MapsKarten vom Tschad vorher herunterladen, dann funktionieren sie ohne Netz. Straßenschilder fehlen vielerorts, und außerhalb der Städte gibt es oft kein mobiles Internet.

Praktisch

WhatsAppDer übliche Weg für Nachrichten und Anrufe. Sogar der Mobilfunkanbieter Moov Africa nimmt Kundenunterlagen über WhatsApp entgegen.Google ÜbersetzerFranzösisch vorher herunterladen, dann übersetzt die App auch ohne Netz. Das braucht man: Außerhalb N’Djamenas gibt es oft kein mobiles Internet.

Mobiles Internet über 3G und 4G gibt es vor allem in N’Djamena und wenigen größeren Städten. Auf dem Land bleibt oft nur das langsame 2G-Netz. Feste Internetverbindungen sind selten und auch in den großen Hotels der Hauptstadt unzuverlässig.

Mobilfunknetzschwach

Wie kommt man herum?

Eine Eisenbahn gibt es im Tschad nicht. In N’Djamena fahren Autotaxis und Motorradtaxis („Clandos“), zwischen den Städten Sammelbusse und Geländewagen ab den „Gares Voyageurs“ (Reisebahnhöfen).

Bezahlen unterwegsTaxis, Motorradtaxis und die Überlandbusse nehmen nur Bargeld. Bei einer Einzelfahrt im Autotaxi handelt man den Preis vor dem Einsteigen aus; für die Sammelfahrten gilt ein fester Satz.

FührerscheinDer internationale Führerschein ist erforderlich und nur in Verbindung mit dem nationalen deutschen Führerschein gültig.

Roller und MotorradZweiräder begegnen Reisenden vor allem als Motorradtaxis („Clandos“). Ihre Fahrer tragen eine gelbe Weste mit der Gemeinde, ihrem Namen und ihrer Nummer. Das französische Außenministerium rät trotzdem ab: Motorradunfälle sind häufig, und Fahrgästen wird die Tasche entrissen.

In der PraxisDie meisten Fahrzeuge im Tschad haben ein Schaltgetriebe. Wer nicht selbst fahren muss, nimmt einen ortskundigen Fahrer: Nach einem Verkehrsunfall sammelt sich schnell eine aufgebrachte Menge, auch wenn der andere schuld ist.

Was fährt

„Für alle Präfekturen im Lande ist eine Reiseerlaubnis („autorisation de circuler“) erforderlich. Diese wird vor Einreise zusammen mit dem Visum bei der tschadischen Botschaft beantragt.

Wikivoyage · CC BY-SA · Auswärtiges Amt

Vor Ort Verhalten, Gespräch, Essen, Gesundheit

Welche Sprache spricht man?

Amtssprachen: Französisch und Arabisch, im Alltag tschadisches Arabisch

EnglischWenig verbreitet

Mit Englisch kommt man kaum durch. In Regierung und Wirtschaft gibt es einige Englischsprecher, doch Französisch bleibt die Sprache von Verwaltung und Geschäft. Im Norden und in der Landesmitte hilft tschadisches Arabisch am meisten weiter.

8 Wörter, die weiterhelfen
Guten Tag (wörtlich: Friede sei mit Ihnen) Salaam wa alekoum
Antwort darauf (und auch mit Ihnen) Wa alekoum salaam
Guten Morgen Sabah al-kheer
Wie geht es Ihnen? (zu einem Mann) Inta afé
Wie geht es Ihnen? (zu einer Frau) Inti afé
Mir geht es gut Ana aafé
Bitte Min fadlak
Danke Shukkran

Wer unsicher ist, zeigt das Wort — am Taxifenster oder am Schalter.

Worauf muss man achten?

  • Erst ausgiebig grüßen, dann zur SacheMan erkundigt sich nach der Gesundheit und der Familie, bevor man sein Anliegen nennt. Einen Gruß auszulassen, gilt als sehr unhöflich — auch beim Händler am Markt.
  • Vor jedem Foto fragenViele Menschen im Tschad lassen sich ungern fotografieren. Das französische Außenministerium rät vom Fotografieren in der Stadt ganz ab: Auch harmlos wirkende Motive wie Frauen in traditioneller Kleidung haben schon zu Festnahmen geführt.
  • Immer ein Ausweispapier bei sich habenPolizeikontrollen sind häufig, und man muss auf Verlangen ein Ausweispapier zeigen. Ausländer sind schon festgenommen worden, weil sie das nicht konnten.

Für LGBTIQ-ReisendeHomosexuelle Handlungen sind verboten und können mit Freiheitsstrafen zwischen drei Monaten und zwei Jahren und Geldstrafen geahndet werden.

5 weitere Regeln
  • An Kontrollposten langsam heranfahren und anhaltenPolizei und Militär verlangen Reisepass, Führerschein und Fahrzeugpapiere. Man hält an, bleibt ruhig und hat die Papiere griffbereit.
  • Schmiergeldforderungen ruhig, aber bestimmt abwehrenAn Kontrollposten kommen sie vor. Wer standhaft bleibt, wehrt sie oft ab oder drückt sie wenigstens auf ein erträgliches Maß.
  • Im Ramadan tagsüber nicht öffentlich essen, trinken oder rauchenDas gilt auch im Auto und schließt Kaugummi ein. Während des Fastenmonats kann es sogar verboten sein.
  • Kleine Erdhügel auf dem Land nicht betretenHügel, auf denen Töpfe oder Tonscherben liegen, sind Gräber. Wer darüberläuft, entweiht sie, ohne es zu merken.
  • Nachts nicht über Land fahrenStraßen sind unbeleuchtet, Schilder fehlen häufig, und Vieh wie unbeleuchtete Fahrzeuge sind unterwegs. Auch das Auswärtige Amt rät von nächtlichen Überlandfahrten ab.

Auswärtiges Amt

Was ist verboten?

  • Ohne Erlaubnis fotografierenFotografieren ist nur mit einer Erlaubnis gestattet, die man beim tschadischen Tourismusministerium beantragt. Ohne sie kann Fotografieren oder Filmen im Einzelfall zur Festnahme und zur Beschlagnahme der Kamera führen.
  • Militär, Polizei, Flughäfen oder Regierungsgebäude fotografierenDas bleibt auch mit Fotoerlaubnis verboten. Filme und Kameras können ohne Vorwarnung eingezogen werden.
  • Ohne Genehmigung eine Drohne einführenDie Einfuhr von Drohnen ist genehmigungspflichtig. Ohne Genehmigung ist damit zu rechnen, dass die Drohne beschlagnahmt wird.

Verbindlich ist allein die Auskunft der zuständigen Vertretung.

5 weitere
  • Ein Satellitentelefon ohne Genehmigung mitbringen oder benutzenEinfuhr und Nutzung sind genehmigungspflichtig; die Genehmigung erteilen die tschadischen Behörden. Für Wüstentouren empfiehlt das Auswärtige Amt ein Satellitentelefon trotzdem — dann eben mit Genehmigung.
  • Ohne Ausweispapier unterwegs seinPolizeikontrollen sind häufig, und wer sich nicht ausweisen kann, wird unter Umständen festgehalten. Das britische Außenministerium rät, immer eine beglaubigte Kopie des Reisepasses bei sich zu tragen.
  • Ohne Reiseerlaubnis aus N’Djamena herausfahrenFür Fahrten in die Präfekturen braucht man eine Reiseerlaubnis („autorisation de circuler“). Das britische Außenministerium nennt dafür das tschadische Innenministerium und einige Tage Bearbeitungszeit; das Auswärtige Amt sagt, man beantragt sie vorab mit dem Visum.
  • Das Gesicht verhüllenBurkas und andere Gesichtsbedeckungen sind im Tschad verboten. Die Regierung hat das Verbot 2015 nach einem Selbstmordanschlag in N’Djamena erlassen; es gilt weiterhin.
  • Vor Militär- und Polizeigebäuden parkenVor vielen staatlichen Gebäuden gilt Parkverbot — auch vor Fernsehanstalten —, ohne dass ein Schild darauf hinweist. Nachts kann schon die Fahrt an einem Regierungsgebäude vorbei die Wachen misstrauisch machen.

Wo darf man rauchen?

Drinnen und vielerorts draußen verboten

Das Tabakgesetz von 2010 verbietet das Rauchen in allen öffentlichen Räumen, an geschlossenen Arbeitsplätzen und in öffentlichen Verkehrsmitteln. Es gilt auch draußen dort, wo der Rauch nach innen ziehen kann — auf Terrassen, in Höfen und in Nebengebäuden.

E-ZigarettenE-Zigaretten dürfen verkauft werden. Für das Dampfen selbst gibt es keine eigenen Vorschriften, auch nicht für Werbung oder Verpackung.

VerbreitungIn N’Djamena wird viel in der Öffentlichkeit geraucht.

Auf Märkten, in Bars, Restaurants und Taxis hält sich kaum jemand an das Rauchverbot, und belangt wird dafür selten; rauchfreie Räume sind schwer zu finden.

BußgeldDem Raucher drohen 500 bis 20.000 CFA-Franc Geldstrafe.

Das Tabakgesetz erlaubt zusätzlich Haft bis zu fünfzehn Tagen; im Wiederholungsfall kann die Geldstrafe verdoppelt werden.

Worüber spricht man?

Gute Themen

  • Die Gesundheit des Gegenübers und wie es der Familie geht
Besser nicht
  • Der Konflikt zwischen dem Tschad und Libyen: Tschader, die in Libyen lebten, sind dort gefoltert und getötet worden
Gesten, Humor, Abstand

Körperlicher AbstandMit Frauen, die einen Schleier tragen, flirtet man nicht — das verbietet die muslimische Tradition.

Wie isst und trinkt man?

  • Gegessen wird mit der rechten HandBesteck gibt es oft nicht. Die linke Hand gilt als unrein; wer mit ihr zugreift, kränkt vor allem muslimische Gastgeber.
  • „La boule“ ist das AlltagsgerichtEin fester Brei aus Hirse, Sorghum oder Mais, der mit verschiedenen Saucen gegessen wird. Er ist die tägliche Mahlzeit der meisten Menschen im Land.

LeitungswasserLeitungswasser nicht trinken, auch keine Eiswürfel.

Abgefülltes Wasser ist sicher, aber nur mit unversehrtem Verschluss: Manche Straßenhändler füllen alte Flaschen mit ungefiltertem Wasser nach.

Alkohol, vegetarisch, weitere Regeln
  • „La bouille“ ist das FrühstückEin fast flüssiger Brei aus Hirse, Erdnussbutter und Zitrone. Trotz des ähnlichen Namens ist er etwas anderes als „la boule“, der feste Brei zum Mittag.
  • Gegrilltes Fleisch ist die Stärke der KücheLamm und Kamel gibt es im ganzen Land, und Reisende loben das Fleisch. In N’Djamena und im Süden kommt Fisch dazu.
  • Rohes und Ungeschältes stehen lassenSicher ist, was frisch zubereitet, gut durchgegart und noch warm ist. Die Hände wäscht man vor dem Essen, weil ohne Besteck gegessen wird.

AlkoholDer Tschad ist ein weltlicher Staat, im Norden und in der Mitte aber überwiegend muslimisch.

In N’Djamena und im Süden ist Alkohol kein Problem; außerhalb der Städte ist er schwer zu bekommen und nicht gern gesehen. In Moundou wird das Bier „Gala“ gebraut.

VegetarischFleisch oder Fisch gehören fast überall dazu, und die Saucen werden meist damit gekocht.

In N’Djamena gibt es libanesische, äthiopische und europäische Lokale mit größerer Auswahl.

Was ist gesundheitlich zu beachten?

  • Malaria, ganzjährig hohes Risikoin der gesamten südlichen Landeshälfte einschließlich N’Djamena; über 99 Prozent der Fälle sind die gefährliche Malaria tropica
  • Malaria, hohes Risiko von Juli bis Januarim Gürtel zwischen Sahara und tropischen Landesteilen; von Februar bis Juni ist das Risiko dort mittel, in der Sahara samt Faya-Largeau ganzjährig mittel
  • Meningokokken, eine eitrige Hirnhautentzündunglandesweit, die meisten Fälle in der Trockenzeit von Dezember bis April; der Tschad liegt im afrikanischen Meningitisgürtel

Medikamente einführenMedikamente in der Originalpackung mitnehmen, dazu ein Rezept mit den Wirkstoffnamen. Für die Einreise rät das Auswärtige Amt, sich die Notwendigkeit ärztlich auf Englisch bescheinigen zu lassen.

Versorgung und Apotheke

Weltweit wird die höchste Zahl der Meningokokken-Meningitis-Erkrankungen (eitrige Hirnhautentzündung) während Trockenperioden beobachtet. Dies gilt auch für den Tschad. Reisenden in Risikogebiete, v.a. in den „Meningitisgürtel Afrikas“, wird eine Schutzimpfung mindestens zwei Wochen vor Reiseantritt empfohlen.

  • Cholera, ein schwerer Brechdurchfallim Land dauerhaft verbreitet, vor allem in Flüchtlingslagern. Reisende trifft es so gut wie nie; eine Impfung hält das Auswärtige Amt in der Regel nicht für nötig
  • Bilharziose, eine Wurmerkrankung aus Süßwasserlandesweit, schon bei kurzem Kontakt und auch in fließenden Gewässern — in Flüssen und Seen des Tschad nicht baden
  • Hepatitis E, eine Leberentzündung aus verunreinigtem Wasservor allem im Osten des Landes und dort besonders im Umfeld der Flüchtlingslager
  • Tollwut, übertragen vor allem durch Hundelandesweit; Impfstoff und Immunglobulin sind im Land nicht oder nur sehr begrenzt zu bekommen
  • Staub in der Luft und starke Sonneim ersten Jahresquartal weht der Harmattan und trägt Sand in die Luft; in den großen Städten kommt Rauch von Müllverbrennung dazu

Medizinische VersorgungDie Versorgung ist nicht mit Deutschland vergleichbar.

Außerhalb der großen Städte fehlt vielerorts Fachpersonal, planbare Eingriffe gehören nach Europa. Von den fünf Krankenhäusern in N’Djamena empfiehlt die US-Handelsbehörde nur das Hôpital de la Renaissance.

KrankenversicherungDie gesetzliche Krankenkasse zahlt hier nichts — ohne Auslandskrankenversicherung trägt man jede Behandlung selbst.

ApothekenDie Apotheken führen ein ausreichendes Sortiment der wichtigen Standardmedikamente.

Gefälschte Präparate mit unsicherem Inhalt kommen vor; auf der Straße kauft man keine Medikamente.

Wikivoyage · CC BY-SA

Wie ist es mit Kindern?

Für Kinder vor der Reise reisemedizinisch beraten lassen. In der südlichen Landeshälfte einschließlich N’Djamena ist das Malariarisiko ganzjährig hoch. Vom Reisen mit kleinen Kindern während der Meningitis-Zeit rät das französische Außenministerium ab.

Wann ist geschlossen?

Die nächsten zwölf Monate9 Termine, an denen vieles ruht

  • Allerheiligen01. Nov.
  • Tag der Republik28. Nov.
  • Freedom and Democracy Day01. Dez.
  • Weihnachten25. Dez.
  • Neujahr01. Jan.

Die gesetzlichen Feiertage der nächsten zwölf Monate, auf den Tag genau. Regional kann mehr geschlossen sein, als hier steht.

4 weitere
  • International Women's Day08. März
  • Ostermontag29. März
  • Tag der Arbeit01. Mai
  • Unabhängigkeitstag11. Aug.

date.nager.at

Geschäftlich Nur für Geschäftsreisen

Wie tickt das Geschäftsleben?

Beziehung vor Vertrag

Ohne feste Kontakte vor Ort geht wenig. Erfolgreiche Investoren arbeiten mit vertrauten örtlichen Partnern; wer verhandelt, hält dafür einen Vertreter oder Anwalt im Land. Verträge sind schwer durchzusetzen.

So klingt ein NeinKritik sagt man nicht offen. Zurückhaltung und Maß gelten im Auftreten als richtig; ein scharfes Wort wiegt schwer und kann in ernsten persönlichen Streit führen.

HierarchieEinen gemeinsamen Verhaltenskodex fürs ganze Land gibt es nicht.

Der Norden ist muslimisch geprägt, der Süden christlich und traditionell; überall gelten aber Respekt vor den Älteren und Zurückhaltung in der Öffentlichkeit.

KommunikationIndirekt Ablehnung kommt als Zögern oder Ausweichen — ein „schwierig" ist ein Nein.

Rahmen und Verhandlung

ArbeitswocheBehörden Mo–Do bis 15.30 Uhr, Fr nur bis 12 Uhr; Läden mittags zu, abends wieder offen

PünktlichkeitFür einen Termin plant man mehr Zeit ein, als die Sache braucht.

Geduld und Beharrlichkeit gehören zum Geschäft. In N’Djamena staut sich der Verkehr morgens zwischen 7 und 9 Uhr und nachmittags zwischen 15 und 18 Uhr.

Wie spricht man sich an?

Gesprochen wird Französisch; Englisch beherrschen die wenigsten Gesprächspartner, auch wenn es in Regierung und Wirtschaft mehr werden. Wer einen Vertreter vor Ort einsetzt, sollte auf Französisch bestehen; tschadisches Arabisch hilft zusätzlich.

BegrüßungMan gibt die Hand und nimmt sich Zeit.

Bevor es zur Sache geht, wird nach Gesundheit und Familie gefragt; dieser Austausch gehört zum Termin und ist keine Verzögerung.

Was zählt beim Geschäftsessen?

Im Fastenmonat Ramadan lädt man tagsüber nicht zum Essen ein. Wo Hotels und Restaurants tagsüber servieren, trennen sie ihre Gäste mitunter mit Stellwänden ab; Termine am späten Nachmittag treffen auf müde Gesprächspartner.

AblehnenWer keinen Alkohol möchte, greift zu Tee oder einem Softdrink: Beides ist überall üblich.

Im muslimisch geprägten Norden und in der Landesmitte ist Alkohol ohnehin nicht gern gesehen.

Was schenkt man?

Im Geschäft heikel

Im GeschäftHeikel — im Zweifel lassen

Statt einer Geschenkregel zählt hier die Grenze zur Bestechung. Korruption ist im Tschad weit verbreitet, besonders bei Aufträgen, Lizenzen, Zoll und Steuern. Wer eine Forderung melden will, erreicht die Antikorruptionsbehörde AILC unter der kostenlosen Nummer 1222.

Womit tritt man ins Fettnäpfchen?

  • Auf eine Zahlung „zur Beschleunigung“ eingehenSolche Forderungen kommen bei Aufträgen, Lizenzen, am Zoll und bei Steuern vor; Sicherheitskräfte halten Menschen auch unter dem Vorwand kleiner Verkehrsverstöße an, um Geld zu verlangen. Legen Sie sich vorher zurecht, wie Sie das abwehren.
  • Ohne Französisch oder Dolmetscher zum Termin kommenFranzösisch ist die Sprache von Verwaltung und Geschäft. Ein Vertreter vor Ort muss es sprechen, damit er etwas ausrichten kann; tschadisches Arabisch hilft zusätzlich.
  • Eigene Fachkräfte einfliegen, ohne die Quote zu prüfenAusländische Unternehmen müssen 98 Prozent ihrer Belegschaft mit Tschadern besetzen. Wer mehr Ausländer beschäftigen will, beantragt das beim Arbeitsamt ONAPE und weist nach, dass es vor Ort keine passenden Fachkräfte gibt.
1 weitere
  • Alles schriftlich regeln wollenDas Internet wird im Tschad wenig genutzt, und nur wenige Firmen haben eine Webseite. Schriftliches ergänzt man deshalb durch so viele persönliche Treffen wie möglich.

Wenn etwas passiert Notruf, Vorwahl und deutsche Vertretung

Angaben ohne Gewähr und ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Verbindlich sind allein die Hinweise des Auswärtigen Amts und die Auskunft der zuständigen Vertretung.