Schweiz Briefing

Sortiert nach dem Ablauf einer Reise: was vorher zu klären ist, was bei der Ankunft zählt, und was vor Ort anders läuft als zu Hause.

Geschäftlich sortiert um und blendet nichts aus.

Lohnt sich die Reise? Sicherheit, Wetter, Kosten

Wie ist die Sicherheitslage?

Hinweise des Auswärtigen Amts

Stufe 0 von 3Reisewarnung

Reisen uneingeschränkt möglich, keine Hinweise des Auswärtigen Amts.

Niedrige Kriminalitätsrate mit Kleinkriminalität an touristischen Orten. Erhebliche Naturgefahren in Alpenregionen: Lawinen, Felsstürze, Murgänge und Hochwasser, besonders in Wallis, Graubünden, Tessin und Bern.

StandDas Amt hat die Seite am 25. Juni 2026 zuletzt geändert

Auswärtiges Amt · Auf der Karte ansehen Ausführliche Lage

Wie ist das Wetter?

Am wärmsten ist es im Juli mit im Mittel 26 °C, am kühlsten im Januar mit 4 °C. Regen verteilt sich über das ganze Jahr.

Gemessen an der Wetterstation Zuerich-Fluntern.

Alle Zahlen für Zürich
Klima-Normalwerte für Zürich, Mittel aus zehn Jahren (2015 bis 2024), gemessen an der Wetterstation ZUERICH-FLUNTERN
MonatJanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Tag °C47111519242625201585
Nacht °C-1125914151512830
Regentage12101010131211119101111
Bewölkung %787066657161575557677474
Luftfeuchte %898581788079777881848987

Mittelwerte aus zehn Jahren (2015–2024), nicht die Vorhersage. Quellen: NOAA (Stationsmessungen) · NASA POWER

Was kostet ein Tag?

Teurer als Deutschland

Richtwerte pro Person und Tag ohne Anreise.

Sparsam Hostel oder einfaches Zimmer, Garküche, Bus 80 €
Mittel Mittelklassehotel, Restaurant, gelegentlich Taxi 160 €
Komfort Gutes Hotel, gehobene Küche, Mietwagen oder Fahrer 320 €

Alle Länder auf derselben Skala bis 320 €, damit die Balken zwischen zwei Briefings vergleichbar sind. Der senkrechte Strich ist Deutschland: 50 · 110 · 220 € am Tag.

Vor dem Abflug Was Wochen vorher erledigt sein will

Was brauche ich zur Einreise?

Personalausweis reicht · Visumfrei bis 90 Tage

ReisepassPersonalausweisKinderreisepassVorläufiger ReisepassVorläufiger Personalausweis

Deutsche Staatsangehörige benötigen für die Einreise kein Visum. Auch Inhaber deutscher Aufenthaltserlaubnisse können für Aufenthalte bis zu 90 Tage pro Zeitraum von 180 Tagen mit ihrem deutschen Aufenthaltstitel und einem gültigen Reisedokument visumfrei in die Schweiz einreisen.

GeschäftlichVerhandeln und Unterschreiben gelten nicht als Arbeit und müssen nicht gemeldet werden. Für ein Beratungsgespräch oder eine Montage gilt das nicht. Der Arbeitgeber meldet den Einsatz dann acht Tage vor dem ersten Arbeitstag bei den Schweizer Behörden an.

Auswärtiges Amt

Passt mein Stecker?

Typ C
Typ J

Aus Deutschland und ÖsterreichNur flache Stecker

Aus der SchweizKein Adapter nötig

Spannung230 V, wie zu Hause

Steckertypen aus Wikidata

Welche Impfungen braucht man?

Keine Pflichtimpfung

EmpfohlenFSME-Impfung gegen Hirnhautentzündung durch Zecken

Die übliche Empfehlung, keine ärztliche. Was für Sie gilt, klärt eine reisemedizinische Beratung.

Was gehört ins Gepäck?

  • Reiseadapter auf Typ JDer flache Eurostecker passt in jede Schweizer Dose, der deutsche Schuko-Stecker in keine. Föhn und Wasserkocher bleiben ohne Adapter kalt, flache Ladegerätstecker passen.
  • Versicherung mit Bergung und RücktransportRettungen zahlt die Schweizer Grundversicherung nur zur Hälfte und höchstens 5000 Franken im Jahr. Wer die Luftrettung Rega als Gönner unterstützt, zahlt Rettungsflüge in der Schweiz nicht. Den Rückflug nach Hause übernimmt die Rega nur bei Wohnsitz in der Schweiz.
  • Für jedes Kind ein eigenes AusweisdokumentAn der Grenze zählen nur Reisepass, Kinderreisepass und Personalausweis. Eine Geburtsurkunde genügt für Kinder nicht, ein Führerschein für Erwachsene ebenso wenig.

Die ersten Stunden Geld, Netz, Fortbewegung

Wie bezahlt man?

In Tourismus- und Grenzregionen nehmen viele Läden Euro-Scheine, die Fahrkartenautomaten der Schweizer Bahn SBB ebenfalls. Das Rückgeld kommt immer in Franken, den Umrechnungskurs setzt der Laden selbst.

1 €0,95 CHF

1 CHF1,06 €

EZB-Referenzkurs, täglich

TrinkgeldAufrunden

Der Service steckt seit 1974 im Preis. Üblich ist Aufrunden statt eines festen Prozentsatzes.

Als ReisenderDie Schweizer Bezahl-App Twint lässt sich nicht mit einem deutschen Bankkonto verbinden. Karte und Bargeld funktionieren dafür überall.

Handy, Netz und Apps: Was braucht man?

Praktisch

UberIn Zürich, Genf, Basel, Bern, Luzern und Lausanne ein Auto mit Fahrer bestellen.AlertswissWarnungen der Behörden für den eigenen Standort bekommen. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz meldet darüber Alarme und Warnungen bei Unwettern und anderen Notlagen.RegaBei einem Unfall im Gebirge die Luftrettung Rega alarmieren. Der eigene Standort geht dabei ohne Zutun an die Einsatzzentrale. Sie ist auch unter der Nummer 1414 erreichbar.

EU-Roaming gilt hier nicht, die Schweiz gehört weder zur EU noch zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR). Manche deutsche Anbieter rechnen sie trotzdem wie EU-Inland ab, andere nicht.

Mobilfunknetzgut

Wie kommt man herum?

Bus und Bahn: teurer als in Deutschland

Die Vignette gilt vom 1. Dezember des Vorjahres bis Ende Januar des Folgejahres; Tages- oder Wochenvignetten gibt es nicht. Die E-Vignette hängt am Kennzeichen („Kontrollschild“) und gilt sofort; ein Anhänger braucht eine eigene Vignette.

Fahrpreiseteurer als in Deutschland

FührerscheinDer deutsche Führerschein wird anerkannt.

Was fährt

Das öffentliche Verkehrssystem in der Schweiz ist sehr gut ausgebaut. Die meisten Orte sind im Halbstundentakt mit der nächstgrößeren Stadt verbunden, selbst abgelegene Dörfer können meist mit der Bahn oder dem Postauto erreicht werden.

Wikivoyage · CC BY-SA · Auswärtiges Amt

Vor Ort Verhalten, Gespräch, Essen, Gesundheit

Welche Sprache spricht man?

Deutsch, Französisch, Italienisch, Rätoromanisch

8 Wörter, die weiterhelfen
Fahrkarte Billett
Bahnsteig Perron
Fahrrad Velo
Gehweg Trottoir
Paprikaschote Peperoni
Hähnchen Poulet
Sahne Rahm
Speiseeis Glace

Wer unsicher ist, zeigt das Wort — am Taxifenster oder am Schalter.

Worauf muss man achten?

  • Auf Bergstraßen bergab ausweichenVorfahrt hat, wer bergauf fährt. Beim Postauto, dem Linienbus der Post, richtet man sich nach den Anweisungen des Fahrers.
  • Schon vor der Grenze das Daten-Roaming prüfenAm Bodensee, am Hochrhein und um Basel buchen sich Handys auf deutscher Seite ins Schweizer Netz ein. Abgerechnet wird dann nach Schweiz-Tarif.
  • Den Hausmüll in den amtlichen Gebührensack werfenDie Entsorgungsgebühr steckt im Kaufpreis des Sacks, in Zürich im blauen Züri-Sack. Fast jede Gemeinde in der Deutschschweiz hat ihren eigenen Sack.

Für LGBTIQ-ReisendeEs gibt keine Hinweise auf besondere Schwierigkeiten; die Akzeptanz ist insbesondere in Städten gut ausgeprägt.

1 weitere Regeln
  • Im Winter nicht auf Sommerreifen vertrauenEine Winterreifenpflicht gibt es nicht. Wer mit Sommerreifen den Verkehr behindert, zahlt trotzdem, und bei einem Unfall auf winterlicher Straße haftet man mit.

Auswärtiges Amt

Was ist verboten?

  • Ohne Vignette auf die AutobahnAuf allen Nationalstraßen ist die Vignette Pflicht. Wer ohne Vignette fährt, zahlt 200 Franken Strafe — in der Schweiz „Busse“ — und muss die Vignette trotzdem kaufen. Amtlich gibt es die E-Vignette nur im Portal des Zolls, andere Anbieter verlangen einen Aufschlag.
  • Zu schnell fahren wie zu HauseDie Bußgelder liegen deutlich über den deutschen und werden in Deutschland vollstreckt. Bei grober Raserei drohen Freiheitsstrafe und die Einziehung des Fahrzeugs.
  • Ein schnelles E-Bike ohne KennzeichenE-Bikes, deren Motor über 25 km/h hinaus mithilft, brauchen ein gelbes Kennzeichen, eine E-Bike-Vignette, Rückspiegel und Tacho. Dazu gelten Helmpflicht und Führerscheinpflicht.

Verbindlich ist allein die Auskunft der zuständigen Vertretung.

3 weitere
  • Einkäufe über 150 Franken nicht anmeldenAb einem Gesamtwert von 150 Franken fällt die Mehrwertsteuer auf den ganzen Betrag an, nicht nur auf den Teil darüber. Die Grenze gilt pro Person und Tag, auch für Kinder. Anmelden geht in der amtlichen App QuickZoll, ohne Halt am Zollschalter.
  • Im Wohnmobil frei übernachtenWildcampen ist nicht generell verboten, Kantone und Gemeinden regeln es aber sehr unterschiedlich. Bei Verstößen drohen hohe Bußen. Auskunft gibt die zuständige Gemeinde.
  • Tagsüber ohne Licht fahrenEs gilt ganzjährig Lichtpflicht: auch am Tag muss Abblend- oder Tagfahrlicht brennen.

Was ist gesundheitlich zu beachten?

  • Hirnhautentzündung durch Zeckenstiche (FSME)im ganzen Land außer im Kanton Tessin
Versorgung und Apotheke

Die Schweiz bietet einen der höchsten Standards in der Gesundheitsversorgung weltweit, es gilt ein Krankenkassen-Obligatorium mit einer garantierten Grundversorgung. Zahnbehandlungen sind immer kostenpflichtig. Die Europäische Krankenversicherungskarte gilt. Jedoch sind Behandlungen erst zu bezahlen, dann bei der Gemeinsame Einrichtung KVG, Industriestrasse 78, CH-4609 Olten zur Erstattung einzureichen (Merkblatt). Im Vergleich zu Deutschland sind hohe Zuzahlungen fällig. Es kann sinnvoll sein, wenn man in Grenznähe ist, nach Deutschland Österreich oder Italien zum Arzt zu gehen.

Medizinische VersorgungSehr gut. Der Bergnotruf der Luftrettung Rega ist 1414. Die Europäische Krankenversicherungskarte gilt hier, obwohl die Schweiz nicht zur EU gehört.

Wikivoyage · CC BY-SA

Wann ist geschlossen?

Die nächsten zwölf Monate23 Termine, an denen vieles ruht

  • Weihnachten25. Dez.
  • Neujahr01. Jan.
  • Christi Himmelfahrt06. Mai
  • Bundesfeier01. Aug.
  • Allerheiligen01. Nov. — nur in einzelnen Regionen

Die gesetzlichen Feiertage der nächsten zwölf Monate, auf den Tag genau. Landesweite Termine zuerst; 19 weitere gelten nur in einzelnen Regionen. Regional kann mehr geschlossen sein, als hier steht.

18 weitere
  • Mariä Empfängnis08. Dez. — nur in einzelnen Regionen
  • Stephanstag26. Dez. — nur in einzelnen Regionen
  • Restauration de la République31. Dez. — nur in einzelnen Regionen
  • Berchtoldstag02. Jan. — nur in einzelnen Regionen
  • Heilige Drei Könige06. Jan. — nur in einzelnen Regionen
  • Tag der Republik01. März — nur in einzelnen Regionen
  • Josefstag19. März — nur in einzelnen Regionen
  • Karfreitag26. März — nur in einzelnen Regionen
  • Ostermontag29. März — nur in einzelnen Regionen
  • Näfelser Fahrt04. Apr. — nur in einzelnen Regionen
  • Tag der Arbeit01. Mai — nur in einzelnen Regionen
  • Pfingstmontag17. Mai — nur in einzelnen Regionen
  • Fronleichnam27. Mai — nur in einzelnen Regionen
  • Peter und Paul29. Juni — nur in einzelnen Regionen
  • Maria Himmelfahrt15. Aug. — nur in einzelnen Regionen
  • Jeûne genevois09. Sept. — nur in einzelnen Regionen
  • Eidgenössischer Dank-, Buss- und Bettag19. Sept. — nur in einzelnen Regionen
  • Bettagsmontag20. Sept. — nur in einzelnen Regionen

date.nager.at

Geschäftlich Nur für Geschäftsreisen

Wie tickt das Geschäftsleben?

Beziehung und Sache

Entschieden wird im Konsens, und das braucht Runden. Wer seine Position durchfechten will, statt einen Kompromiss anzubieten, hält den Abschluss auf.

So klingt ein NeinDas deutsche „Wo liegt das Problem?“ kommt als persönliche Kränkung an. Eine Mahnung kommt im Konjunktiv: „Dürfte ich mich erkundigen, bis wann die Unterlagen eingehen könnten?“

HierarchieFlache Hierarchien, die Entscheidungsbefugnis reicht weit nach unten.

Wer den eigenen Rang betont, wirkt aufschneiderisch.

KommunikationDirekt in der Sache Beim Inhalt klar, in der Form zurückhaltend.

Rahmen und Verhandlung

VerhandelnDer Redefluss ist langsam, Pausen gehören dazu.

Ins Wort zu fallen gilt als grober Verstoß.

ArbeitswocheMo–Fr, 8–12 und 13.30–17 Uhr mit Mittagspause

PünktlichkeitTermine werden weit im Voraus abgemacht, unangekündigt vorbeizuschauen ist nicht vorgesehen.

In der Deutschschweiz wiegt Verspätung am schwersten.

Wie spricht man sich an?

Sie, Herr oder Frau plus Nachname. Der akademische Grad bleibt weg. Anders als in Deutschland oder Österreich gilt es als aufschneiderisch, ihn zu nennen.

BegrüßungHändedruck, am Telefon zuerst der eigene Name.

Verabschiedet wird mit „Ade“ oder „Auf Wiedersehen“. „Tschüss“ bleibt unter Freunden.

Was zählt beim Geschäftsessen?

Zum Wohl

Glas heben, lächelnd Blickkontakt suchen, zunicken. Mit dem Bauch des Glases anstoßen, nie mit dem Rand. Als Spruch gelten nur „Zum Wohl“, „Prost“ oder „Santé“.

VorsichtAngestoßen wird höchstens zu viert. An langer Tafel lässt man es ganz bleiben.

GeschäftsessenNach Sitzung, Vortrag oder Eröffnung folgt der Apéro: Getränke und Häppchen im Stehen, dort werden Kontakte geknüpft. Ein Apéro riche ersetzt das Abendessen.

Was schenkt man?

Üblich, aber kein Muss

Privat eingeladenÜblich, aber kein Muss

Seit 2016 steht die Bestechung Privater im Strafgesetzbuch. Außer in leichten Fällen ermitteln die Behörden von sich aus, auch ohne Anzeige. Straffrei bleibt der geringfügige, sozial übliche Vorteil: ein Werbegeschenk oder ein herkömmliches Weihnachtspräsent.

Auf keinen FallEin Geschenk an die entscheidende Person, während verhandelt wird. Die zeitliche Nähe zur Vertragsverhandlung ist genau das Merkmal, nach dem das Strafgesetz fragt.

Rahmenklein und sozial üblich

Womit tritt man ins Fettnäpfchen?

  • Das Ausrufezeichen in der MailWas in Deutschland Nachdruck bedeutet, liest sich hier aufdringlich und befehlend.
  • Ohne Umweg zur Sache kommenVor dem Geschäftlichen stehen Gruß, Small Talk und ein Dank. Wer sie überspringt, wirkt ungeduldig, nicht effizient.
  • Die eigene Leistung groß herausstellenUntertreibung ist die übliche Form, auch bei hoher Kompetenz. Selbstsicher vorgetragene Fähigkeiten fallen unangenehm auf.
1 weitere
  • Beim Apéro persönlich werdenSmall Talk bleibt sachlich. Zu direkte Fragen und Ironie im geschäftlichen Rahmen schaffen Abstand statt Nähe.

Wenn etwas passiert Notruf, Vorwahl und deutsche Vertretung

Angaben ohne Gewähr und ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Verbindlich sind allein die Hinweise des Auswärtigen Amts und die Auskunft der zuständigen Vertretung.