Palästinensische Gebiete* Briefing

Sortiert nach dem Ablauf einer Reise: was vorher zu klären ist, was bei der Ankunft zählt, und was vor Ort anders läuft als zu Hause.

Geschäftlich sortiert um und blendet nichts aus.

Lohnt sich die Reise? Sicherheit, Wetter, Kosten

Wie ist die Sicherheitslage?

Reisewarnung

Stufe 3 von 3Reisewarnung

Von Reisen wird ausdrücklich gewarnt.

Aktuell beim Auswärtigen Amt

SicherheitslageAusreisemöglichkeitenAusreise aus dem Gazastreifen

Reisewarnung für Gazastreifen und Westjordanland; dringende Abreiseempfehlung für diese Gebiete. Kriegszustand, hohes Terrorismusrisiko mit mehreren Anschlägen 2026, volatile Sicherheitslage mit militärischen Auseinandersetzungen zwischen Israel, Hisbollah und iranischen Kräften. Abreisewarnung auch für Gaza-Envelope und Nordisrael; Abreiseempfehlung für andere Landesteile und Ost-Jerusalem.

GrenzgebieteZu Ägypten: Teilreisewarnung

StandDas Amt hat die Seite am 21. September 2026 zuletzt geändert

Auswärtiges Amt · Auf der Karte ansehen Ausführliche Lage

Wie ist das Wetter?

East Jerusalem

Am wärmsten ist es im Juli mit im Mittel 31 °C, am kühlsten im Januar mit 13 °C. Regen fällt das ganze Jahr über selten.

Gemessen an der Wetterstation Jerusalem Center.

Alle Zahlen für East Jerusalem
Klima-Normalwerte für East Jerusalem, Mittel aus zehn Jahren (2015 bis 2024), gemessen an der Wetterstation JERUSALEM CENTER
MonatJanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Tag °C131518232729313130262116
Nacht °C78913171921212017139
Regentage654300000135
Bewölkung %464445383313101114273542
Luftfeuchte %767673676161626565656572

Mittelwerte aus zehn Jahren (2015–2024), nicht die Vorhersage. Quellen: NOAA (Stationsmessungen) · NASA POWER

Vor dem Abflug Was Wochen vorher erledigt sein will

Was brauche ich zur Einreise?

Reisepass nötig · Visumfrei bis 3 Monate

ReisepassPersonalausweisKinderreisepassVorläufiger ReisepassVorläufiger Personalausweis

Deutsche Staatsangehörige, die nach dem 1. Januar 1928 geboren sind, benötigen für einen Aufenthalt von max. drei Monaten kein Visum.

Amtliche AntragsseiteETA-IL — israel-entry.piba.gov.il, keine andere Adresse.

Vorsicht beim AntragDie Einreisegenehmigung „ETA-IL“ gibt es nur auf einer Adresse, die auf „gov.il“ endet. Nach dem Antrag schickt die israelische Einwanderungsbehörde eine Zahlungsbestätigung per E-Mail. Bleibt sie aus, war die benutzte Seite nicht die amtliche.

GeschäftlichWer nur ins Westjordanland und nicht nach Israel reist, braucht vorab eine Genehmigung der israelischen Militärverwaltung CoGAT. Für berufliche und geschäftliche Aufenthalte gelten eigene Voraussetzungen; einreisen soll man dann über die Allenby-Brücke aus Jordanien.

GültigkeitReisedokumente müssen grundsätzlich sechs Monate über die Reise hinaus gültig sein.

Weiterlesen

Für die Einreise nach Israel ist eine vorherige elektronische Einreisebestätigung durch das elektronische System „ETA-IL“ verpflichtend.

Auswärtiges Amt

Passt mein Stecker?

Nur flache Stecker

Der flache Eurostecker passt — Ladegerät, Laptop und Rasierer laden also. Alles mit Schutzkontakt braucht einen Adapter.

Typ C
Typ H
Typ M

Spannung230 V, wie zu Hause

Steckertypen aus Wikidata

Welche Impfungen braucht man?

Pflicht nur je nach Anreiseweg

VorgeschriebenGelbfieber-Nachweis bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet, also aus einem Land, in dem Gelbfieber vorkommt

EmpfohlenHepatitis A (Leberentzündung durch verunreinigtes Essen) · Kinderlähmung (Polio) · Typhus, eine bakterielle Darmerkrankung · Hepatitis B und Tollwut nach ärztlichem Rat

Die übliche Empfehlung, keine ärztliche. Was für Sie gilt, klärt eine reisemedizinische Beratung.

Was gehört ins Gepäck?

  • Kleidung, die Schultern, Oberarme und Knie bedecktIn Jerusalem, im Westjordanland und im Gazastreifen soll die Kleidung Schultern, Oberarme und die Beine oberhalb des Knies bedecken. Kurze Hosen und Röcke fallen unangenehm auf, bei Männern ebenso wie bei Frauen.
  • Ein Tuch für MoscheebesucheVor einer Moschee zieht man die Schuhe aus; Frauen bedecken drinnen die Haare. Das Gesicht muss dabei frei bleiben.
  • Eine Kopie der Passseiten und die israelische EinreisekarteDie Einreisekarte, die man am Flughafen oder an der Brücke aus Jordanien bekommt, bewahrt man bis zur Ausreise auf. An den Kontrollpunkten im Westjordanland wird sie zusammen mit dem Pass verlangt.
1 weitere
  • Eine Versicherung mit Krankenrücktransport und Geld für die VorkasseKrankenhäuser verlangen die Zahlung sofort, in bar oder mit Karte, und können die Ausreise verhindern, bis die Rechnung beglichen ist. Das Auswärtige Amt rät zu einer medizinischen Evakuierungsversicherung.

Die ersten Stunden Geld, Netz, Fortbewegung

Wie bezahlt man?

Bargeld · Karte

Im Umlauf sind drei Währungen: Schekel, jordanischer Dinar und US-Dollar. Im Laden und im Sammeltaxi zahlt man mit Schekel; Dinar und Dollar dienen vor allem dem Sparen und Überweisungen ins Ausland. Auch Euro werden mancherorts angenommen.

1 €3,48 ILS

10 ILS2,87 €

EZB-Referenzkurs, täglich

Abheben und Handeln

Geld abhebenGeldautomaten stehen in den Städten des Westjordanlands.

Nicht jeder Automat nimmt ausländische Karten an, und Reiseschecks werden nirgends mehr angenommen.

HandelnAuf Märkten und bei Taxis, sonst feste Preise

Vorher besorgenUS-Dollar in kleinen Scheinen sind nützlich.

In den Touristenläden von Bethlehem und Jericho werden sie ohne Weiteres genommen.

Handy, Netz und Apps: Was braucht man?

Braucht man

Home Front CommandDen Alarm empfangen, wenn Raketen anfliegen, und hören, wann die Gefahr vorbei ist. Der israelische Zivilschutz betreibt die App; sie läuft auch auf Englisch.

Praktisch

RedAlertDie Warnungen des israelischen Zivilschutzes auf Deutsch empfangen. Sie meldet Raketen, feindliche Fluggeräte und eingedrungene Angreifer.

Telefonnummern tragen hier zwei Ländervorwahlen. Palästinensische Anschlüsse beginnen mit +970, Anschlüsse in Jerusalem mit +972. Klappt eine Nummer mit der einen Vorwahl nicht, versucht man sie mit der anderen.

Mobilfunknetzin Städten gut

Wie kommt man herum?

Mit einem in Israel gemieteten Wagen darf man die palästinensischen Städte nicht anfahren. Die Versicherung deckt diese Gebiete nicht ab; erlaubt bleiben nur die Straße 1 von Jerusalem zum Toten Meer und die Straße 90 im Jordantal. Wer mehr sehen will, mietet in Ost-Jerusalem.

Bezahlen unterwegsSammeltaxis und Busse nehmen nur Bargeld. Im Sammeltaxi, das hier „Servis“ heißt, zahlt man dem Fahrer direkt, sobald die Fahrt begonnen hat. Private Taxis fahren selten nach Taxameter — den Preis handelt man vorher aus.

FührerscheinDer deutsche Führerschein wird anerkannt.

In der PraxisAuf manchen Straßen stehen Radarfallen. Fürs Zuschnellfahren verhängt die Polizei hohe Bußgelder. Wer mit dem eigenen Auto anreist, braucht die Grüne Versicherungskarte als Nachweis der Haftpflichtversicherung.

Auswärtiges Amt

Vor Ort Verhalten, Gespräch, Essen, Gesundheit

Welche Sprache spricht man?

Arabisch (palästinensischer Dialekt)

SchriftGeschrieben wird arabisch, von rechts nach links.

Straßen- und Hinweisschilder in den palästinensisch verwalteten Gebieten tragen Arabisch und Englisch, in den israelisch verwalteten zusätzlich Hebräisch.

EnglischIn Städten

An den Sehenswürdigkeiten und in den Städten kommt man mit Englisch weit. Viele Menschen verstehen außerdem Hebräisch, weil sie beruflich und bei Behörden damit zu tun haben.

6 Wörter, die weiterhelfen
Hallo marhaba مرحبا
Friede sei mit dir — der übliche Gruß unter Muslimen as-salamu alaikum السلام عليكم
Und mit dir sei Friede — die Antwort darauf wa alaikum as-salam وعليكم السلام
Herzlich willkommen ahlan wa sahlan أهلا وسهلا
Danke schukran شكرا
Auf Wiedersehen maa salama مع السلامة

Die Lautschrift spricht man, die Landesschrift zeigt man — am Taxifenster oder am Schalter.

Worauf muss man achten?

  • Jeden einzeln begrüßenAuch in einer großen Runde geht man von Person zu Person. Wer sitzt, steht dafür auf; sitzen zu bleiben gilt als unhöflich.
  • Beim Gruß zwischen Mann und Frau die Hand abwartenManche Musliminnen und Muslime berühren das andere Geschlecht nicht. Man grüßt deshalb erst mit Worten und einem Nicken und reicht die Hand nur, wenn der andere sie anbietet.
  • Nur die rechte Hand zum Zeigen, Geben und Essen benutzenDie linke Hand ist für die Körperpflege da und gilt als unrein. Mit beiden Händen zugleich ist ebenfalls höflich.

Für LGBTIQ-ReisendeHomosexuelle Handlungen zwischen Männern sind in den Palästinensischen Gebieten strafbar. Bisher ist allerdings kein Fall bekannt geworden, in dem Ausländer wegen homosexueller Handlungen strafrechtlich belangt wurden.

5 weitere Regeln
  • Ein Angebot erst beim zweiten Mal annehmenTee, Kaffee oder Essen werden mehrfach angeboten. Gleich beim ersten Mal zuzugreifen, wirkt gierig — und wer selbst etwas anbietet, wiederholt es deshalb auch.
  • Einen einzelnen Gegenstand nicht zu sehr lobenViele glauben an den bösen Blick, der durch Neid Unglück bringt. Wer einen Ring oder eine Vase zweimal lobt, bekommt sie womöglich geschenkt. Besser das Ganze loben: die Wohnung, das Essen, das Aussehen.
  • Im Ramadan tagsüber nicht öffentlich essen, trinken oder rauchenDas gilt auch im Auto. Laute Musik, Tanzen und Schimpfwörter in der Öffentlichkeit bleiben in diesem Monat ebenfalls aus.
  • Die Fußsohlen nicht auf andere richtenWer die Beine übereinanderschlägt, achtet darauf, wohin die Sohle zeigt. Füße auf Tisch oder Stuhl zu legen, ist eine Beleidigung.
  • Politische Zeichen nicht offen tragenSymbole, die mit dem Staat Israel verbunden werden, etwa der Davidstern, lässt man im Westjordanland besser zu Hause. Umgekehrt packt man palästinensische Fahnen, Aufkleber und Flugblätter weg, bevor man an einen israelischen Kontrollpunkt kommt.

Auswärtiges Amt

Was ist verboten?

  • Soldaten, Polizisten und militärische Anlagen fotografierenAufnahmen von militärischen Anlagen sowie von Polizisten und Polizeigebäuden sind untersagt. An israelischen Kontrollpunkten werden Handys und Kameras durchgesehen; beanstandete Aufnahmen werden gelöscht.
  • Ohne Ausweis unterwegs seinIsraelische wie palästinensische Sicherheitskräfte fragen unterwegs nach Papieren. Das Auswärtige Amt verlangt, immer ein Ausweisdokument mitzuführen; nach dem britischen Außenministerium genügt dafür eine Kopie der Passseite mit dem Einreisestempel.
  • Ohne Warnweste und Warndreieck losfahrenBeides muss im Auto liegen. Wer am Straßenrand halten und aussteigen muss, zieht die Weste an und stellt das Dreieck auf.

Verbindlich ist allein die Auskunft der zuständigen Vertretung.

3 weitere
  • Mit mehr als 0,5 Promille ans SteuerDie Promillegrenze liegt bei 0,5 — dieselbe wie in Deutschland. Wer nach einem Abend in Ramallah noch fahren will, rechnet außerdem mit Kontrollpunkten, an denen man anhalten und Papiere zeigen muss.
  • Im Winter tagsüber ohne Licht fahrenVom 1. November bis 31. März muss außerhalb von Ortschaften auch am Tag das Abblendlicht brennen.
  • Wilde Tiere oder Andenken aus Tieren mitnehmenBei unerlaubter Ein- und Ausfuhr wilder Tiere drohen hohe Geldstrafen oder bis zu zwei Jahre Haft. Das britische Außenministerium zählt Andenken aus Tierprodukten ausdrücklich dazu.

Wo darf man rauchen?

Verboten, aber geduldet

Das Anti-Raucher-Gesetz verbietet das Rauchen in geschlossenen öffentlichen Räumen: Schulen, Universitäten, Krankenhäuser, Vereinsräume, Restaurants, Versammlungs- und Ausstellungsräume sowie öffentliche Verkehrsmittel. In fast jedem Café wird trotzdem Wasserpfeife geraucht.

E-ZigarettenE-Zigaretten sind in den Palästinensischen Gebieten verboten.

VerbreitungEtwa ein Drittel der Erwachsenen raucht: gut die Hälfte der Männer und etwa jede achte Frau.

Die Wasserpfeife heißt hier „Argila“ und gehört im Café zum Abend dazu.

BußgeldWer raucht, wo es verboten ist, dem drohen 20 bis 100 jordanische Dinar Geldstrafe und bis zu einer Woche Haft.

Worüber spricht man?

Gute Themen

  • Die Familie und woher man kommt
  • Essen, Kaffee und Tee
  • Ausbildung und Beruf — Bildung gilt viel
Besser nicht
  • Ein eigenes Urteil über den Konflikt mit Israel — zuhören statt bewerten
  • Derbe Sprache und anzügliche Witze
  • Urteile über den Ruf einer Familie oder über das Verhalten einer Frau
Gesten, Humor, Abstand

GestenDas Zeichen für „alles in Ordnung“ ist hier eine Beleidigung.

Gemeint ist der Kreis aus Daumen und Zeigefinger; er kann sogar als Drohung verstanden werden. Wer um Geduld bittet, führt die Fingerspitzen einer Hand nach oben zusammen.

Körperlicher AbstandMan steht näher beieinander als in Deutschland.

Zwischen Mann und Frau hält man dagegen bewusst mehr Abstand, und Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit sind nicht üblich.

Wie isst und trinkt man?

  • Mit der rechten Hand essenZum Mund führt man das Essen nur mit der rechten Hand. Viele Gerichte isst man ohnehin mit den Fingern.
  • Brot statt BesteckZu fast jedem Gericht gehört Fladenbrot; damit nimmt man auf, statt Löffel oder Gabel zu benutzen. Eine Mahlzeit ohne Brot ist hier ungewöhnlich.
Höflich ablehnen

AlkoholEin „Nein, danke“ genügt, und niemand drängt weiter.

Viele trinken aus religiösen Gründen gar keinen Alkohol. Wer die rechte Hand dabei aufs Herz legt, lehnt höflich ab.

EssenGar nichts zu essen, kränkt die Gastgeber, die für Gäste viel aufgetischt haben.

Lieber wenig nehmen, mehrfach loben und am Ende einen Rest auf dem Teller lassen.

LeitungswasserLeitungswasser besser nicht trinken, auch nicht als Eiswürfel.

Wasser in Flaschen gibt es überall. Das Auswärtige Amt sieht in den Palästinensischen Gebieten ein Risiko durch mangelnde Trinkwasserhygiene; US-Behörden halten das Leitungswasser dagegen für meist unbedenklich.

Alkohol, vegetarisch, weitere Regeln
  • Warten, bis alle sitzenAngefangen wird erst, wenn alle am Tisch sind. Gäste bekommen zuerst zu essen, danach der Hausherr.
  • Einen kleinen Rest liegen lassenEin leerer Teller wird nachgefüllt. Wer satt ist, lässt einen Rest liegen — das ist das Zeichen, dass es gereicht hat.

AlkoholIn Ramallah schenken viele Restaurants Alkohol aus.

In Nablus ist kaum welcher zu bekommen. Außerhalb von Lokalen mit Schankerlaubnis trinkt man im Westjordanland besser gar nicht, und sichtbar betrunken zu sein, gilt als grobe Unhöflichkeit. Das Bier des Landes heißt „Taybeh“.

Was ist gesundheitlich zu beachten?

  • Leishmaniose, eine Hautkrankheit, die Sandmücken übertragenganzjährig im ganzen Land; Mückenschutz hilft tagsüber wie nachts
  • Kinderlähmung (Polio)in den Palästinensischen Gebieten und in Israel wurde der Erreger nachgewiesen
  • Durchfall, Hepatitis A und Typhus durch unsauberes Wasser und Essenbesonders in den Palästinensischen Gebieten

Medikamente einführenNehmen Sie Ihre Medikamente in der Originalpackung mit und lassen Sie sich vom Arzt auf Englisch bescheinigen, dass Sie sie brauchen. Manche in Deutschland verschriebenen Mittel gibt es vor Ort nicht.

Versorgung und Apotheke
  • Tollwut, übertragen vor allem durch Hundelandesweit; Impfstoff und Immunglobulin (Sofortschutz nach einem Biss) sind im Land zu bekommen

Medizinische VersorgungDie Versorgung in den Palästinensischen Gebieten ist nicht mit Deutschland vergleichbar.

Krankenwagen dürfen die Grenze nach Israel nicht überqueren. Krankenhäuser verlangen bei der Aufnahme eine Anzahlung, deren Höhe sie nach der erwarteten Behandlungsdauer schätzen.

KrankenversicherungDie gesetzliche Krankenkasse zahlt hier nichts — ohne Auslandskrankenversicherung trägt man jede Behandlung selbst.

Wie ist es mit Kindern?

Wer zu einer Familie nach Hause eingeladen wird, bringt für die Kinder eine Kleinigkeit mit, zum Beispiel Süßigkeiten. Eine Einladung an eine Person meint hier oft die ganze Familie — fragen Sie im Zweifel vorher nach, wer gemeint ist.

Geschäftlich Nur für Geschäftsreisen

Wie tickt das Geschäftsleben?

Beziehung vor Vertrag

Viele Betriebe gehören einer Familie und werden von ihr geführt. Entschieden wird nach der Person, nicht nach der Bilanz, und das braucht mehrere Begegnungen. Wer einmal als ehrlich und verlässlich gilt, bekommt sehr treue Partner.

So klingt ein NeinEin Nein wird selten ausgesprochen. „Inschallah“ (so Gott will), „vielleicht“, „warten wir ab“ oder „ich denke darüber nach“ heißen in aller Regel Nein.

HierarchieÄltere haben Vorrang: Man steht auf, wenn sie den Raum betreten, und fällt ihnen nicht ins Wort.

Wer etwas erreicht haben will, geht oft über persönliche Verbindungen — „Wasta“ nennt man das, sinngemäß „wen man kennt“.

KommunikationIndirekt Ablehnung kommt als Zögern oder Ausweichen — ein „schwierig" ist ein Nein.

Rahmen und Verhandlung

VerhandelnVor dem Geschäftlichen steht das Gespräch bei Kaffee oder Tee.

Wer gleich zur Sache kommt, wirkt unpersönlich. Kritik und Widerspruch bringt man unter vier Augen vor; jemanden vor anderen bloßzustellen, kostet ihn sein Ansehen und meist auch die Verhandlung.

ArbeitswocheSo–Do; Freitag und Samstag frei, christliche Betriebe schließen auch sonntags

PünktlichkeitTermine legt man am besten auf den Vormittag vor dem Mittagsgebet oder auf den frühen Nachmittag.

Zeitangaben sind weicher als in Deutschland: „Das ist morgen fertig“ heißt oft nur „irgendwann“. Fragen Sie deshalb nach einer genauen Uhrzeit.

KleidungAnzug und Krawatte sind üblich.

Man kleidet sich förmlicher als auf der israelischen Seite.

Wie spricht man sich an?

Angesprochen wird mit Titel und Vornamen. Die Titel heißen „Sayyid“ (Herr), „Sayyida“ (Frau) und „Anisa“ (Fräulein). Besonders höflich ist „Abu“ oder „Um“ und dahinter der Name des ältesten Sohnes: „Abu Ahmad“ heißt „Vater von Ahmad“.

BegrüßungBegrüßt wird mit der rechten Hand und einem Lächeln.

Zwischen Mann und Frau wartet man ab: erst der Gruß mit Worten und einem Nicken, die Hand nur, wenn der andere sie anbietet. Wer nicht anfassen möchte, legt die rechte Hand aufs Herz.

VisitenkarteVisitenkarten werden bei jedem Termin getauscht.

Gereicht und angenommen wird mit der rechten Hand oder mit beiden Händen — die linke Hand gilt als unrein.

Blick und Abstand

BlickkontaktDirekter Blickkontakt wird während des ganzen Gesprächs erwartet.

Er zeigt Aufmerksamkeit und Aufrichtigkeit; wegzuschauen wirkt unaufrichtig.

Was zählt beim Geschäftsessen?

Wer beginntAngefangen wird erst, wenn alle am Tisch sitzen.

Gäste bekommen zuerst zu essen, danach der Gastgeber.

Besteck, Wer zahlt, Geschäftsessen

BesteckGegessen wird mit der rechten Hand oder mit Besteck.

Manche Gerichte kommen auf einer gemeinsamen Platte, von der sich alle mit der Hand nehmen.

Wer zahltDie Rechnung wird nicht geteilt.

Wer eingeladen hat, zahlt; beide streiten kurz darum, bis einer nachgibt. Der andere übernimmt dann beim nächsten Mal.

GeschäftsessenDas Essen gehört zum Termin.

Oft lädt der Gastgeber ins Restaurant oder zu sich nach Hause ein; die Einladung anzunehmen, gilt als Zeichen von Wertschätzung und schafft das Vertrauen, ohne das nichts unterschrieben wird.

Was schenkt man?

Bei Einladungen gehört es dazu

Privat eingeladenGehört dazu

Zu jeder Einladung nach Hause bringt man etwas mit.

Süßes, Gebäck oder Blumen passen. Für die Kinder des Hauses nimmt man Süßigkeiten mit. Eingepackt wird das Geschenk und in eine schöne Tüte gelegt.

Auf keinen Fall

  • Wein und SpirituosenViele trinken aus religiösen Gründen keinen Alkohol. Alkohol verschenkt man nur, wenn man sicher weiß, dass der Beschenkte trinkt; einer Frau schenkt man ihn gar nicht.
  • Etwas sehr TeuresWer ein auffällig teures Geschenk bekommt, fühlt sich verpflichtet, es später im gleichen Wert zu erwidern. Umgekehrt wirkt ein sehr billiges Geschenk lieblos.
  • Lebensmittel mit SchweinefleischSchweinefleisch ist für Musliminnen und Muslime verboten. Auch Spuren davon in einem Präsentkorb schließen das Geschenk aus.

RahmenKlein

ÜbergabeÜberreicht und angenommen wird mit beiden Händen oder nur mit der rechten.

Meist packt der Beschenkte vor den Augen des Gebers aus.

Womit tritt man ins Fettnäpfchen?

  • Vor anderen Kritik übenWer jemanden in der Runde beschuldigt, beschädigt dessen Ansehen — „Sharaf“, Ehre und guter Ruf. Danach geht es meist nicht mehr weiter. Kritik gehört unter vier Augen, und der andere bekommt die Gelegenheit, sich zu erklären.
  • Aus Ärger laut werdenEine laute Stimme gilt für sich genommen als Zeichen von Anteilnahme. Wer aber vor Wut die Beherrschung verliert, wird danach kaum noch als Geschäftspartner gesucht.
  • Sofort zur Tagesordnung kommenErst kommen die Begrüßung jedes Einzelnen, Tee oder Kaffee und ein längeres Gespräch. Wer das abkürzt, wirkt nicht effizient, sondern unpersönlich.
1 weitere
  • Termine weit im Voraus festzurrenWegen der Kontrollpunkte und der wechselnden Lage plant man hier ungern lange vorher. Zusagen sind eher Absichten; wenn sich etwas ändert, sagt nicht immer jemand Bescheid. Bestätigen Sie den Termin kurz vorher noch einmal.

Wenn etwas passiert Notruf, Vorwahl und deutsche Vertretung

Angaben ohne Gewähr und ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Verbindlich sind allein die Hinweise des Auswärtigen Amts und die Auskunft der zuständigen Vertretung.