Timor-Leste Briefing

Sortiert nach dem Ablauf einer Reise: was vorher zu klären ist, was bei der Ankunft zählt, und was vor Ort anders läuft als zu Hause.

Geschäftlich sortiert um und blendet nichts aus.

Lohnt sich die Reise? Sicherheit, Wetter, Kosten

Wie ist die Sicherheitslage?

Hinweise des Auswärtigen Amts

Stufe 0 von 3Reisewarnung

Reisen uneingeschränkt möglich, keine Hinweise des Auswärtigen Amts.

Osttimor ist grundsätzlich stabil, aber bewaffnete Überfälle und Einbrüche kommen landesweit gelegentlich vor, besonders in Dili. Frauen sind erhöhter Gefährdung durch sexuelle Belästigung ausgesetzt. Das Land liegt in einer seismisch aktiven Zone mit Risiko für Erdbeben, Tsunamis und Zyklone (November bis April).

StandDas Amt hat die Seite am 14. September 2026 zuletzt geändert

Auswärtiges Amt · Auf der Karte ansehen Ausführliche Lage

Wie ist das Wetter?

Am wärmsten ist es im Oktober mit im Mittel 33 °C, am kühlsten im Februar mit 28 °C. Am meisten regnet es Dezember bis Februar. Am trockensten ist es Mai bis Oktober. Das Meer bleibt das ganze Jahr über 22 °C warm.

Alle Zahlen für Dili
Klima-Normalwerte für Dili, Mittel aus zehn Jahren (2015 bis 2024)
MonatJanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Tag °C292829303030303132333330
Nacht °C262525252524232223252626
Wasser °C292929292929282828293030
Regentage14148421000249
Bewölkung %888682706362544548526887
Luftfeuchte %828482767674706664626677

Mittelwerte aus zehn Jahren (2015–2024), nicht die Vorhersage. Quellen: NASA POWER · NOAA OISST (Wassertemperatur)

Vor dem Abflug Was Wochen vorher erledigt sein will

Was brauche ich zur Einreise?

Reisepass nötig · Visumfrei bis 90 Tage

ReisepassPersonalausweisKinderreisepassVorläufiger ReisepassVorläufiger Personalausweis

Deutsche Staatsangehörige benötigen für die Einreise und den Aufenthalte bis zu 90 Tagen innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen kein Visum, sofern keine Arbeitsaufnahme beabsichtigt ist.

GeschäftlichDie visumfreie Einreise gilt, solange keine Arbeit aufgenommen wird — Termine und Verhandlungen decken sie ab. Wer Geschäfte erkundet oder aufbaut, braucht ein Geschäftsvisum, für eine Anstellung gibt es ein eigenes Arbeitsvisum.

GültigkeitReisedokumente müssen sowohl bei Ein- als auch bei Ausreise noch mindestens sechs Monate gültig sein.

Auswärtiges Amt

Passt mein Stecker?

Typ C
Typ E
Typ F
Typ I

Aus Deutschland und ÖsterreichKein Adapter nötig

Aus der SchweizNur flache Stecker

Spannung220 V, wie zu Hause

Steckertypen aus Wikidata

Welche Impfungen braucht man?

Keine Pflichtimpfung

EmpfohlenHepatitis A · Tollwut, Typhus und Hepatitis B nach ärztlicher Beratung · Japanische Enzephalitis, Dengue und Chikungunya nach ärztlicher Beratung

Die übliche Empfehlung, keine ärztliche. Was für Sie gilt, klärt eine reisemedizinische Beratung.

Was gehört ins Gepäck?

  • Versicherung mit Krankentransport ins AuslandOhne eine Versicherung, die den Ambulanzflug deckt, sollte man nicht einreisen. Bei schwerer Erkrankung ist der Flug in ein anderes Land oft der einzige Weg zu einer Behandlung, und bezahlen muss man ihn sonst selbst.
  • Warme Kleidung für die BergeIm Flachland bleibt es ganzjährig um die 30 Grad, in den Bergen fällt die Temperatur nachts unter 15 Grad. Auf dem Tatamailau wird es vor Sonnenaufgang empfindlich kalt.
  • Mückenschutz und BettnetzDengue, Chikungunya und Japanische Enzephalitis treten landesweit auf, und die Überträger stechen tagsüber wie nachts. Das Auswärtige Amt rät ausdrücklich zu Mitteln, langer Kleidung und Netzen für die Nacht.

Die ersten Stunden Geld, Netz, Fortbewegung

Wie bezahlt man?

Bargeld · Karte

Für die Centbeträge gibt es eigene Centavo-Münzen; US-Münzen werden kaum noch genommen. Am Flughafen und an den Landgrenzen steht kein Geldautomat.

1 €1,15 USD

1 USD0,87 €

EZB-Referenzkurs, täglich

TrinkgeldNicht üblich

Auf der Rechnung steht kein Bedienungszuschlag. Wer trotzdem etwas gibt: schon zehn Prozent sind hier viel Geld.

Als ReisenderAußerhalb Dilis werden Karten kaum akzeptiert. Mit einer Mastercard kommt man nur an den Automaten der Bank BNU an Bargeld; an allen anderen Automaten im Land geht nur VISA.

Abheben und Handeln

Geld abhebenGeldautomaten stehen fast nur in Dili.

Karten nehmen nur die Automaten der Bank BNU (Banco Nacional Ultramarino) an, dort höchstens 300 US-Dollar je Abhebung und höchstens dreimal am Tag.

HandelnAuf Märkten und bei Taxis, sonst feste Preise

Vorher besorgenUS-Dollar in bar, in kleinen Scheinen — Fünfer, Zehner, Zwanziger.

Eingerissene Noten nimmt kaum jemand, für Taxi und Markt braucht es Münzen.

Handy, Netz und Apps: Was braucht man?

Drei Mobilfunkanbieter teilen sich das Land. Timor Telecom hat außerhalb der Städte die beste Abdeckung, Telemor in Dili. Hinter den größeren Orten bricht das Netz weg — viele haben deshalb zwei SIM-Karten.

Mobilfunknetzin Städten gut

Wie kommt man herum?

Bus und Bahn: deutlich billiger als in Deutschland

Feste Fahrpläne gibt es nicht, man wartet an der Haltestelle, bis ein Bus kommt. Überland braucht es einen Allradwagen; Straßenschilder fehlen weitgehend, und in der Regenzeit werden die unbefestigten Straßen unbefahrbar.

Fahrpreisedeutlich billiger als in Deutschland

LinksverkehrBeim Überqueren zuerst nach rechts schauen.

Bezahlen unterwegsBusse, „Mikrolets“ (kleine Sammelbusse) und Taxis nehmen nur Bargeld. Am besten hat man kleine Scheine und Centavo-Münzen dabei. In Dili fahren blaue Taxis mit Taxameter, bei den gelben macht man den Preis vor dem Einsteigen aus.

FührerscheinDer internationale Führerschein ist erforderlich und nur in Verbindung mit dem nationalen deutschen Führerschein gültig.

Roller und MotorradAuf Motorrad und Moped gilt Helmpflicht für Fahrer und Mitfahrer; der Helm muss passen und geschlossen sein, sonst kostet es 6 bis 30 US-Dollar. Nach Einbruch der Dunkelheit rät das Auswärtige Amt vom Fahren ab, mit dem Motorrad besonders.

In der PraxisEine Kfz-Haftpflichtversicherung ist Pflicht: Ohne sie darf kein Fahrzeug auf die öffentliche Straße, die Buße liegt für Auto und Motorrad bei 30 bis 150 US-Dollar. Unfälle mit Rollern und Motorrädern sind häufig.

Was fährt

Es gibt kein öffentliches Verkehrssystem mit festen Fahrplänen, wenn man vom Fährverkehr mal absieht. In Dili gibt es keinen öffentlichen Nahverkehr, dafür aber viele preiswerte Taxis. Diese sollten nachts aus Sicherheitsgründen nicht verwendet werden.

Wikivoyage · CC BY-SA · Auswärtiges Amt

Vor Ort Verhalten, Gespräch, Essen, Gesundheit

Welche Sprache spricht man?

Tetum und Portugiesisch

SchriftOrtsnamen gibt es doppelt, portugiesisch und in Tetum-Schreibweise: Viqueque steht auch als Vikeke.

Beide Formen stehen auf Karten und Schildern.

EnglischIn Städten

In Dili ist Englisch meist kein Problem, mit jedem kleineren Ort wird es schwerer. Mit Indonesisch kommt man am weitesten, Portugiesisch spricht vor allem die ältere Generation.

6 Wörter, die weiterhelfen
Guten Morgen Bondia
Guten Tag (nachmittags) Botarde
Danke (Mann / Frau) Obrigadu / Obrigada
Wie geht's? Di'ak ka lai?
Ja Sin
Nein Lae

Wer unsicher ist, zeigt das Wort — am Taxifenster oder am Schalter.

Worauf muss man achten?

  • Vor dem Fotografieren fragenEin Handzeichen genügt meist. Erkenntlich zeigt man sich mit einer Zigarette, Kinder freuen sich über Stifte oder Süßigkeiten — Geld sollte man Kindern nicht geben.
  • Knie und Schultern bedeckt haltenDas Land ist mehrheitlich katholisch. Oben ohne oder nackt zu baden ist nicht möglich; außerhalb Dilis ist der Badeanzug dem Bikini vorzuziehen.
  • Schuhe aus im Haus, Hut ab in der KircheWer zu Gast ist, wartet, bis er gebeten wird, sich zu setzen oder zu essen.

Für LGBTIQ-ReisendeEs gibt in Timor-Leste keine generelle Diskriminierung oder gar Gefährdung für LGBTIQ-Personen. In Dili finden gelegentlich sog. „Pride“-Veranstaltungen statt, ohne dass es zu Zwischenfällen kommt. Die gesellschaftliche Akzeptanz ist begrenzt. Öffentliche Zuneigungsbekundungen sollten vermieden werden.

Allein reisende FrauenDas Auswärtige Amt nennt für allein reisende Frauen ein erhöhtes Risiko sexueller Belästigung und Übergriffe. Das gilt in abgelegenen Stadtteilen, allein am Strand und an wenig besuchten Orten. Nachts rät es auch für kurze Wege zu einem registrierten Taxi von Tür zu Tür.

5 weitere Regeln
  • Mit rechts geben und nehmenGereicht wird mit der rechten Hand oder mit beiden; die linke allein wird kaum benutzt. Auf den Kopf fasst man niemandem.
  • Ein „Uma Lulik“ (heiliges Haus) nicht ungefragt betretenDas heilige Haus einer Sippe ist keine Sehenswürdigkeit. Vor dem Betreten des Dorfes, vor dem Hineingehen und vor jedem Foto fragt man — am besten über einen einheimischen Begleiter.
  • „Tara bandu“: das Verbotszeichen am Weg beachtenEin in Tuch und Kokosblätter gewickelter Pfahl zeigt Vorbeikommenden an, dass die Gemeinde hier etwas verboten hat — Fischen, Ernten, einen Baum fällen. Die Gemeinde setzt dazu eigene Bußen fest.
  • Nicht über Krokodile spottenDas Salzwasserkrokodil gilt als Ahne, „Avo Lafaek“ — Großvater Krokodil, aus dem die Insel entstanden sein soll. Es zu töten wird selbst nach einem Angriff kaum zugelassen.
  • Einen Streit nicht austragenAuseinandersetzungen zwischen Gruppen fallen heftig aus, meist nachts und mitunter mit Waffen. Ausländer waren bisher nicht das Ziel — wer hineingerät, geht weg.

Auswärtiges Amt

Was ist verboten?

  • Korallen, Schildkröten und Vögel ausführenDie Ausfuhr dieser Tiere und der Produkte aus ihnen ist verboten und wird bestraft. Erlaubte Mitbringsel sind „Tais“ (handgewebte Tücher), Silberschmuck, Holzschnitzereien und Kaffee.
  • Ein Paket für jemand anderen mitnehmenVor Mitnahme, Transport oder Aufbewahrung von Gegenständen für Dritte ohne Kenntnis des Inhalts warnt das Auswärtige Amt ausdrücklich. Bei Rauschgift drohen auch bei kleinen Mengen empfindliche Strafen, dazu lange Untersuchungshaft und schwierige Haftbedingungen.
  • Mehr als 20.000 US-Dollar bar einführenWer mehr als 20.000 US-Dollar bar einführt, braucht eine Genehmigung der Zentralbank. Beträge zwischen 5.000 und 20.000 US-Dollar müssen bei der Einreise angegeben werden.

Verbindlich ist allein die Auskunft der zuständigen Vertretung.

1 weitere
  • Mit Alkohol fahrenWer mit mehr als 0,5 Gramm Alkohol je Liter Blut fährt, zahlt 12 bis 60 US-Dollar. Ab 0,8 Gramm je Liter sind es 24 bis 120 US-Dollar, ab 1,2 Gramm je Liter 36 bis 180 US-Dollar. Auch im laufenden Verkehr wird die Atemluft getestet.

Wo darf man rauchen?

In öffentlichen Räumen verboten

Rauchen ist verboten in Innenräumen, an Arbeitsplätzen und in öffentlichen Verkehrsmitteln. Ausgewiesene Raucherbereiche sind unter anderem an Flughäfen, in Behörden und auf Passagierschiffen erlaubt.

E-ZigarettenVerkauf, Einfuhr und Werbung für E-Zigaretten sind verboten. Das Gesetz zählt Dampfen zum Rauchen, es gilt also zusätzlich dasselbe Innenraumverbot.

VerbreitungGeraucht wird viel, vor allem von Männern; auch in Schulen ist es ein gewohntes Bild.

Das Innenraumverbot steht im Gesetz, Wirte und Betreiber trifft aber keine Strafe, wenn sie Raucher gewähren lassen.

BußgeldWer raucht, wo es verboten ist, zahlt 50 bis 70 US-Dollar.

Anbieten und Ablehnen

Zigarette anbietenWer jemanden fotografieren durfte, kann sich mit einer Zigarette erkenntlich zeigen.

Worüber spricht man?

Gute Themen

  • Kaffee und die Anbauregionen
  • „Tais“, die handgewebten Tücher, und die Muster der einzelnen Gemeinden
  • Die portugiesische Kolonialzeit
Besser nicht
  • Die indonesische Besatzung — auch ein Urteil über Indonesien, egal ob lobend oder kritisch
  • Suhartos Herrschaft („Orde Baru“) und die Vorstellung, Timor-Leste gehöre zu Indonesien
Gesten, Humor, Abstand

GestenHerangewinkt wird mit offener Hand und nach innen wedelnden Fingern; der Zeigefinger auf eine Person gilt als unhöflich. Hochgezogene Augenbrauen heißen Ja.

Körperlicher AbstandUnter Freunden und Verwandten desselben Geschlechts sind Händchenhalten und Einhaken üblich und ohne Nebenbedeutung.

Wie isst und trinkt man?

Drei Mahlzeiten am Tag; gegessen wird mittags zwischen zwölf und zwei. Büros machen dafür zu, weil viele zum Essen nach Hause gehen.

  • Vor dem Essen wird gebetetauch bei einer einfachen Mahlzeit im Haus
  • Als Gast greift man zuerst zuDer Gastgeber isst zuletzt. Wer aus Höflichkeit wartet, hält die ganze Runde auf.
Höflich ablehnen

EssenWas angeboten wird, nimmt man an; aufessen muss man es nicht, etwas übrig zu lassen ist in Ordnung.

Ein Angebot von „Betel“ (Nüsse zum Kauen) darf man ausschlagen.

LeitungswasserLeitungswasser ist nicht trinkbar.

Abgepacktes Wasser nehmen oder abkochen, Obst und Gemüse nur geschält oder gekocht.

Alkohol, vegetarisch, weitere Regeln
  • Löffel rechts, Gabel linksDie Gabel schiebt auf den Löffel, gegessen wird vom Löffel.
  • Keinen Fisch vom Straßenstand in DiliBei Fischen, die am Straßenrand verkauft wurden, wurde Formaldehyd gefunden — der Stoff lässt sie länger frisch aussehen und ist schon in kleinen Dosen giftig.

AlkoholEinheimisch sind Palmwein (Tuaka, Tua Mutin) und Palmweinbrand (Tua Sabu); Bier ist importiert.

Sichtbare Trunkenheit fällt unangenehm auf, bei Frauen besonders.

Was ist gesundheitlich zu beachten?

  • Dengue, Chikungunya, Japanische Enzephalitislandesweit; die Mücken stechen tags wie nachts
  • Tollwut durch freilaufende HundeOecusse, Bobonaro und Covalima, möglicherweise auch anderswo
  • Salzwasserkrokodilean Stränden und Flüssen auch nahe Dili, dazu Binnengewässer, Südküste und Osten

Medikamente einführenRegelmäßig eingenommene Medikamente selbst mitbringen. Das Auswärtige Amt rät, sich die Notwendigkeit für die Einreise ärztlich auf Englisch bescheinigen zu lassen.

Versorgung und Apotheke

Impfungen gegen Gelbfieber und Japanische Enzephalitis dringend empfohlen. Tuberkulose, Lepra und Denguefieber kommen in Osttimor noch vor, während seit 2018 keine Malariafälle mehr aufgetreten sind. Mückenprophylaxe ist in der Regenzeit trotzdem dringendst empfohlen. AIDS ist noch wenig verbreitet. COVID-19 (Corona) hat dank geschlossener Grenzen noch nicht die Ausmaße angenommen, wie in Indonesien. Trotzdem gelten strenge Hygienevorschriften, die leider nicht immer eingehalten werden.

  • Rickettsiosen durch Läuse, Milben, Zecken und Flöhelandesweit, eine der Hauptursachen fieberhafter Erkrankungen in der Region
  • Tuberkuloselandesweit, bei engem Kontakt zu Erkrankten
  • Giftschlangendie Sunda-Lanzenotter ist im Flachland an beiden Küsten weit verbreitet

Medizinische VersorgungAuch in Dili entspricht die Versorgung vielfach nicht europäischen Standards.

Bei einer schweren Erkrankung oder Verletzung bleibt meist die Ausfliegung nach Australien oder Singapur.

KrankenversicherungDie gesetzliche Krankenkasse zahlt hier nichts — ohne Auslandskrankenversicherung trägt man jede Behandlung selbst.

ApothekenTollwutimpfstoff und Immunglobuline sind im Land nicht oder nur sehr begrenzt erhältlich.

Eine eigene Reiseapotheke ist deshalb keine Vorsichtsmaßnahme, sondern die Versorgung.

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Wann ist geschlossen?

Da Osttimor mehrheitlich christlich ist und die katholische Kirche eine wichtige Rolle im Unabhängigkeitskampf hatte, sind die wichtigen christlichen Feiertage öffentliche Feiertage. Außerdem gibt es seit 2005 zwei muslimische Feiertage.

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Geschäftlich Nur für Geschäftsreisen

Wie tickt das Geschäftsleben?

Beziehung vor Vertrag

Der Zugang läuft über eine dritte Person, die einen vorstellt. Wer den Ansprechpartner im eigenen Haus austauscht, fängt beim Vertrauen von vorn an.

So klingt ein NeinEin Nein wird selten ausgesprochen. Auf eine geschlossene Frage kommt eine mehrdeutige Antwort — das ist die Absage. Wer offen fragt statt mit Ja oder Nein, bekommt eher eine brauchbare Auskunft.

HierarchieÄltere und Ranghöhere werden zuerst gegrüßt und formell mit Titel angesprochen.

Ein Einwand kommt nicht in der Runde, sondern unter vier Augen oder über einen Dritten.

KommunikationIndirekt Ablehnung kommt als Zögern oder Ausweichen — ein „schwierig" ist ein Nein.

Rahmen und Verhandlung

ArbeitswocheMo–Fr 8.30–17.30, Mittag 12–14 Uhr; manche arbeiten Samstagvormittag

PünktlichkeitIm Geschäft zählt der Termin, privat gilt „Gummizeit“ (die Uhr ist dehnbar).

Fünfzehn bis zwanzig Minuten später anzukommen ist trotzdem verbreitet, und Sitzungen laufen über — den Termin am Vortag bestätigen und mit einer Verlegung rechnen.

KleidungKurzärmliges Hemd genügt meist, auf Sakko und Krawatte kann man auch beim Seniorchef verzichten.

Frauen: Kleid, Rock oder Hose über dem Knie.

Wie spricht man sich an?

„Senhor“ und „Senhora“ heißen Herr und Frau. Sie stehen vor dem Vornamen, nicht vor dem Nachnamen — Senhor Francisco, nicht Senhor Guterres. Akademische Titel wie „Doutór“ und „Mestre“ (Doktor und Master) werden mitgesprochen.

BegrüßungHändedruck mit der rechten Hand, oft leichter als der deutsche.

Zwischen timoresischen Männern und ausländischen Frauen ist er üblich, zwischen Einheimischen verschiedenen Geschlechts seltener.

Blick und Abstand

BlickkontaktUnter Gleichrangigen gilt gehaltener Blickkontakt als Respekt.

Gegenüber Ranghöheren im Unternehmen ist er unhöflich: Wer vor einem Ranghöheren den Blick senkt, ist nicht unsicher, sondern höflich.

Was zählt beim Geschäftsessen?

Das Mittagessen ist kein Geschäftstermin: Zwischen zwölf und zwei geht man nach Hause und erledigt Privates. Einen Termin in diese Zeit zu legen gilt als ungeschickt.

Was schenkt man?

Üblich, aber kein Muss

Im GeschäftÜblich, aber kein Muss

Privat eingeladenWird nicht erwartet

Lebensmittel oder ein Tais, das handgewebte Tuch. Anlass sind meist Weihnachten und Neujahr, nicht der erste Termin.

Rahmenklein und landestypisch

ÜbergabeMit der rechten Hand oder mit beiden Händen; die linke allein nicht.

Ein „Tais“, das handgewebte Tuch, wird dem Beschenkten um die Schultern gelegt.

Womit tritt man ins Fettnäpfchen?

  • Den Ansprechpartner mitten im Projekt wechselnDer Zugang hängt an der Person, nicht am Unternehmen. Mit einem neuen Gesicht fängt das Vertrauen von vorn an.
  • Auf eine klare Antwort drängenEine geschlossene Frage bekommt eine mehrdeutige Antwort, damit niemand das Gesicht verliert. Wer nachsetzt, bekommt ein zweites Ausweichen, kein Ja.
  • Die Stimme heben, wenn es haktLaut zu sprechen, besonders vor anderen, gilt als grob. Uneinigkeit wird unter vier Augen geklärt, oft über einen Vermittler.

Wenn etwas passiert Notruf, Vorwahl und deutsche Vertretung

Angaben ohne Gewähr und ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Verbindlich sind allein die Hinweise des Auswärtigen Amts und die Auskunft der zuständigen Vertretung.