Myanmar Briefing

Sortiert nach dem Ablauf einer Reise: was vorher zu klären ist, was bei der Ankunft zählt, und was vor Ort anders läuft als zu Hause.

Geschäftlich sortiert um und blendet nichts aus.

Lohnt sich die Reise? Sicherheit, Wetter, Kosten

Wie ist die Sicherheitslage?

Reisewarnung

Stufe 3 von 3Reisewarnung

Von Reisen wird ausdrücklich gewarnt.

Betroffene Regionenalle 14

Vom Auswärtigen Amt eigens genannt: Bago-Region · Chin-Staat · Kachin-Staat · Kayah-Staat · Kayin-Staat · Magway-Region und 6 weitere.

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Aktuell beim Auswärtigen Amt

Anhaltender BürgerkriegWehrpflicht

Myanmar befindet sich seit dem Militärputsch 2021 in einem anhaltenden Bürgerkrieg mit kriegerischen Auseinandersetzungen in fast allen Landesteilen außer Rangun, Naypydaw, Ayeyarwady und Mandalay. Es kommt landesweit zu Sprengstoffanschlägen, gezielten Tötungen und gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Schusswaffengebrauch.

StandDas Amt hat die Seite am 26. August 2026 zuletzt geändert

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Willkürliche Verhaftungen auch von Ausländern sind möglich; öffentliches Leben, Banken, Transport und Stromversorgung sind erheblich beeinträchtigt.

Auswärtiges Amt Ausführliche Lage

Wie ist das Wetter?

Am wärmsten ist es im März mit im Mittel 37 °C, am kühlsten im Juni mit 31 °C. Am meisten regnet es Juni bis September. Am trockensten ist es November bis April.

Gemessen an der Wetterstation Mingaladon, 4 km entfernt.

Alle Zahlen für Yangon
Klima-Normalwerte für Yangon, Mittel aus zehn Jahren (2015 bis 2024), gemessen an der Wetterstation MINGALADON
MonatJanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Tag °C333437373531313131323333
Nacht °C202124262625252525252421
Regentage0001822221816920
Bewölkung %342727388096979792785237
Luftfeuchte %614945526884889089868274

Mittelwerte aus zehn Jahren (2015–2024), nicht die Vorhersage. Quellen: NOAA (Stationsmessungen) · NASA POWER · NOAA OISST (Wassertemperatur)

Was kostet ein Tag?

Günstiger als Deutschland

Richtwerte pro Person und Tag ohne Anreise.

Sparsam Hostel oder einfaches Zimmer, Garküche, Bus 25 €
Mittel Mittelklassehotel, Restaurant, gelegentlich Taxi 55 €
Komfort Gutes Hotel, gehobene Küche, Mietwagen oder Fahrer 110 €

Alle Länder auf derselben Skala bis 320 €, damit die Balken zwischen zwei Briefings vergleichbar sind. Der senkrechte Strich ist Deutschland: 50 · 110 · 220 € am Tag.

Vor dem Abflug Was Wochen vorher erledigt sein will

Was brauche ich zur Einreise?

Reisepass nötig · Visum vorab erforderlich

ReisepassPersonalausweisKinderreisepassVorläufiger ReisepassVorläufiger Personalausweis

Visum vor der Einreise Deutsche Staatsangehörige benötigen zur Einreise nach Myanmar ein Visum. Visa, die zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit oder selbständigen gewerblichen Aktivität berechtigen, werden aktuell nur selten erteilt.

Amtliche AntragsseiteE-Visum — evisa.moip.gov.mm, keine andere Adresse.

Vorsicht beim AntragDas E-Visum beantragt man nur über die amtliche Seite der myanmarischen Einwanderungsbehörde. Andere Seiten, die ein Visum für Myanmar anbieten, können gefälscht sein.

GeschäftlichEin geschäftliches E-Visum setzt eine Einladung voraus. Einladen darf nur eine in Myanmar eingetragene Firma oder eine Handelskammer, nicht eine Hilfsorganisation; der Brief ist persönlich an Sie gerichtet und nennt Zweck und Dauer der Reise.

Auswärtiges Amt

Passt mein Stecker?

Typ C
Typ D
Typ F
Typ G

Aus Deutschland und ÖsterreichKein Adapter nötig

Aus der SchweizNur flache Stecker

Spannung230 V, wie zu Hause

Steckertypen aus Wikidata

Was ist im Netz gesperrt?

Facebook und WhatsApp sind gesperrt. Zum Schreiben nutzt man im Land Viber; die Behörden schalten den Internetzugang zeitweise auch ganz ab.

Vorher erledigenEin VPN, also der Umweg über einen Server im Ausland, ist verboten. Es kommt regelmäßig zu Verhaftungen, auch wegen Kleinigkeiten wie der Nutzung eines VPN oder einer App, die das Militär für verdächtig hält. Auch Ausländer können davon betroffen sein.

Welche Impfungen braucht man?

Pflicht nur je nach Anreiseweg

VorgeschriebenGelbfieber-Nachweis ab einem Jahr bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet, auch nach über zwölf Stunden Transit

EmpfohlenHepatitis A (Leberentzündung) · Hepatitis B · Typhus (schweres Darmfieber) · Tollwut · Japanische Enzephalitis (Hirnentzündung durch Mücken) · Denguefieber · Masern und der übrige deutsche Impfkalender

Die übliche Empfehlung, keine ärztliche. Was für Sie gilt, klärt eine reisemedizinische Beratung.

Was gehört ins Gepäck?

  • US-Dollar in bar, nur neue und glatte ScheineMyanmar ist ein Bargeldland. Wechselstuben weisen Noten zurück, die geknickt, beschriftet, eingerissen oder verschmutzt sind, und können Noten ablehnen, deren Seriennummer mit AB oder CB beginnt.
  • Schuhe zum schnellen Aus- und Anziehen, dazu FeuchttücherVor einer Pagode oder einem Kloster müssen Schuhe und Socken aus, und zwar schon am Eingang der ganzen Anlage, auch unter freiem Himmel. Halbschuhe oder Sandalen sind deshalb praktischer als Schnürschuhe, Feuchttücher säubern die Füße danach.
  • Kleidung, die Schultern und Knie bedecktAn Pagoden, Tempeln und Klöstern sind Miniröcke, kurze Hosen und ärmellose Oberteile nicht erlaubt. Einen „Longyi“ (Wickelrock, den Männer wie Frauen tragen) kann man am Tempel für wenig Geld leihen.
4 weitere
  • Auslandskrankenversicherung mit RücktransportKrankenhäuser verlangen die Bezahlung im Voraus und in bar. Schwere Fälle werden ins Ausland ausgeflogen, meist nach Thailand — ohne Versicherung zahlen Sie Behandlung und Flug selbst.
  • Mückenschutz und ReiseapothekeMücken übertragen hier ganzjährig Malaria, Dengue- und Chikungunyafieber und stechen auch tagsüber. Mückenschutzmittel, lange Kleidung und nachts ein Moskitonetz gehören dazu, außerdem die eigenen Medikamente.
  • Taschenlampe und PowerbankDer Strom fällt regelmäßig und teils über längere Zeit aus. Mancherorts gibt es ihn nur für wenige Stunden am Abend; fragen Sie im Hotel nach, ob es einen Generator hat.
  • Eine Kopie des ReisepassesDen Reisepass müssen Sie ständig bei sich führen, weil Hotels Ihre Passdaten an die Polizei weitergeben und auch bei Inlandsflügen kontrolliert wird. Die Kopie bewahren Sie getrennt vom Original auf.

Die ersten Stunden Geld, Netz, Fortbewegung

Wie bezahlt man?

Bargeld · Karte

Getauscht wird nur in Banken und zugelassenen Wechselstuben. Der Rücktausch von Kyat in US-Dollar oder Euro ist meist nicht möglich — tauschen Sie deshalb lieber mehrmals kleine Beträge als einmal einen großen.

Trinkgeld5–10 %

Unter Einheimischen ist Trinkgeld nicht üblich, von Reisenden wird es gern genommen. Geben Sie es bar und direkt an die Person, die bedient hat — über die Kreditkarte kommt es beim Personal so gut wie nie an.

Als ReisenderMit Karte zahlt man nur in gehobenen Hotels und Restaurants der großen Städte. Reiseschecks nimmt niemand an, und Bargeld über die Kreditkarte am Bankschalter gibt es nicht. Rechnen Sie mit so viel Bargeld, wie Sie für die ganze Reise brauchen.

Abheben und Handeln

Geld abhebenAuf Geldautomaten ist kein Verlass.

Viele nehmen keine ausländischen Karten, die Tagesgrenzen sind niedrig, und außerhalb Ranguns stehen oft keine oder sie sind außer Betrieb. Fragen Sie vor der Reise Ihre Bank, ob sie Abhebungen in Myanmar überhaupt freigibt.

HandelnAuf Märkten und bei Taxis, sonst feste Preise

Vorher besorgenNehmen Sie US-Dollar in bar mit, und zwar nur neue, glatte Scheine.

Geknickte, beschriftete, eingerissene oder verschmutzte Noten werden nicht angenommen. Hotels, Fluggesellschaften und Behörden verlangen häufig US-Dollar, obwohl im Land eigentlich in Kyat zu zahlen ist.

Handy, Netz und Apps: Was braucht man?

Praktisch

GrabIn Rangun ein Taxi bestellen. Der Preis steht vor der Fahrt fest und lässt sich in der App mit Karte zahlen; Bargeld nehmen die Fahrer auch.ViberNachrichten schreiben und telefonieren. WhatsApp ist in Myanmar gesperrt; Viber gehört zu den meistgenutzten Apps im Land.

Kaufen Sie vor Ort eine myanmarische SIM-Karte. Ausländische SIM-Karten funktionieren nicht zuverlässig. Nach 30 Tagen müssen Sie die Gerätenummer (IMEI) Ihres Handys im amtlichen Portal registrieren, sonst sperrt das Netz Ihr Gerät.

Mobilfunknetzin Städten gut

Wie kommt man herum?

Bus und Bahn: billiger als in Deutschland

Fahren Sie nicht nach Einbruch der Dunkelheit über Land. Der Straßenzustand ist schlecht und das Unfallrisiko hoch. An Kontrollposten vor Ortschaften und auf Überlandstraßen müssen Sie anhalten und den Reisepass zeigen; dort spricht meist niemand Englisch.

Fahrpreisebilliger als in Deutschland

Bezahlen unterwegsUnterwegs braucht man Bargeld in Kyat: für Taxis, Busse, Züge und den Eintritt an Pagoden. Zugfahrkarten gibt es nur am Schalter, nicht im Zug, und man muss dabei den Reisepass vorlegen.

FührerscheinDeutsche und internationale Führerscheine werden in Myanmar nicht anerkannt.

Roller und MotorradIn Rangun ist das Motorradfahren verboten. In Mandalay dagegen sind die Straßen voller Motorräder, und in vielen Orten kann man ein Fahrrad oder ein Elektrofahrrad für den Tag leihen.

In der PraxisDer übliche Weg ist ein Wagen mit Fahrer. Kommt es zu einem Unfall mit einem Fußgänger, ist nach myanmarischem Recht immer der Autofahrer schuld. Taxis haben meist kein Taxameter — handeln Sie den Preis vor der Fahrt aus.

Was fährt

Es gibt ein Netz von Flugrouten, mit dem die größeren Orte Myanmars mittels Propellerflugzeugen (ATR 72 oder Fokker 100) verbunden sind.

Wikivoyage · CC BY-SA · Auswärtiges Amt

Vor Ort Verhalten, Gespräch, Essen, Gesundheit

Welche Sprache spricht man?

Birmanisch, vom Staat „Myanmar-Sprache“ genannt

SchriftBirmanisch wird in einer eigenen Rundschrift geschrieben.

An touristischen Orten stehen die Schilder meist auch auf Englisch, Zahlen aber oft nur in birmanischen Ziffern.

EnglischIn Städten

In Rangun und Mandalay kommt man mit Englisch zurecht. Im Hotel, am Flughafen und im Geschäftsleben wird es gut gesprochen; außerhalb der großen Städte kaum.

4 Wörter, die weiterhelfen
Hallo min ga la ba မင်္ဂလာပါ
Danke kyeizu tin ba de ကျေးဇူးတင်ပါတယ်
Ja ho de ဟုတ်တယ်
Nein ma ho bu မဟုတ်ဘူး

Die Lautschrift spricht man, die Landesschrift zeigt man — am Taxifenster oder am Schalter.

Worauf muss man achten?

  • Schuhe und Socken vor der Pagode ausziehenschon am Eingang der ganzen Anlage, auch in den Bereichen unter freiem Himmel — nicht erst vor der Tempelhalle
  • Den Kopf eines anderen Menschen nicht berührenüberall; der Kopf gilt als reinster Teil des Körpers, und eine ältere Person am Kopf zu berühren, ist besonders grob
  • Die Fußsohlen nicht auf Menschen oder Buddha-Figuren richtenbeim Sitzen auf dem Boden und in Tempeln; die Füße gelten als unreinster Teil des Körpers

Für LGBTIQ-ReisendeHomosexuelle Handlungen werden im myanmarischen Strafrecht nicht ausdrücklich genannt; jedoch können „Unnatural Offences“ verfolgt werden und bis zu lebenslänglichen Freiheitsstrafen führen.

5 weitere Regeln
  • Mit beiden Händen geben und nehmenbei jeder Übergabe; wer die rechte Hand allein nimmt, stützt den rechten Ellbogen mit der linken. Die linke Hand allein gilt als unrein
  • Mönchen Platz machen, sie nicht berühren und vor Fotos fragenin Bus und Bahn steht man für sie auf; Frauen reichen einem Mönch nichts direkt, sondern über einen Mann oder mit einem Tuch in der Hand
  • Mönchen kein Geld gebenin die Almosenschale gehört nur Essen, Geld legt man in die Spendenbox im Tempel; wer Geld in der Schale sieht oder nach Mittag einen Mönch sammeln sieht, hat einen falschen Mönch vor sich
  • Nicht laut werden und die Ruhe bewahrenüberall; laut zu sprechen, wirkt grob, und wer die Beherrschung verliert, verliert in den Augen der anderen das Gesicht
  • Ausgezogene Schuhe nicht mit der Sohle nach oben liegen lassenvor Tempeln und Häusern; das gilt als Unglücksbringer

Auswärtiges Amt

Was ist verboten?

  • Buddha respektlos darstellen, auch als TätowierungEine Religion zu beleidigen, ist strafbar, und dazu zählt jede respektlose Darstellung Buddhas — auch eine Tätowierung, erst recht unterhalb der Gürtellinie. Ausländische Staatsangehörige wurden dafür zu Haft verurteilt, mit Geldstrafe belegt oder ausgewiesen.
  • Militär, Uniformierte und Brücken fotografierenMilitärische Einrichtungen, Uniformierte und strategisch bedeutende Bauwerke wie Brücken dürfen nicht fotografiert werden. Auch Fotos von Polizei und von Demonstrationen können zur Festnahme führen.
  • Eine Drohne ohne Genehmigung steigen lassenOhne besondere Genehmigung der myanmarischen Behörden ist der Einsatz von Drohnen verboten, auch an Urlaubsorten. Es drohen Beschlagnahme des Geräts, Verhaftung und Strafverfolgung; über Militär- und Regierungsgebäuden und über religiösen Stätten gilt das besonders.

Verbindlich ist allein die Auskunft der zuständigen Vertretung.

6 weitere
  • Sich politisch äußern oder betätigenPolitische Betätigung ist verboten, und Kritik an den Machthabern wird verfolgt — auch in sozialen Medien. Gegen ausländische Staatsangehörige wurde schon wegen einer kritischen Hotelbewertung im Netz strafrechtlich ermittelt.
  • Drogen mitführen, auch kleinste MengenFür den Besitz drohen Geldstrafe und fünf bis zehn Jahre Haft, gleich welche Menge es ist; das gilt auch im Transitbereich der Flughäfen. Wer mit Drogen handelt, muss mit mindestens fünfzehn Jahren Haft oder der Todesstrafe rechnen.
  • Geld bei Straßenhändlern tauschenGeld darf nur in Banken und zugelassenen Wechselstuben getauscht werden. Der Tausch an nicht zugelassenen Stellen ist verboten, und wer Kyat auf dem Schwarzmarkt verkauft, riskiert eine Haftstrafe.
  • Außerhalb zugelassener Hotels übernachtenAusländische Staatsangehörige dürfen nur in behördlich zugelassenen Hotels und Gasthäusern wohnen. Privat bei Freunden zu übernachten, ist unzulässig — ausgenommen sind Arbeitsvisa und bestimmte Familienbesuchsvisa. Bei Zuwiderhandlung drohen mehrmonatige Haftstrafen.
  • Missionieren oder religiöse Schriften einführenMissionsarbeit und die Einfuhr religiöser Materialien sind ohne schriftliche Genehmigung der myanmarischen Behörden verboten.
  • Pornografisches Material besitzenDer Besitz pornografischen Materials ist strafbar; dasselbe gilt für Prostitution.

Wo darf man rauchen?

In öffentlichen Räumen verboten

Drinnen ist Rauchen verboten. Das Verbot gilt in öffentlichen Räumen, am Arbeitsplatz und in Verkehrsmitteln, auch im Gastraum von Restaurants und Hotels. Bars, Kneipen und Nachtclubs erfasst das Gesetz nicht. Raucherbereiche liegen draußen, mindestens zehn Meter vom Eingang.

VerbreitungGeraucht wird fast nur von Männern.

Knapp ein Viertel der Männer raucht, bei den Frauen ist es etwa eine von hundert. Weit verbreitet ist außerdem das Kauen von Betelnuss; viele Männer spucken den roten Saft auf die Straße.

Worüber spricht man?

Gute Themen

  • Das Essen — „Haben Sie schon gegessen?“ ist eine übliche Eröffnungsfrage
  • Wohin man gerade unterwegs ist und was man vorhat
  • „Chinlone“, das Nationalspiel mit einem Ball aus Rattan
  • Eine Bemerkung über das Gewicht; die gilt hier nicht als unhöflich oder zu persönlich
Besser nicht
  • Die Machthaber und das Militär — Kritik daran bringt Ihr Gegenüber in Gefahr
  • Die Rohingya und die Lage der einzelnen Volksgruppen
  • Kritik am Buddhismus oder an Religion überhaupt
  • Die Beziehungen zu China
Gesten, Humor, Abstand

GestenZum Heranwinken hält man die Hand mit der Handfläche nach unten und krümmt die Finger.

Ein einzelner nach oben gekrümmter Finger ist für Hunde. Den Daumen zwischen Zeige- und Mittelfinger zu stecken, ist eine grobe Geste.

HumorGelächelt und gelacht wird viel, auch mitten in ernsten Sätzen.

Ein Lächeln kann Verlegenheit, Trauer oder Ärger überdecken — nehmen Sie es nicht als Zeichen dafür, dass alles in Ordnung ist.

Körperlicher AbstandGleichgeschlechtliche Freunde gehen oft Hand in Hand oder mit dem Arm um die Schulter.

Das ist Freundschaft und sonst nichts. Zwischen Mann und Frau sind Berührungen in der Öffentlichkeit selten, Zärtlichkeiten gelten auch bei Eheleuten als anstößig.

Wie isst und trinkt man?

  • „Mohinga“ zum Frühstücküberall im Land; eine Fischsuppe mit Reisnudeln, Koriander und Chili, die viele für das Nationalgericht halten
  • „Laphet thoke“ probierenein Salat aus vergorenen Teeblättern mit gerösteten Nüssen; Gästen wird er oft gereicht, wenn sie ein Haus betreten
Höflich ablehnen

EssenEin erstes Nein gilt als Höflichkeit.

Wer einen Nachschlag ausschlägt, lehnt ein- bis zweimal ab und nimmt dann an. Etwas anzunehmen, und sei es eine Kleinigkeit, gilt als Lob für die Gastfreundschaft.

LeitungswasserLeitungswasser ist kein Trinkwasser.

Nehmen Sie Wasser aus der Flasche und prüfen Sie, ob der Verschluss noch versiegelt ist. Eis in Restaurants kommt aus der Fabrik und ist meist unbedenklich.

Alkohol, vegetarisch, weitere Regeln
  • Gegessen wird mit Löffel und Gabelam Tisch; wer mit den Fingern isst, nimmt und reicht nur mit der rechten Hand
  • Die Ältesten werden zuerst bedientbei Tisch; ist keine ältere Person da, wird zuerst ein Löffel Reis im Topf beiseitegelegt, als Zeichen des Respekts
  • Nichts essen, ohne es anzubietenwer in Sichtweite anderer isst, fragt in die Runde, ob jemand etwas möchte; in der Öffentlichkeit ist das eine Geste, die der andere höflich ablehnt
  • Im Teehaus Tee bestellen, keinen KaffeeTeehäuser sind die Treffpunkte des Landes, und der Kaffee dort ist fast immer Pulverkaffee. Von den Snacks auf dem Tisch bezahlt man am Ende nur, was man gegessen hat
  • Beim Essen nicht singen, summen oder Musik hörenam Tisch; das gilt als unhöflich
  • Speisen und Getränke, die als Opfergabe abgestellt sind, stehen lassenan Schreinen, in Tempeln und in Häusern; sie sind nicht zum Verzehr gedacht

AlkoholAlkohol ist erlaubt und überall zu bekommen.

Getrunken wird vor allem von Männern; unter gläubigen Buddhisten gilt Trinken als verpönt, und dass eine Frau Alkohol trinkt, gilt als unpassend.

VegetarischVegetarisch zu essen, ist leicht.

Fleischlose Gerichte auf Reisbasis gibt es überall. Achten Sie aber auf Fischsoße: sie würzt viele Gerichte, auch solche ohne Fleisch.

Was ist gesundheitlich zu beachten?

  • Malaria, eine schwere Krankheit durch Mückensticheganzjährig im ganzen Land, regional verschieden; hoch ist das Risiko westlich des Flusses Irrawaddy, im Norden der Provinz Sagaing, in Grenzgebieten zu Bangladesch und Thailand und südlich der Stadt Bassein
  • Denguefieber, ein Fieber durch Mückensticheganzjährig im ganzen Land; Stadtgebiete sind oft stark betroffen, und diese Mücken stechen auch tagsüber
  • Japanische Enzephalitis, eine Hirnentzündung durch Mückensticheganzjährig im ganzen Land, wie auch Chikungunyafieber und Zikavirus-Infektionen

Medikamente einführenNehmen Sie alles mit, was Sie regelmäßig brauchen, dazu eine Reiseapotheke. Lassen Sie sich für die Einreise ärztlich auf Englisch bescheinigen, dass Sie diese Mittel benötigen.

Versorgung und Apotheke

Was die Gesundheit betrifft ist natürlich einiges zu beachten. Hepatitisimpfung ist notwendig. Ebenso empfohlen ist die Impfung gegen Typhus. In einigen Foren findet man auch Hinweise und Empfehlungen, sich gegen Tollwut und japanische Enzephalitis zu impfen. In jedem Fall sollte man vor der Abreise einen Arzt konsultieren, um die notwendigen Vorkehrungen abzusprechen. Weitere Informationen findet man unter Tropenkrankheiten.

  • Tollwut, meist durch Hundebisselandesweit; Impfstoff und Immunglobulin (Sofortschutz nach einem Biss) sind im Land oft nicht oder nur schwer zu bekommen
  • Tuberkulose, eine Lungenkrankheit von Mensch zu Menschlandesweit; übertragen wird sie bei engem Kontakt mit erkrankten Menschen
  • Bilharziose, eine Wurmkrankheit aus Süßwasserin Flüssen und Seen; fragen Sie vor Ort, wo Baden und Tauchen sicher sind

Medizinische VersorgungDie Versorgung ist mit Europa nicht zu vergleichen.

Außerhalb von Rangun und Mandalay findet man kaum ärztliche Hilfe. Krankenhäuser verlangen die Bezahlung im Voraus und in bar; schwere Fälle werden ins Ausland ausgeflogen, meist nach Thailand.

KrankenversicherungDie gesetzliche Krankenkasse zahlt hier nichts — ohne Auslandskrankenversicherung trägt man jede Behandlung selbst.

ApothekenAuf die Apotheken vor Ort ist kein Verlass.

Die dort angebotenen Arzneimittel können Fälschungen sein.

Wikivoyage · CC BY-SA

Geschäftlich Nur für Geschäftsreisen

Wie tickt das Geschäftsleben?

Beziehung vor Vertrag

Ohne eine Empfehlung durch einen Dritten kommt man kaum ins Gespräch. Rechnen Sie mit mehreren Treffen, bevor eine Sache entschieden wird, und drängen Sie nicht auf Tempo — die Zeit vor dem Abschluss gehört zur Arbeit.

So klingt ein NeinEin Nein klingt wie ein Ja. Zustimmung heißt oft nur, dass man Ihnen nicht widersprechen will. Fragen Sie deshalb offen — „Wie würden Sie das lösen?“ statt „Geht das?“ —, dann bekommen Sie die wirkliche Antwort.

HierarchieDie älteste Person im Raum hat das erste Wort.

Ihre Meinung wiegt schwer, auch wenn sie nicht formal entscheidet. Jüngere halten sich körperlich tiefer, senken etwa den Kopf, wenn sie an einer älteren Person vorbeigehen.

KommunikationIndirekt Ablehnung kommt als Zögern oder Ausweichen — ein „schwierig" ist ein Nein.

Rahmen und Verhandlung

VerhandelnPlanen Sie viel Zeit ein.

Bis eine Sache entschieden ist, müssen Sie oft mehrfach nachfragen. Auf Tempo zu drängen, gilt gegenüber dem Geschäftspartner als respektlos.

ArbeitswocheMo–Fr in Büros und Behörden, Geschäfte auch samstags

KleidungZum Termin und zur Vertragsunterzeichnung trägt man Anzug oder Kostüm.

Knie und Schultern bleiben bedeckt. Im Büro kann es sein, dass Sie vor dem Eintreten die Schuhe ausziehen.

Wie spricht man sich an?

Es gibt keine Familiennamen. Vor den vollständigen Namen setzt man „U“ (wörtlich Onkel) für Männer und „Daw“ (Tante) für Frauen: aus Ba Kaung wird U Ba Kaung. Einen einzelnen Namensteil zu benutzen — etwa „U Kaung“ — ist falsch.

BegrüßungBegrüßt wird mit einer leichten Verbeugung, beide Hände auf dem Bauch.

In den Städten geben viele die Hand und stützen dabei den rechten Ellbogen mit der linken Hand. Einen Mönch grüßt man mit den Handflächen vor dem Gesicht und einer tiefen Verbeugung.

VisitenkarteKarten tauscht man gleich beim ersten Treffen.

Überreicht wird mit der rechten Hand, die Handfläche nach oben, während die linke Hand den rechten Ellbogen stützt; mit der linken Hand allein zu geben, gilt als sehr unhöflich.

Blick und Abstand

BlickkontaktBlickkontakt zeigt Aufmerksamkeit, sollte aber immer wieder gelöst werden.

Ein langer, fester Blick wirkt wie eine Herausforderung. Wer von einer älteren oder ranghöheren Person angesprochen wird, senkt die Augen.

Was zählt beim Geschäftsessen?

Zum Netzwerken trifft man sich oft auf dem Golfplatz. Wer zu Besuch kommt, bekommt Tee, Kaffee oder Gebäck angeboten — nehmen Sie wenigstens eine Kleinigkeit an.

Wer beginntDie älteste Person am Tisch wird zuerst bedient.

Was schenkt man?

Im Geschäft heikel

Im GeschäftHeikel — im Zweifel lassen

Für Geschenke unter Berufstätigen gelten eigene Regeln gegen Bestechung.

Ein wertvolles Geschenk bringt den Empfänger in Verlegenheit, weil er es dann nicht annehmen kann. Ein Geschenk erweist Respekt („gadaw“). So beschenkt man in Myanmar Lehrer, ältere Menschen und Mönche. Wer selbst etwas bekommt, revanchiert sich bei einer späteren Gelegenheit.

RahmenKlein

ÜbergabeÜberreicht und angenommen wird mit beiden Händen.

Ausgepackt wird ein Geschenk nicht vor dem Geber — das gälte als gierig.

Womit tritt man ins Fettnäpfchen?

  • Einen Fehler offen ansprechenKritik wird persönlich genommen. Wem das Gericht im Restaurant nicht schmeckt und der das sagt, kritisiert in den Augen des Gastgebers dessen Wahl — und der verliert das Gesicht, obwohl er nicht gekocht hat.
  • Von „den Burmesen“ sprechen„Bamar“ ist die größte Volksgruppe, „birmanisch“ meint die Staatsangehörigkeit und die Sprache. Beides gleichzusetzen, kränkt Angehörige der Minderheiten; fragen Sie im Zweifel, wie Ihr Gegenüber sich selbst nennt.
  • Laut werden oder die Geduld verlierenDie Beherrschung zu verlieren, gilt als Zeichen schlechter Erziehung. Wer im Termin laut wird, verliert das Gesicht — auch wenn er in der Sache recht hat.
2 weitere
  • Das Gegenüber nach seiner Meinung zur Politik fragenJahrzehnte der Zensur haben eine Kultur des Schweigens hinterlassen. Ihr Gesprächspartner bringt sich mit einer offenen Antwort in Gefahr, und ausländische Besucher müssen damit rechnen, überwacht zu werden.
  • Viel von sich selbst erzählenMit eigenen Erfolgen zu glänzen, kommt schlecht an; Zurückhaltung gilt als gute Form. Auch über eigene Schwierigkeiten zu klagen, ist unüblich.

Wenn etwas passiert Notruf, Vorwahl und deutsche Vertretung

Angaben ohne Gewähr und ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Verbindlich sind allein die Hinweise des Auswärtigen Amts und die Auskunft der zuständigen Vertretung.