Liberia Briefing

Sortiert nach dem Ablauf einer Reise: was vorher zu klären ist, was bei der Ankunft zählt, und was vor Ort anders läuft als zu Hause.

Geschäftlich sortiert um und blendet nichts aus.

Lohnt sich die Reise? Sicherheit, Wetter, Kosten

Wie ist die Sicherheitslage?

Hinweise des Auswärtigen Amts

Stufe 0 von 3Reisewarnung

Reisen uneingeschränkt möglich, keine Hinweise des Auswärtigen Amts.

Liberia hat eine fragile Sicherheitslage mit hoher Kriminalität in Monrovia, einschließlich bewaffneter Überfälle und sexueller Übergriffe. Gewalttätige Proteste gegen die Regierung sind möglich. Besondere Vorsicht ist erforderlich, insbesondere bei Flughafentransfers und nächtlichen Aktivitäten.

StandDas Amt hat die Seite am 01. Juli 2026 zuletzt geändert

Auswärtiges Amt · Auf der Karte ansehen Ausführliche Lage

Wie ist das Wetter?

Am wärmsten ist es im Januar mit im Mittel 33 °C, am kühlsten im Juli mit 28 °C. Am meisten regnet es Juni sowie August bis September. Am trockensten ist es November bis Mai. Das Meer bleibt das ganze Jahr über 22 °C warm.

Gemessen an der Wetterstation Monrovia Roberts Intl, 49 km entfernt.

Alle Zahlen für Monrovia
Klima-Normalwerte für Monrovia, Mittel aus zehn Jahren (2015 bis 2024), gemessen an der Wetterstation MONROVIA ROBERTS INTL
MonatJanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Tag °C333333323230282829313232
Nacht °C232424242424242424242423
Wasser °C292828293029282727282929
Regentage010001251112620
Bewölkung %414960687984878886786546
Luftfeuchte %767880818286878889898577

Mittelwerte aus zehn Jahren (2015–2024), nicht die Vorhersage. Quellen: NOAA (Stationsmessungen) · NASA POWER · NOAA OISST (Wassertemperatur)

Vor dem Abflug Was Wochen vorher erledigt sein will

Was brauche ich zur Einreise?

Reisepass nötig · Visum vorab erforderlich

ReisepassPersonalausweisKinderreisepassVorläufiger ReisepassVorläufiger Personalausweis

Die Vergabe von Visa bei Einreise wurde eingestellt.

Amtliche AntragsseiteVisum-Antrag der Einwanderungsbehörde (nur ohne liberianische Botschaft im Wohnland) — visaonarrival.lis.gov.lr, keine andere Adresse.

Vorsicht beim AntragDieses Portal gilt nur für Länder ohne liberianische Botschaft. Für Deutschland, Österreich, Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden ist die Botschaft in Berlin zuständig. Ein Antrag über das Portal wäre verlorenes Geld.

GeschäftlichAuch Geschäftstermine brauchen ein Visum; es gibt dafür die Kategorie „Business“. Beantragt wird es vor der Reise bei der liberianischen Botschaft in Berlin, die dazu ein Einladungsschreiben, einen Gelbfieber-Nachweis und eine Krankenversicherung für den Aufenthalt verlangt.

GültigkeitReisedokumente müssen zum Zeitpunkt der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein.

Auswärtiges Amt

Passt mein Stecker?

Typ A
Typ B
Typ C
Typ F

Aus Deutschland und ÖsterreichKein Adapter nötig

Aus der SchweizNur flache Stecker

Spannung220 V, wie zu Hause

Steckertypen von Hand geprüft

Welche Impfungen braucht man?

Pflichtimpfung nötig

VorgeschriebenGelbfieber-Nachweis ab neun Monaten bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet · Gelbfieber-Nachweis schon für den Visumantrag bei der Botschaft in Berlin

EmpfohlenGelbfieber, Hepatitis A und Kinderlähmung (Polio) · je nach Reiseart Tollwut, Typhus und Hepatitis B · Masernschutz prüfen

Die übliche Empfehlung, keine ärztliche. Was für Sie gilt, klärt eine reisemedizinische Beratung.

Was gehört ins Gepäck?

  • Mückenschutzmittel und MoskitonetzMalaria und Gelbfieber werden das ganze Jahr über im ganzen Land übertragen, auch in den Städten. Mückenschutz gehört tagsüber auf die Haut, nachts kommt das Netz über das Bett.
  • Reiseapotheke und VerbandszeugEinen Rettungsdienst gibt es in Liberia nicht, und in Apotheken fehlt oft das Nötige. Regelmäßig eingenommene Medikamente bringt man selbst mit.
  • HändedesinfektionsmittelZur Begrüßung wird überall die Hand gegeben, und ansteckende Krankheiten sind weit verbreitet. Ein Gel für die Hände ist deshalb ratsam.
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  • Regenjacke und wasserfeste SchuheVon Mitte Mai bis Ende November fällt so viel Regen, dass Straßen unpassierbar werden und einzelne Landesteile zeitweise über Land nicht mehr erreichbar sind.

Die ersten Stunden Geld, Netz, Fortbewegung

Wie bezahlt man?

Bargeld · Karte

Bezahlt wird fast alles bar, und zwar in US-Dollar. Der Liberianische Dollar ist die offizielle Währung; daneben ist auch der US-Dollar gesetzliches Zahlungsmittel. Karten nehmen nur einige größere Hotels, Supermärkte und Läden in Monrovia, meist nur Visa.

1 €199 LRD

100 LRD0,5 €

Tageskurs, gerundet · open.er-api.com

Abheben und Handeln

Geld abhebenGeldautomaten stehen fast nur in Monrovia, bei großen Hotels und Banken.

Sie sind oft leer oder außer Betrieb und geben dann nur kleine Beträge aus. Am ehesten funktioniert eine Visa-Karte; ob auch Mastercard geht, hängt vom Automaten ab.

HandelnAuf Märkten und bei Taxis, sonst feste Preise

Vorher besorgenDas Bargeld für die ganze Reise bringt man am besten in US-Dollar mit.

Euro vor Ort in US-Dollar zu tauschen ist schwierig und, wenn es überhaupt gelingt, nur zu einem sehr schlechten Kurs möglich.

Handy, Netz und Apps: Was braucht man?

Braucht man

WhatsAppIn Liberia hält man über WhatsApp Kontakt statt über SMS, weil Kurznachrichten im Vergleich teuer sind.

Praktisch

Organic MapsFür Fahrten außerhalb Monrovias: In manchen Landesteilen gibt es gar kein Mobilfunknetz, in anderen fällt es immer wieder aus.

Wer länger als 90 Tage bleibt, braucht für die Anmeldung einer SIM-Karte eine liberianische Ausländer-Ausweiskarte. Für kürzere Aufenthalte verlangt die Vorschrift sie nicht.

Mobilfunknetzin Städten gut

Wie kommt man herum?

Außerhalb Monrovias sind die meisten Straßen nicht asphaltiert und unbeleuchtet. In der Regenzeit von Mitte Mai bis Ende November werden viele unpassierbar. Nach Einbruch der Dunkelheit fährt man nicht über Land, und dann möglichst zu zweit oder im Konvoi.

Bezahlen unterwegsUnterwegs wird alles bar bezahlt: Fahrt, Unterkunft und auch die Arztrechnung. Wechselgeld kommt oft in Liberianischen Dollar zurück — die braucht man ohnehin für kleine Einkäufe.

FührerscheinDer internationale Führerschein ist erforderlich und gilt für die Dauer eines Jahres in Verbindung mit dem nationalen Führerschein.

Roller und MotorradVon Motorradtaxis („pehn-pehn“) und dreirädrigen Taxis („kehkeh“) wird abgeraten. Motorräder sind überdurchschnittlich oft an Unfällen beteiligt, und die Fahrer tragen häufig keinen Sturzhelm.

In der PraxisSchilder nennen Entfernungen und Tempolimits in Meilen, getankt wird in US-Gallonen. Außerhalb Monrovias mieten Ausländer meist einen Wagen mit Fahrer und fahren mit mindestens zwei Fahrzeugen zusammen, falls eines liegen bleibt.

Auswärtiges Amt

Vor Ort Verhalten, Gespräch, Essen, Gesundheit

Welche Sprache spricht man?

Englisch

Englisch ist Amtssprache, und die meisten Menschen sprechen es. Im Alltag und vor allem im Landesinneren hört man aber „Kolokwa“, eine Kreolsprache auf englischer Grundlage: Sie klingt wie Englisch, ist für Fremde aber oft schwer zu verstehen.

6 Wörter, die weiterhelfen
Guten Morgen (das „o“ macht den Gruß herzlicher) Morning o
Mir geht es gut I fine
Es geht so So-so o
Danke Thank you, yah
Mach dir nichts draus / tut mir leid N'mind ya
Warte kurz Wait small

Wer unsicher ist, zeigt das Wort — am Taxifenster oder am Schalter.

Worauf muss man achten?

  • Jedes Gespräch mit einem Gruß beginnenauch beim Einkaufen oder am Schalter; wer ohne Gruß zur Sache kommt, gilt schnell als unhöflich
  • Eine ganze Gruppe begrüßen und sich von der ganzen Gruppe verabschiedenauch wenn man nur einen Einzelnen kennt oder nur mit einem gesprochen hat
  • Ältere mit „Ma“ oder „Pa“ ansprechengegenüber Menschen aus der Elterngeneration; das sind Höflichkeitsformen und bedeuten keine Verwandtschaft

Für LGBTIQ-ReisendeEinvernehmliche homosexuelle Beziehungen sind in der liberianischen Gesellschaft weiterhin ein strafrechtliches Vergehen und gesellschaftlich nicht akzeptiert, auch wenn in jüngster Zeit keine Fälle einer tatsächlichen strafrechtlichen Verfolgung bekannt geworden sind. Reisende sollten Zurückhaltung üben.

Allein reisende FrauenIn Liberia werden Vergewaltigungen und sexuelle Übergriffe häufig gemeldet. Ausländische Frauen sind selten betroffen, Fälle gab es aber. Allein unterwegs meidet man nach Einbruch der Dunkelheit abgelegene Orte, Strände und Fußwege durch Monrovia.

2 weitere Regeln
  • Lichtbildausweis immer dabeihabenPolizei und Einwanderungsbeamte können ihn jederzeit sehen wollen; eine Kopie der Passseite mit Foto oder der Führerschein genügt
  • Nicht im offenen Meer schwimmenan der ganzen Küste; die Strömungen („rip currents“) reißen Badende mit, und vor Monrovia ist das Meer stark verschmutzt

Auswärtiges Amt

Was ist verboten?

  • Fotos von Polizei, Militär und SicherheitsanlagenPolizisten und Soldaten sowie polizeiliche und militärische Einrichtungen dürfen nicht fotografiert werden, ebenso wenig Flughäfen, Häfen, Brücken und wichtige Regierungsgebäude. Wer es trotzdem tut, wird meist vorläufig festgenommen, verhört und muss eine Geldstrafe zahlen.
  • Wasserpfeife rauchen („Shisha“)Das Gesundheitsministerium hat Verkauf und Gebrauch von Wasserpfeifen landesweit verboten — in Bars und Clubs genauso wie in Privatwohnungen. Wer erwischt wird, muss mit Festnahme und Beschlagnahme rechnen.
  • Gold und Diamanten schmuggelnDer Schmuggel von Gold und Diamanten ist ebenso strafbar wie Drogenhandel. Bei einer Verurteilung droht eine lange Haftstrafe, und die Haftbedingungen im Land sind hart.

Verbindlich ist allein die Auskunft der zuständigen Vertretung.

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  • Mehr als 7.500 US-Dollar in bar ausführenIn einem Vorgang darf man höchstens 7.500 US-Dollar in bar aus Liberia mitnehmen. Größere Beträge müssen über eine Bank laufen, etwa als Überweisung oder Bankscheck.
  • Die Nationalparks Nimba und Grebo-Sapo ohne Ranger betretenFür den Besuch dieser beiden Nationalparks ist die Begleitung durch ausgebildete Park-Ranger vorgeschrieben. Auch für Touren abseits der Hauptstraßen sollte man ortskundige Führer nehmen.

Wo darf man rauchen?

Fast überall verboten

Rauchen ist im öffentlichen Raum verboten. Ausgenommen sind nur die eigene Wohnung, das eigene Auto ohne Kinder darin, weitgehend offene Flächen im Freien und eigens ausgewiesene Raucherbereiche.

E-ZigarettenFür E-Zigaretten gibt es in Liberia kein eigenes Gesetz. Das allgemeine Rauchverbot nennt dem Wortlaut nach Tabakerzeugnisse.

BußgeldWer sich nicht daran hält, dem droht eine Geldstrafe.

Worüber spricht man?

Gute Themen

  • Die Familie und wie es den Eltern geht
  • Liberianische Musik, vor allem „Hip Co“ (Hip-Hop auf Liberianisch)
Besser nicht
  • Die beiden Bürgerkriege zwischen 1989 und 2003

Wie isst und trinkt man?

  • Von der Kolanuss (sie gilt als Zeichen für Leben und Frieden) ein Stück essenwenn Gastgeber Fremde damit begrüßen — im Südosten liegt etwas Pfeffer und Salz dabei, im Norden Münzen oder Geldscheine. Wer nichts davon kostet, beleidigt niemanden, aber die Gastgeber bleiben dann zurückhaltend
  • „Dumboy“ nicht kauen, sondern schlucken„Dumboy“ ist ein Kloß aus gekochtem Maniok: Man reißt ein Stück ab, tunkt es in die Soße und schluckt es im Ganzen

LeitungswasserLeitungswasser sollte man nicht trinken.

An fast jeder Straßenecke gibt es Wasser im Plastikbeutel („bagged water“); es soll gefiltert sein, sicher ist das aber nicht. Verlässlich ist nur Wasser aus der verschlossenen Flasche.

Alkohol, vegetarisch, weitere Regeln

AlkoholAlkohol ist überall zu bekommen.

Das verbreitete Bier heißt „Club Beer“, dazu gibt es einheimischen Gin.

Was ist gesundheitlich zu beachten?

  • Malariaganzjährig im ganzen Land, auch in den Städten, und mit hohem Risiko; über 99 Prozent der Fälle sind die gefährliche Form Malaria tropica
  • Gelbfieberganzjährig im ganzen Land, auch in den Städten; das Risiko gilt als hoch
  • Lassafieber, ein Virusfieber aus Rattenkotlandesweit; man steckt sich über Ausscheidungen von Nagetieren an und über Fleisch von Wildtieren („bush meat“)

Medikamente einführenTramadol und Codein gelten in Liberia als Betäubungsmittel und sind nur mit Verordnung eines zugelassenen Krankenhauses erlaubt. Beides steckt in gängigen deutschen Schmerz- und Hustenmitteln. Die Notwendigkeit lässt man sich vorab ärztlich auf Englisch bescheinigen.

Versorgung und Apotheke
  • Bilharziose, eine Wurmkrankheit aus Süßwasserin Seen und Flüssen, auch in fließenden — vom Baden und Schwimmen in Binnengewässern wird abgeraten
  • Tollwutlandesweit über Hunde, Affen und Flughunde; Impfstoff gibt es im Land nur sehr begrenzt, Immunglobuline gar nicht
  • Hirnhautentzündung durch Meningokokkendie meisten Fälle in der Trockenzeit von Dezember bis April
  • Schlechte Luftin den Städten dauerhaft durch offene Müllverbrennung, dazu im ersten Jahresviertel der Staubwind Harmattan

Medizinische VersorgungDie medizinische Versorgung ist im ganzen Land unzureichend, auch in Monrovia.

Einen Rettungsdienst gibt es nirgends — ins Krankenhaus muss man sich selbst bringen, und bezahlt wird fast überall bar. Eine Versicherung mit Rücktransport nach Hause gehört dazu.

KrankenversicherungDie gesetzliche Krankenkasse zahlt hier nichts — ohne Auslandskrankenversicherung trägt man jede Behandlung selbst.

ApothekenIn Apotheken bekommt man die meisten Mittel ohne Rezept.

Der Nachschub ist aber unzuverlässig, und vieles gibt es gar nicht — die eigene Reiseapotheke gehört deshalb ins Gepäck.

Wann ist geschlossen?

Die nächsten zwölf Monate11 Termine, an denen vieles ruht

  • Thanksgiving05. Nov.
  • William V. S. Tubman's Birthday29. Nov.
  • Weihnachten25. Dez.
  • Neujahr01. Jan.
  • Armed Forces Day11. Feb.

Die gesetzlichen Feiertage der nächsten zwölf Monate, auf den Tag genau. Regional kann mehr geschlossen sein, als hier steht.

6 weitere
  • National Decoration Day10. März
  • Joseph Jenkins Roberts Birthday15. März
  • Fast and Prayer Day09. Apr.
  • National Unification Day14. Mai
  • Unabhängigkeitstag26. Juli
  • National Flag Day24. Aug.

date.nager.at

Geschäftlich Nur für Geschäftsreisen

Wie tickt das Geschäftsleben?

Beziehung und Sache

Bis zum Abschluss braucht es Geduld: Behördliche Verfahren dauern lange, und oft sind mehrere Anläufe nötig, bis man den gewünschten Gesprächspartner überhaupt antrifft.

So klingt ein NeinEin direktes „Nein“ auf eine Bitte gilt als unhöflich. Was man stattdessen hört, ist „later“ (später), „tomorrow“ (morgen) oder „I'll try“ (ich versuche es) — das ist die Absage.

HierarchieDen ersten Kontakt stellt der Rangniedrigere her: Er ruft an und geht auf den Ranghöheren zu, nicht umgekehrt.

KommunikationDirekt in der Sache Beim Inhalt klar, in der Form zurückhaltend.

Rahmen und Verhandlung

VerhandelnÜber den Preis wird auch im Geschäft verhandelt, bis beide Seiten einverstanden sind.

In der Sache sagt man offen, was man denkt; wer seinen Punkt ausführlich vorträgt, gilt als guter Redner.

ArbeitswocheMo–Fr 8–17 Uhr, manche Büros Sa vormittags

PünktlichkeitVon Ihnen wird Pünktlichkeit erwartet.

Die Gegenseite kann eine Stunde und mehr später kommen, ohne dass das als Kränkung gemeint ist. Termine fallen auch kurzfristig aus, deshalb ruft man vorher an und bestätigt.

KleidungÜblich sind Anzug und Krawatte oder traditionelle afrikanische Kleidung.

Auch ausländische Gäste dürfen liberianisch gekleidet kommen. Gepflegtes Auftreten gilt als Zeichen von Charakter und Respekt; Hitze und lange Anreise zählen nicht als Entschuldigung.

Wie spricht man sich an?

Man spricht sein Gegenüber mit dem Berufs- oder Amtstitel an, nicht mit dem Vornamen. Im förmlichen Termin wird normales Englisch gesprochen, nicht die Umgangssprache „Kolokwa“.

BegrüßungVor dem Hinsetzen gibt man jedem in der Runde einzeln die Hand.

Im Alltag endet der Handschlag oft mit einem Fingerschnippen, dem „Liberian snap handshake“; im Geschäftstermin bleibt es beim gewöhnlichen Handschlag.

VisitenkarteVisitenkarten gehören dazu und werden auf jeder Veranstaltung verteilt.

Überreicht wird mit einer Hand, und zwar mit der rechten.

Blick und Abstand

BlickkontaktDirekter Blickkontakt ist üblich.

Wie lange er gehalten wird, hängt vom Rang des Gegenübers und von der Vertrautheit ab.

Was zählt beim Geschäftsessen?

Beim Essen mit Geschäftspartnern zahlt man bar in US-Dollar. Selbst größere Hotels und Restaurants nehmen oft keine Karte, und wo sie es tun, scheitert die Zahlung häufig an der Internetverbindung.

SitzordnungBeim Platznehmen haben Frauen Vorrang: Männer stehen für sie auf und überlassen ihnen den Platz.

Was schenkt man?

Im Geschäft heikel

Im GeschäftHeikel — im Zweifel lassen

Ein kleines Geschenk oder Trinkgeld heißt in Liberia „dash“. Das Wort bedeutet Anerkennung für einen Gefallen, kann je nach Lage aber auch Bestechung meinen — deshalb im Amt besser nichts geben.

Auf keinen FallAmtsträgern und Staatsbediensteten schenkt man nichts. Wer im Amt auch nur eine Kleinigkeit annimmt, muss sie binnen sieben Tagen melden. Die vorgesetzte Stelle entscheidet dann, ob er sie behalten darf oder abgeben muss.

Womit tritt man ins Fettnäpfchen?

  • Ohne Rückfrage zum vereinbarten Termin fahrenTermine werden kurzfristig verschoben oder abgesagt. Vor der Abfahrt anrufen — am besten mehrfach und rechtzeitig — spart den vergeblichen Weg.
  • Den Redner unterbrechen oder zur Kürze drängenIm Termin wird ausführlich gesprochen, und wer seinen Punkt gut und lange vorträgt, verschafft sich Gehör. Abkürzen wirkt respektlos.
  • Nur den Ranghöchsten begrüßen und sich dann setzenVor dem Hinsetzen gibt man jedem Anwesenden einzeln die Hand. Visitenkarten reicht man mit einer Hand, und zwar mit der rechten.

Wenn etwas passiert Notruf, Vorwahl und deutsche Vertretung

Angaben ohne Gewähr und ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Verbindlich sind allein die Hinweise des Auswärtigen Amts und die Auskunft der zuständigen Vertretung.