Kamerun Briefing

Sortiert nach dem Ablauf einer Reise: was vorher zu klären ist, was bei der Ankunft zählt, und was vor Ort anders läuft als zu Hause.

Geschäftlich sortiert um und blendet nichts aus.

Lohnt sich die Reise? Sicherheit, Wetter, Kosten

Wie ist die Sicherheitslage?

Teilreisewarnung

Stufe 2 von 3Reisewarnung

Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in bestimmte Gebiete des Landes.

Betroffene Regionen4 von 10

Extrême-Nord · Nord-Ouest · Adamaua · Nord.

Auf der Karte ansehen

Kamerun ist von schweren Sicherheitsrisiken geprägt: In den anglophonen Regionen Nord-West und Süd-West sowie der Extrême-Nord toben bewaffnete Konflikte mit separatistischen Gruppen und islamistischen Terrororganisationen, die Sprengsätze, Überfälle und Entführungen mit sich bringen. Die Grenzgebiete zu Nigeria, Tschad und der Zentralafrikanischen Republik sind ebenfalls unsicher.

GrenzgebieteZu Nigeria und Tschad: Reisewarnung · zu Zentralafrikanische Republik: Teilreisewarnung

StandDas Amt hat die Seite am 08. September 2026 zuletzt geändert

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Hohe Gewaltkriminalität in Großstädten und Entführungsrisiken in nördlichen Landesteilen verschärfen die Lage zusätzlich.

Auswärtiges Amt Ausführliche Lage

Wie ist das Wetter?

Am wärmsten ist es im Februar mit im Mittel 34 °C, am kühlsten im Juli mit 29 °C. Am meisten regnet es Juni bis Oktober. Am trockensten ist es Dezember bis Februar. Das Meer bleibt das ganze Jahr über 22 °C warm.

Gemessen an der Wetterstation Douala, 5 km entfernt.

Alle Zahlen für Douala
Klima-Normalwerte für Douala, Mittel aus zehn Jahren (2015 bis 2024), gemessen an der Wetterstation DOUALA
MonatJanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Tag °C333433333230292930313233
Nacht °C242524242424242324232425
Wasser °C293030303028272727282929
Regentage25914141821252219123
Bewölkung %536582838186929391887457
Luftfeuchte %808286878889909189898782

Mittelwerte aus zehn Jahren (2015–2024), nicht die Vorhersage. Quellen: NOAA (Stationsmessungen) · NASA POWER · NOAA OISST (Wassertemperatur)

Vor dem Abflug Was Wochen vorher erledigt sein will

Was brauche ich zur Einreise?

Reisepass nötig · E-Visum vorab online

ReisepassPersonalausweisKinderreisepassVorläufiger ReisepassVorläufiger PersonalausweisE-Visum nötig

Deutsche Staatsangehörige benötigen für die Einreise ein Visum, das online als E-Visum beantragt werden muss. Nach Prüfung erhält man einen QR-Code.

Amtliche AntragsseiteE-Visum — evisacam.cm, keine andere Adresse.

Vorsicht beim AntragDer Antrag läuft nur über evisacam.cm; am Schalter einer Vertretung nimmt niemand einen an. Die Gebühr wird auch dann nicht erstattet, wenn der Antrag abgelehnt wird. Wer nach der Zahlung eine falsche Abbuchung sieht, meldet sie über das Formular auf claim.evisacam.cm.

GeschäftlichFür Geschäftstermine genügt das E-Visum für einen Kurzaufenthalt; verlangt werden dabei ein Nachweis über den Zweck der Reise und bei Dienstreisen der Dienstauftrag. Wer arbeiten will, braucht ein Langzeitvisum mit einem vom Arbeitsministerium genehmigten Arbeitsvertrag.

GültigkeitReisedokumente müssen im Zeitpunkt der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein und mindestens eine freie Seite haben.

Auswärtiges Amt

Passt mein Stecker?

Typ C
Typ E

Aus Deutschland und ÖsterreichKein Adapter nötig

Aus der SchweizNur flache Stecker

Spannung220 V, wie zu Hause

Steckertypen aus Wikidata

Welche Impfungen braucht man?

Pflichtimpfung nötig

VorgeschriebenGelbfieber-Impfung für alle ab einem Jahr: Der gelbe Impfpass wird bei Ein- und Ausreise verlangt

EmpfohlenHepatitis A, eine Leberentzündung aus Essen und Wasser · Polio (Kinderlähmung) auffrischen · Bei längerem Aufenthalt: Hepatitis B, Typhus, Tollwut, Meningokokken, Denguefieber

Die übliche Empfehlung, keine ärztliche. Was für Sie gilt, klärt eine reisemedizinische Beratung.

Was gehört ins Gepäck?

  • Mückenschutzmittel und ein MoskitonetzMalaria ist ganzjährig im ganzen Land ein hohes Risiko, auch in Jaunde und Duala. Das Auswärtige Amt rät zu Mückenschutzmitteln, langer Kleidung in der Dämmerung und einem Bettnetz für die Nacht.
  • Die eigenen Medikamente in ausreichender MengeIn den Krankenhäusern fehlen immer wieder Medikamente und Verbandsmaterial; beides muss der Patient selbst beschaffen. Verschreibungspflichtige Mittel nimmt man in der Originalpackung mit, dazu eine Kopie des Rezepts.
  • Eine Versicherung mit Rücktransport nach EuropaSchwere Fälle lassen sich im Land nicht behandeln, ein Rücktransport nach Europa wird dann nötig. Krankenhäuser verlangen ausnahmslos Barzahlung im Voraus.
2 weitere
  • Eine Taschenlampe oder StirnlampeStromausfälle kommen im ganzen Land regelmäßig vor und können über acht Stunden dauern. Nicht jedes Gebäude hat einen Generator.
  • Ein Wasserfilter oder EntkeimungsmittelLeitungswasser ist nicht trinkbar. Wegen der Verunreinigungen ist ein kleiner Wasserfilter sinnvoller als chemische Entkeimungsmittel.

Die ersten Stunden Geld, Netz, Fortbewegung

Wie bezahlt man?

Bargeld

Fast alles wird bar bezahlt. Karten nehmen nur bessere Hotels und einzelne Supermärkte an. Kleine Scheine sind knapp und werden fast überall verlangt; große Noten wechseln Supermärkte und Tankstellen.

1 €656 XAF

1.000 XAF1,52 €

Fester Kurs — die Währung ist an den Euro gebunden

TrinkgeldAufrunden

Das Bedienungsgeld steckt normalerweise schon in der Rechnung. Gepäckträger und Hotelpersonal bekommen etwa zehn Prozent. Geld oder Geschenke an Umstehende zu verteilen, fördert dagegen das Betteln.

Als ReisenderIm Alltag bezahlen viele mit den Handy-Diensten „MTN MoMo“ und „Orange Money“. Beide laufen über eine kamerunische Handynummer — ohne kamerunische SIM-Karte kann man sie nicht nutzen.

Abheben und Handeln

Geld abhebenGeldautomaten stehen in den größeren Städten, außerhalb kaum.

Visa-Karten nehmen fast alle Automaten, Mastercard nicht überall. Eine Bargeldreserve sollte man immer behalten, weil auch Automaten in der Stadt ausfallen oder leer sind.

HandelnFast überall außerhalb von Supermärkten

Vorher besorgenEuro-Scheine in bar mitnehmen.

Banken tauschen Euro am einfachsten und ohne Gebühr in CFA-Franc um. Auf der Straße sollte man nicht tauschen: Dort kommt es zu Betrug und Überfällen.

Handy, Netz und Apps: Was braucht man?

Braucht man

CMR Customs Declaration AppDie Zollerklärung für die Einreise schon zu Hause ausfüllen. Die App erzeugt einen QR-Code, den man am Flughafen vorzeigt; sie arbeitet auch ohne Netz.

Praktisch

YangoIn Duala und Jaunde ein Taxi oder ein Motorradtaxi bestellen, statt eines auf der Straße anzuhalten. Der Preis steht vor der Fahrt fest, bezahlt wird bar.WhatsAppFür Nachrichten und Anrufe reicht die Bandbreite der kamerunischen Mobilfunknetze aus, in den Städten wie außerhalb.

Mit der eigenen SIM-Karte im Roaming gibt es kein Problem. Wer aber eine kamerunische SIM-Karte ins mitgebrachte Handy steckt, riskiert eine Sperre. Der Zoll erkennt jedes Gerät an seiner Gerätenummer (IMEI) und sperrt unverzollte Handys.

Mobilfunknetzin Städten gut

Wie kommt man herum?

Taxis in den Städten fahren wie Sammelbusse und nehmen unterwegs weitere Fahrgäste auf. Das Auswärtige Amt rät, sie nicht auf der Straße anzuhalten, sondern über das Hotel zu bestellen. Außerhalb der Städte ersetzen Motorradtaxis die Autotaxis.

Bezahlen unterwegsTaxis, Motorradtaxis und Fernbusse nehmen nur Bargeld. Kleine Scheine bereithalten: Sie werden fast überall verlangt und sind schwer zu bekommen.

FührerscheinDer internationale Führerschein ist erforderlich und nur in Verbindung mit dem nationalen deutschen Führerschein gültig.

Roller und MotorradJedes Motorradtaxi („Bendskin“) muss zwei Helme dabeihaben, einen für den Fahrer und einen für den Fahrgast. Der Fahrer muss außerdem eine Weste in der Farbe tragen, die seine Gemeinde vorgibt.

In der PraxisKontrollen von Polizei und Gendarmerie (Militärpolizei) sind häufig. Wer zu einer Zahlung an Ort und Stelle aufgefordert wird, verlangt einen schriftlichen Bescheid über den Vorwurf und zahlt bei Gericht. Beschwerden über Polizeischikanen nimmt die Polizei unter 1500 entgegen.

Was fährt

Die Hauptverkehrsmittel in Kamerun sind Busse, Taxis, Pkw, Lkw sowie Kräder. Taxis und Motorräder fahren individuelle Ziele an, Busse fahren feste Linien ab.

Wikivoyage · CC BY-SA · Auswärtiges Amt

Vor Ort Verhalten, Gespräch, Essen, Gesundheit

Welche Sprache spricht man?

Französisch und Englisch

EnglischIn Städten

Englisch ist Amtssprache, Alltagssprache aber nur in den Regionen Nord-Ouest und Sud-Ouest. In den anderen acht Regionen kommt man mit Französisch weiter. In Hotels und Restaurants der großen Städte versteht das Personal meist beides.

6 Wörter, die weiterhelfen
Guten Tag bonschur Bonjour
Wie geht es? ßa wa Ça va ?
Danke merßi Merci
Gut gekühlt — so bestellt man ein kaltes Getränk bien glacée
Die Zugabe, um die man am Ende des Handelns bittet lö kado le cadeau
Motorradtaxi moto

Die Lautschrift spricht man, die Landesschrift zeigt man — am Taxifenster oder am Schalter.

Worauf muss man achten?

  • Zuerst grüßen, und zwar ausführlichEin Gespräch beginnt mit dem Gruß und mit Fragen nach Gesundheit und Familie. Wer gleich zur Sache kommt, gilt als ausgesprochen unhöflich.
  • Den Ältesten in der Runde zuerst begrüßenÄltere gehen zuerst durch die Tür und bekommen im Bus den Sitzplatz. Beim Gruß senkt man den Kopf leicht; wer einem Älteren fest in die Augen sieht, wirkt respektlos.
  • Beim Händedruck und beim Überreichen nur die rechte HandDie linke Hand gilt als unrein. Etwas mit ihr zu reichen, gilt als unhöflich.

Für LGBTIQ-ReisendeIn Kamerun sind homosexuelle Handlungen nach Artikel 347 des Strafgesetzbuches mit Gefängnisstrafen von sechs Monaten bis zu fünf Jahren belegt. In der Praxis werden homosexuelle Handlungen nicht systematisch, jedoch in Einzelfällen strafrechtlich verfolgt. Dies kann auch Ausländer betreffen.

Allein reisende FrauenAllein reisende Frauen können nach Angaben des kanadischen Außenministeriums Belästigungen oder verbalen Übergriffen ausgesetzt sein.

5 weitere Regeln
  • Im Dorf zuerst zum DorfchefWer in ein Dorf kommt, begrüßt zuerst den Dorfchef und lässt sich von ihm oder seiner Vertretung herumführen.
  • Nach dem nächsten bekannten Gebäude fragen, nicht nach der StraßeStraßennamen gibt es zwar, aber kaum jemand kennt sie. Dem Taxifahrer nennt man ein Wahrzeichen in der Nähe — eine bestimmte Apotheke, ein Kommissariat, einen Markt.
  • Eine beglaubigte Passkopie als Ausweis nutzenEine Polizeidienststelle beglaubigt die Kopie der Passseiten mit dem Visum, und die deutsche Botschaft in Jaunde bietet das ebenfalls an. Der Pass bleibt dann im Hotelsafe.
  • Vor jedem Foto von Menschen um Erlaubnis fragenOhne Einwilligung zu fotografieren, führt schnell zu ernstem Streit. Gefragt wird die Erlaubnis fast immer gegeben, manchmal gegen ein kleines Trinkgeld oder ein Getränk.
  • Nach einem Unfall im Auto sitzen bleibenBei einem Unfall sammelt sich schnell eine Menschenmenge. Man bleibt im Fahrzeug und wartet auf die Polizei; wegzufahren, bevor sie da ist, ist verboten. Die Ausnahme: Wer sich bedroht fühlt, fährt zur nächsten Polizeiwache und meldet den Unfall dort.

Auswärtiges Amt

Was ist verboten?

  • Militär, Polizei, Flughäfen, Häfen und Brücken fotografierenFür offizielle Gebäude wie Ministerien und Präsidentenpaläste, für Flughäfen, Häfen, Brücken, militärische Einrichtungen, Polizeistationen und Telekommunikationsanlagen gilt ein Fotografierverbot, das streng durchgesetzt wird.
  • Die Wagenkolonne des Präsidenten fotografierenAuch Fahrzeugkolonnen, vor allem die des Staatspräsidenten, darf man nicht aufnehmen. Nähert sich eine solche Kolonne, müssen Fußgänger sich mit dem Rücken zur Straße stellen.
  • Tarnkleidung oder Uniformteile tragenUniformen und Tarnmuster sind für Zivilisten verboten; ausgenommen sind nur Angehörige der Streitkräfte. Als mögliche Folgen nennt das britische Außenministerium Geldstrafe und Haft.

Verbindlich ist allein die Auskunft der zuständigen Vertretung.

6 weitere
  • Den Präsidenten oder seine Familie beleidigenDas ist gesetzlich verboten und strafbar. Über den Präsidenten und die Regierung spricht man in der Öffentlichkeit besser gar nicht, vor allem nicht vor Polizisten und Soldaten.
  • Wasserpfeife rauchenVerkauf und Konsum der Wasserpfeife („Chicha“) sind landesweit verboten. In Bars und Supermärkten wird sie trotzdem angeboten — das ändert nichts am Verbot.
  • Eine Drohne fliegen lassenDrohnenflüge brauchen vorher eine Genehmigung der Zivilluftfahrtbehörde CCAA. Wer keine hat, darf nicht fliegen. Der Antrag geht an den Generaldirektor der Behörde.
  • Geschützte Wildtiere oder Teile von ihnen kaufenOhne Lizenz darf man geschützte Wildtiere weder kaufen noch verkaufen, töten oder fangen und auch nicht mit ihren Teilen handeln. Wer dabei erwischt wird, dem drohen Haft oder Geldstrafe.
  • Ohne Ausweis unterwegs seinEinen Ausweis muss man immer dabeihaben. Es genügt eine Kopie der Passseiten mit dem Visum, wenn eine Polizeidienststelle sie beglaubigt hat. Ohne Ausweis darf die Polizei einen festhalten.
  • Mit mehr als 0,8 Promille Alkohol im Blut fahrenDie Grenze liegt bei 0,8 Promille, in Deutschland sind es 0,5. Alkohol am Steuer ist verbreitet; das Auswärtige Amt rät ohnehin davon ab, nachts über Land zu fahren.

Wo darf man rauchen?

Nur an bestimmten Orten verboten

Rauchverbote gelten nur in Schulen, Universitäten, Ministerien und staatlichen Krankenhäusern. In Restaurants, Bars, Hotels und in Bussen, Zügen und Taxis gibt es kein gesetzliches Rauchverbot.

E-ZigarettenE-Zigaretten sind nicht verboten. Für das Dampfen in der Öffentlichkeit gibt es keine eigene Regel.

VerbreitungGeraucht wird wenig.

Unter allen Erwachsenen raucht etwa jeder zwanzigste, unter Männern etwa jeder elfte, unter Frauen fast niemand.

Worüber spricht man?

Gute Themen

  • Fußball — die Nationalmannschaft heißt „Lions indomptables“, die unbezähmbaren Löwen
  • Die Familie: Wie es den Kindern, den Eltern und den Geschwistern geht
  • Woher der andere stammt — einen Gendarmen (Militärpolizist) danach zu fragen, stimmt ihn freundlich
  • Das Essen: „Ndolé“ (Eintopf aus bitteren Blättern) und „Poulet DG“ (Huhn mit gebratenen Kochbananen)
  • Musik: „Makossa“, die Tanzmusik der Städte, und „Bikutsi“ aus dem Süden des Landes
  • Religion — das Land ist von Gesetzes wegen weltlich, und über den Glauben spricht man offen
Besser nicht
  • Präsident Paul Biya und seine Familie — ihn zu beleidigen, ist strafbar
  • Der Konflikt um die englischsprachigen Regionen und „Ambazonia“ (so nennen Separatisten ihren Wunschstaat)
  • Die Regierung in der Öffentlichkeit zu kritisieren, kommt schlecht an, vor allem vor Polizisten und Soldaten
Gesten, Humor, Abstand

GestenJemanden direkt mit der Hand heranzuwinken, gilt als Zurechtweisung.

Das gilt auch dann, wenn er aus Ihrer Sicht etwas falsch gemacht hat.

Wie isst und trinkt man?

  • Mit der rechten Hand essenBei Einheimischen und in einfachen Lokalen isst man mit der Hand. Die linke Hand gilt als unrein und bleibt dabei weg.
  • Auf dem Markt in Haufen und Bechern kaufen, nicht in KiloObst und Gemüse gibt es im Haufen („un tas“), Erdnüsse, Reis und Gewürze im Becher („un goblet“), Bananen in der ganzen Staude („un régime“) oder als einzelne Frucht.
Höflich ablehnen

EssenEine Einladung zum Essen auszuschlagen, gilt als unhöflich.

Wer nicht kann oder mag, schiebt einen verdorbenen Magen vor — das wird angenommen.

LeitungswasserLeitungswasser ist nicht trinkbar, auch nicht in Restaurants.

Am besten kauft man Flaschenwasser mit Kohlensäure: Daran erkennt man, ob eine Flasche schon einmal offen war.

Alkohol, vegetarisch, weitere Regeln
  • „Ndolé“ probieren, das NationalgerichtEin Eintopf aus bitteren Blättern mit Erdnüssen. Dazu isst man „Bobolo“ — gestampften, vergorenen Maniok, im Blatt gedämpft.
  • Kein Buschfleisch bestellenUnter „Viande de brousse“ (Buschfleisch) kommen auch geschützte Tiere wie Schuppentiere und Menschenaffen auf den Teller. Geschützte Arten ohne Lizenz zu kaufen, ist verboten.
  • Getränke ausdrücklich gekühlt bestellenWer sein Getränk kalt haben möchte, bestellt es „bien glacée“ (gut gekühlt).

AlkoholBier gibt es überall, die Flaschen fassen 0,66 Liter.

Vom selbstgebrannten „Odontol“ (Schnaps aus Palmwein und Getreide) lässt man besser die Finger: Er ist verboten, wird aber als Medizin geduldet, und am enthaltenen Methanol erblinden und sterben immer wieder Menschen.

Was ist gesundheitlich zu beachten?

  • Malaria, das ganze Jahr über und im ganzen LandAuch in Jaunde und Duala. Fast alle Fälle sind die gefährliche Form Malaria tropica. Neben dem Mückenschutz ist deshalb eine Tablettenvorbeugung sinnvoll, über die eine reisemedizinische Beratung entscheidet.
  • Cholera, ein schwerer Durchfall aus unsauberem WasserKommt im ganzen Land vor, besonders im Norden und in Duala. Übertragen wird sie über ungenügend aufbereitetes Trinkwasser und rohe Lebensmittel.
  • Meningokokken-Krankheit, eine bakterielle HirnhautentzündungIm Norden und teils im Nordwesten, vor allem während der Trockenzeit.
Versorgung und Apotheke

Für die Reise nach Kamerun ist eine Gelbfieberimpfung notwendig. Diese Impfung ist seit 2017 lebenslang gültig (Eintragung im internationalen Impfausweis). Früher waren es zehn Jahre. Es ist nicht klar, inwieweit sich die Änderung an abgelegene Grenzen herumgesprochen hat. Dieser ist bei Beantragung des Visums sowie bei der Einreise vorzuzeigen. Zudem muss man, wenn man sich vier Wochen oder länger im Land aufgehalten hat, bei der Ausreise nachweisen, dass man gegen Polio (Kinderlähmung) geimpft ist.

  • Denguefieber, ein Fieber mit starken GliederschmerzenVor allem in den Küstenregionen. Die Mücken stechen tagsüber, der Schutz muss also auch am Tag sitzen.
  • Bilharziose, ein Wurmbefall aus SüßwasserBeim Baden in Seen und Flüssen. Das Auswärtige Amt rät, überhaupt nicht in Süßwassergewässern zu baden.
  • Maden in Wäsche, die im Freien getrocknet istEine Fliege legt ihre Eier auf hängende Wäsche; die Maden bohren sich bei Hautkontakt in die Haut. Wäsche drinnen trocknen oder gründlich bügeln.
  • Giftige Gase aus den Kraterseen Nyos und MonoumAus diesen Seen und möglicherweise aus weiteren können Gase austreten, die innerhalb weniger Minuten zum Tod führen.

Medizinische VersorgungDie Versorgung ist in Jaunde und Duala am besten.

Europäischen Standard erreicht sie nirgends im Land. Krankenhäuser verlangen ausnahmslos Barzahlung im Voraus, und Medikamente und Verbandsmaterial muss der Patient selbst beschaffen.

KrankenversicherungDie gesetzliche Krankenkasse zahlt hier nichts — ohne Auslandskrankenversicherung trägt man jede Behandlung selbst.

ApothekenIn den größeren Städten führen Apotheken die wichtigen Medikamente.

Sie stammen meist aus französischer Produktion, deshalb sucht man den französischen Namen seines Wirkstoffs vorher heraus. An jeder Apotheke hängt ein Hinweis auf den Nachtdienst.

Wikivoyage · CC BY-SA

Wann ist geschlossen?

Die nächsten zwölf Monate8 Termine, an denen vieles ruht

  • Weihnachten25. Dez.
  • Neujahr01. Jan.
  • Youth Day11. Feb.
  • Karfreitag26. März
  • Tag der Arbeit01. Mai

Die gesetzlichen Feiertage der nächsten zwölf Monate, auf den Tag genau. Regional kann mehr geschlossen sein, als hier steht.

3 weitere
  • Christi Himmelfahrt06. Mai
  • Nationalfeiertag20. Mai
  • Mariä Himmelfahrt15. Aug.

date.nager.at

Geschäftlich Nur für Geschäftsreisen

Wie tickt das Geschäftsleben?

Beziehung vor Vertrag

Vor den Zahlen steht das Kennenlernen. Entschieden wird dann an der Spitze: Die Runde berät, unterschrieben wird oben. Schriftlicher Austausch allein trägt wenig — wer dazu persönlich vorbeikommt, kommt schneller voran.

So klingt ein NeinWiderspruch fällt nicht vor der Runde. Ein Einwand kommt hinterher unter vier Augen und in Worten, die den anderen schonen. Wo ein Streit festhängt, schaltet man einen angesehenen Dritten als Vermittler ein, statt ihn offen auszutragen.

HierarchieAlter, Rang und Titel bestimmen die Reihenfolge.

Für eine Entscheidung wendet man sich an den Ranghöchsten. Neben Firmen und Behörden haben auch die traditionellen Herrscher Gewicht: die Häuptlingssitze im Westhochland und die Fürstentümer im Norden.

KommunikationIndirekt Ablehnung kommt als Zögern oder Ausweichen — ein „schwierig" ist ein Nein.

Rahmen und Verhandlung

VerhandelnEin Abschluss braucht Geduld und Hartnäckigkeit.

Das Tempo ist ein anderes als in Europa: Mehrere Besuche und mehrere Runden sind normal, weil erst Vertrauen entstehen muss und danach mehrere Ebenen zustimmen.

ArbeitswocheMo–Sa, gesetzlich 40 Stunden; Behörden Mo–Fr 7.30–15.30 Uhr durchgehend, Firmen 8–18 Uhr

PünktlichkeitVon Ihnen wird Pünktlichkeit erwartet, besonders bei Banken, Behörden und internationalen Firmen.

Umgekehrt beginnen Termine oft später als vereinbart; der dichte Verkehr in Duala ist der häufigste Grund.

KleidungIn Büros, Behörden, guten Hotels und Lokalen trägt man Geschäftskleidung.

Kurze Hosen, Flip-Flops, ärmellose Shirts und Badekleidung sind dort fehl am Platz.

Wie spricht man sich an?

Titel und förmliche Anrede zählen. Angesprochen wird mit „Monsieur“ oder „Madame“ und dem Nachnamen, wer einen Amtstitel führt, mit diesem Titel. In den englischsprachigen Regionen gilt dasselbe auf Englisch. Je älter oder ranghöher der andere, desto förmlicher.

BegrüßungBegrüßt wird mit einem Handschlag.

In den französischsprachigen Regionen kommen unter Bekannten Wangenküsschen dazu. Gereicht wird die rechte Hand; in einer Runde grüßt man den Ältesten zuerst.

VisitenkarteDie Karte überreicht man mit der rechten Hand oder mit beiden Händen.

Auf die Rückseite gehört eine Übersetzung: Französisch für den größten Teil des Landes, Englisch für die Regionen Nord-Ouest und Sud-Ouest.

Blick und Abstand

BlickkontaktWer beim Zuhören den Blick senkt, zeigt damit Respekt vor Alter und Rang, nicht Desinteresse.

Einem Ranghöheren fest in die Augen zu sehen, gilt als unhöflich.

Was zählt beim Geschäftsessen?

Einladungen zum Essen sind häufig. Bei besonderen Anlässen kommt „Poulet DG“ auf den Tisch — „Huhn Generaldirektor“, Hähnchen mit gebratenen Kochbananen und Gemüse. Den Namen trägt es, weil sich das Gericht früher nur Generaldirektoren leisten konnten.

Was schenkt man?

Es wird keines erwartet

Im GeschäftWird nicht erwartet

Kleine, respektvolle Aufmerksamkeiten kommen gut an.

Kleine, respektvolle Aufmerksamkeiten kommen gut an, verlangt werden sie nicht. Wer zu einer Einladung nach Hause kommt, bringt eine Kleinigkeit mit.

Auf keinen Fall

  • GeldGeld wird nicht verschenkt, auch nicht als Dank für eine Einladung.

RahmenKlein

ÜbergabeÜberreicht wird mit der rechten Hand oder mit beiden Händen.

Etwas mit der linken Hand zu reichen, gilt als unhöflich.

Womit tritt man ins Fettnäpfchen?

  • Dieselbe Rechtslage im ganzen Land annehmenIn den acht französischsprachigen Regionen gilt französisch geprägtes Recht, in Nord-Ouest und Sud-Ouest englisches Richterrecht. Für Geschäfte gilt darüber hinaus das gemeinsame Wirtschaftsrecht der OHADA, eines Verbunds afrikanischer Staaten.
  • Eine Gmail- oder Yahoo-Adresse für unseriös haltenAuch Firmen mit eigener Internetseite und sogar Behörden arbeiten oft mit frei zugänglichen Mailadressen. Über die Ernsthaftigkeit des Gegenübers sagt das nichts.
  • Sich darauf verlassen, dass Englisch reichtGeschäftssprache ist in acht der zehn Regionen Französisch, auch in Jaunde. Englisch trägt in Nord-Ouest und Sud-Ouest sowie in Hotels der großen Städte. Unterlagen bringt man in der Sprache der Region mit.

Wenn etwas passiert Notruf, Vorwahl und deutsche Vertretung

Angaben ohne Gewähr und ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Verbindlich sind allein die Hinweise des Auswärtigen Amts und die Auskunft der zuständigen Vertretung.