Bolivien Briefing

Sortiert nach dem Ablauf einer Reise: was vorher zu klären ist, was bei der Ankunft zählt, und was vor Ort anders läuft als zu Hause.

Geschäftlich sortiert um und blendet nichts aus.

Lohnt sich die Reise? Sicherheit, Wetter, Kosten

Wie ist die Sicherheitslage?

Einschränkungen

Stufe 1 von 3Reisewarnung

Das Auswärtige Amt rät von Reisen in einzelne Gebiete ab, zum Beispiel in Grenzregionen. Für den Rest des Landes gilt das nicht.

Betroffene Regionen2 von 9

Departamento Cochabamba · Departamento Santa Cruz.

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Aktuell beim Auswärtigen Amt

Ausnahmezustand

Bolivien ist von sozialen Unruhen, Straßenblockaden und Versorgungsengpässen betroffen, insbesondere in der Region Chapare (Cochabamba), wo dringend von Reisen abgeraten wird. Die Grenzregion zu Brasilien (Santa Cruz) ist ebenfalls problematisch. Gewaltkriminalität, bewaffnete Überfälle, Entführungen und Drogenbanden-Aktivitäten sind in mehreren Regionen dokumentiert.

GrenzgebieteZu Brasilien: Teilreisewarnung

StandDas Amt hat die Seite am 04. September 2026 zuletzt geändert

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Waldbrände, Überschwemmungen und Erdrutsche in der Regenzeit stellen zusätzliche Naturgefahren dar.

Auswärtiges Amt Ausführliche Lage

Wie ist das Wetter?

Am wärmsten ist es im November mit im Mittel 18 °C, am kühlsten im Juni mit 15 °C. Am meisten regnet es Dezember bis März. Am trockensten ist es Mai bis August.

Gemessen an der Wetterstation El Alto Intl, 8 km entfernt.

Alle Zahlen für La Paz
Klima-Normalwerte für La Paz, Mittel aus zehn Jahren (2015 bis 2024), gemessen an der Wetterstation EL ALTO INTL
MonatJanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Tag °C161616161615161617171817
Nacht °C4441-2-4-4-3-1134
Regentage1716138311168913
Bewölkung %757768493529262837485773
Luftfeuchte %808383797371706872727277

Mittelwerte aus zehn Jahren (2015–2024), nicht die Vorhersage. Quellen: NOAA (Stationsmessungen) · NASA POWER

Was kostet ein Tag?

Günstiger als Deutschland

Richtwerte pro Person und Tag ohne Anreise.

Sparsam Hostel oder einfaches Zimmer, Garküche, Bus 25 €
Mittel Mittelklassehotel, Restaurant, gelegentlich Taxi 55 €
Komfort Gutes Hotel, gehobene Küche, Mietwagen oder Fahrer 110 €

Alle Länder auf derselben Skala bis 320 €, damit die Balken zwischen zwei Briefings vergleichbar sind. Der senkrechte Strich ist Deutschland: 50 · 110 · 220 € am Tag.

Vor dem Abflug Was Wochen vorher erledigt sein will

Was brauche ich zur Einreise?

Reisepass nötig · Visumfrei bis 90 Tage

ReisepassPersonalausweisKinderreisepassVorläufiger ReisepassVorläufiger Personalausweis

Deutsche Staatsangehörige benötigen für die Einreise und einen touristischen Aufenthalt bis zu 90 Tage pro Kalenderjahr kein Visum. Mehrfache Ein- und Ausreisen sind gestattet.

GeschäftlichWer ohne Visum einreist, gilt als Tourist: erlaubt sind nur Erholung und Freizeit. Für Investitionen und Geschäfte gibt es die „Visa Múltiple“ (Mehrfachvisum). Für alles andere außerhalb des Tourismus gilt die „Visa de Objeto Determinado“ (Visum für einen festen Zweck).

GültigkeitReisedokumente müssen zum Zeitpunkt der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein.

Auswärtiges Amt

Passt mein Stecker?

Nur flache Stecker

Der flache Eurostecker passt — Ladegerät, Laptop und Rasierer laden also. Alles mit Schutzkontakt braucht einen Adapter.

Typ A
Typ C

Spannung230 V, wie zu Hause

Steckertypen von Hand geprüft

Welche Impfungen braucht man?

Pflicht nur in bestimmten Fällen

VorgeschriebenGelbfieberimpfung nur bei Reisen in die Gelbfiebergebiete im Tiefland · gilt nur für: Beni, Pando, Teile von Chuquisaca, La Paz, Cochabamba, Tarija, Santa Cruz

EmpfohlenHepatitis A · Gelbfieber für Gebiete östlich der Anden unter 2.300 Metern · Nach ärztlicher Beratung Tollwut, Hepatitis B, Dengue und Chikungunya

Die übliche Empfehlung, keine ärztliche. Was für Sie gilt, klärt eine reisemedizinische Beratung.

Was gehört ins Gepäck?

  • Sonnenhut, Brille, hoher LichtschutzIm Hochland und auf der Salzwüste („Salar“) ist die UV-Strahlung ein Vielfaches der am Meer. Das Auswärtige Amt nennt kurz- und langfristige Haut- und Augenschäden.
  • Warme Kleidung und Proviant ins HandgepäckAuf dem Hochland „Altiplano“ fällt die Temperatur nachts an den Gefrierpunkt, Nachtbusse werden trotz Heizung kalt. Bei Straßenblockaden rät das Auswärtige Amt zu Essen, Trinken und warmer Kleidung.
  • Medikamente gegen die HöhenkrankheitMedikamente gegen die Höhenkrankheit sind in Bolivien verschreibungspflichtig. Das Auswärtige Amt rät, sie aus Deutschland mitzubringen.
3 weitere
  • Versicherung mit Krankentransport ins AuslandDie Kosten einer Behandlung muss man zunächst selbst bezahlen. Gebirgsrettung gibt es nur eingeschränkt, Rettungsflüge sind vielerorts nicht möglich.
  • Bargeld in Dollar- oder EuroscheinenAm Automaten gibt es nur die Landeswährung Boliviano zum amtlichen Kurs. Wechselstuben nehmen Dollar fast überall, Euro nur in größeren Städten.
  • Mückenschutz und MoskitonetzIm Tiefland übertragen Mücken ganzjährig Dengue, Chikungunya, Zika und Oropouche. Für die Nacht rät das Auswärtige Amt zu Bettnetzen.

Die ersten Stunden Geld, Netz, Fortbewegung

Wie bezahlt man?

Bargeld · Karte

Gewechselt wird in der Wechselstube, nicht auf der Straße. Das Auswärtige Amt nennt Abheben und Kartenzahlung in größeren Städten unproblematisch; das britische Außenministerium spricht von einer Dollarknappheit im Land.

Trinkgeld5–10 %

Fünf bis zehn Prozent in gehobenen Restaurants und Hotels. Beim Taxi ist Trinkgeld unüblich.

Abheben und Handeln

Geld abhebenAutomaten zahlen nur die Landeswährung Boliviano aus und rechnen zum amtlichen Kurs ab.

In größeren Städten stehen auch Automaten, die ausländische Karten annehmen; sie funktionieren aber nicht immer.

HandelnFeste Preise, Handeln wäre unangenehm

Vorher besorgenBargeld in Dollar- oder Euroscheinen.

US-Dollar wechselt man auch in kleineren Städten, Euro nehmen deutlich weniger Wechselstuben an.

Handy, Netz und Apps: Was braucht man?

Braucht man

WhatsAppDer übliche Weg, Unterkünfte, Anbieter und Geschäftspartner zu erreichen — oft statt E-Mail.

Praktisch

Google ÜbersetzerSprachpaket vorher laden, dann geht es offline

Wer eine bolivianische SIM länger als drei Tage nutzt, muss das Gerät beim Anbieter registrieren lassen, sonst wird der Dienst gesperrt. Das Handy darf dafür nicht an einen bestimmten Netzbetreiber gebunden sein.

Mobilfunknetzin Städten gut

Wie kommt man herum?

Bus und Bahn: deutlich billiger als in Deutschland

In La Paz fährt man mit der Seilbahn „Teleférico“ und dem Stadtbus „Puma Katari“. Benzin und Diesel sind im Land immer wieder knapp. Dann fahren auch Überlandbusse und der Nahverkehr seltener.

Fahrpreisedeutlich billiger als in Deutschland

Bezahlen unterwegsKleine Scheine bereithalten: Scheine über 50 Bolivianos wechseln kleine Läden und Straßenstände oft nicht.

FührerscheinDer internationale Führerschein ist erforderlich und nur in Verbindung mit dem nationalen deutschen Führerschein gültig.

Roller und MotorradAuf Motorrad und Roller gilt Helmpflicht für Fahrer und Beifahrer. Hat das Fahrzeug keine Windschutzscheibe, kommt ein Augenschutz dazu. Auf Gehwegen haben Zweiräder nichts zu suchen.

In der PraxisManche Tankstellen verkaufen nicht an ausländische Fahrzeuge: Für sie galt früher ein höherer Preis, und nicht jeder Betreiber weiß, dass der Aufschlag weg ist. Nach einem Unfall mit Personenschaden kommt der Fahrer unabhängig von der Schuldfrage zunächst in Untersuchungshaft.

Was fährt

Reisen ist in Bolivien zu Land sehr günstig. Oftmals kommt man für einige Euros mehrere hundert Kilometer weit. Jedoch sollte man einiges an Zeit mitbringen. Es kann in der Regenzeit auch vorkommen, dass für 300 Kilometer zehn Stunden gebraucht werden.

Wikivoyage · CC BY-SA · Auswärtiges Amt

Vor Ort Verhalten, Gespräch, Essen, Gesundheit

Welche Sprache spricht man?

Spanisch, Quechua, Aymara, Guaraní

EnglischWenig verbreitet

Englisch ist selbst in den Stadtzentren selten, im Alltag kommt man ohne Spanisch kaum aus. Auch Polizisten sprechen meist kein Englisch.

8 Wörter, die weiterhelfen
Mittagsmenü mit mehreren Gängen almuerzo
Gefüllte Teigtasche salteña
Scharfe Tischsoße llajwa
Kokatee mate de coca
Höhenkrankheit soroche
Darf ich Sie fotografieren? Puedo sacar una foto de Usted?
Maisbier aus vergorenem Mais chicha
Traubenbrand singani

Wer unsicher ist, zeigt das Wort — am Taxifenster oder am Schalter.

Worauf muss man achten?

  • Vor dem Foto fragenViele lassen sich ungern fotografieren. Ein paar Münzen bereitzuhalten hilft, kann aber auch als Kränkung ankommen.
  • Nicht Indios sagenDer Begriff gilt als rassistisch. Üblich ist „indígenas“ für die indigene Bevölkerung, auf dem Land „campesinos“ für die Leute vom Land — oder gleich Aymara, Quechua, Guaraní.
  • Am Ankunftstag langsam machenLa Paz beginnt auf 3.600 Metern, der Flughafen liegt auf 4.070. Anstrengung und Alkohol in den ersten Tagen meiden.

Für LGBTIQ-ReisendeDie bolivianische Verfassung schließt eine Diskriminierung aufgrund der sexuellen Neigung aus. Die gesellschaftliche Akzeptanz von Homosexualität wächst, trotzdem sind große Teile der Bevölkerung eher konservativ eingestellt und es kann zu Diskriminierungen aufgrund von sexueller Orientierung und Genderidentität kommen.

Allein reisende FrauenDas britische Außenministerium berichtet von Vergewaltigungen und sexuellen Übergriffen in Clubs und Hostels. Es rät, bei Ansprache durch Fremde zurückhaltend zu bleiben und das Zimmer abzuschließen.

5 weitere Regeln
  • Älteren den Vortritt lassenIm Bus steht man für sie auf, an der Taxischlange lässt man sie vor. Angesprochen wird mit Señor oder Señora.
  • Leise bleibenLaut werden oder auffahren gilt als verpönt. Ungeduld und ständiges Nachhaken schaden mehr, als sie nützen.
  • Ein Schluck für die Erdgöttin PachamamaVor und nach dem Trinken von „Chicha“ (Maisbier) schüttet man etwas auf den Boden — ein Opfer für die Erdgöttin Pachamama.
  • Auf der Straße grüßenAuch Fremde und Vorbeigehende grüßt man; ein „buenos días“ (guten Tag) genügt.
  • Kein Busticket mit dem Vermerk „condicionado“„Condicionado“ heißt „mit Vorbehalt“: Die Gesellschaft garantiert die Ankunft am Ziel nicht — bei einer Blockade endet die Fahrt unterwegs.

Auswärtiges Amt

Was ist verboten?

  • Alkohol in der Öffentlichkeit trinkenDas Gesetz verbietet es auf der Straße, in Parks, bei Sportveranstaltungen, an Kliniken und Schulen und im Inneren von Fahrzeugen. Für Volks- und Patronatsfeste kann die Gemeinde eine Ausnahme erteilen.
  • Am Wahltag Auto fahrenFahren dürfen nur Fahrzeuge mit Genehmigung der Wahlbehörde. Von 48 Stunden vor der Wahl bis zum Mittag danach wird außerdem kein Alkohol ausgeschenkt oder getrunken.
  • Angetrunken ans SteuerDie Grenze liegt bei 0,5 Promille. Alkohol im Fahrzeug zu trinken ist eine eigene Ordnungswidrigkeit und trifft auch Mitfahrer, im Privatwagen wie im öffentlichen Verkehr.

Verbindlich ist allein die Auskunft der zuständigen Vertretung.

7 weitere
  • Drohne ohne RegistrierungAb 200 Gramm Startgewicht braucht die Drohne eine Registriernummer der Luftfahrtbehörde DGAC, sichtbar am Gerät. Nicht fliegen darf sie über Militär, Polizei und Gefängnisse, über dem Regierungspalast und im Umkreis von drei Seemeilen um Flughäfen.
  • Archäologisches oder Fossilien kaufenAlte Fundstücke aus Ausgrabungen und Fossilien gehören dem Staat; Kauf, Verkauf und dauerhafte Ausfuhr sind verboten. Neu gefertigte Textilien, Keramik und Metallarbeiten bleiben erlaubt.
  • Militär und Polizei fotografierenVon militärischen und polizeilichen Einrichtungen dürfen keine Aufnahmen gemacht werden. In den Koka-Anbaugebieten Chapare und Yungas macht schon eine Kamera verdächtig.
  • Drogen im GepäckNach bolivianischem Recht gilt jede Menge als Handel, die Mindeststrafe beträgt acht Jahre. Vor jedem internationalen Abflug durchsucht die Drogenpolizei Hand- und Aufgabegepäck, auch mit Spürhund.
  • Gefängnistouren mitmachenDas britische Außenministerium nennt Gefängnistouren illegal und unsicher. Für die Sicherheit im Gefängnis gibt es keinerlei Gewähr.
  • In eine illegale Bar gehenWer dort von der Polizei angetroffen wird, kann zur Vernehmung festgehalten werden, erst recht wenn Drogen gefunden werden. Legale Bars schließen um drei Uhr.
  • Ohne Ausweis unterwegs seinEs gilt Ausweispflicht; wer bei einer Kontrolle nichts vorzeigt, wird bis zur Klärung der Identität festgehalten. Eine Kopie der Passseite mit dem Einreisestempel genügt, den Pass selbst lässt man an einem sicheren Ort.

Wo darf man rauchen?

Drinnen und vielerorts draußen verboten

Rauchen ist verboten in geschlossenen öffentlichen Räumen und Arbeitsstätten, in Hotels und Lokalen auch im Freien. Dazu kommen Schutzgebiete, Waldgebiete, Tourismuszonen und ein Streifen von 100 Metern rund um Gewässer.

E-ZigarettenDas Tabakgesetz zählt E-Zigaretten zu den Tabakprodukten. Ob und wie man sie benutzen darf, soll eine eigene Verordnung regeln. Wo Rauchen verboten ist, dampft man besser auch nicht.

VerbreitungGut ein Fünftel der Männer und etwa jede elfte Frau raucht täglich.

Das Gesundheitsministerium nennt das Rauchen eine Endemie, also eine Krankheit, die dauerhaft im Land verbreitet ist.

BußgeldIm geschlossenen öffentlichen Raum bleibt es bei einer schriftlichen Verwarnung.

An Kliniken und Schulen und im Umkreis von 100 Metern wird ein Bußgeld fällig.

Anbieten und Ablehnen

Zigarette anbietenAls Geschenk gehören Zigaretten zur Minenführung in Potosí: Die Tour beginnt auf dem Minenmarkt, wo man Kokablätter, Getränke und Zigaretten für die Bergleute kauft.

Worüber spricht man?

Gute Themen

  • Der Karneval von Oruro
  • Der Salar de Uyuni, die größte Salzwüste der Welt
  • Der Titicacasee, der höchste schiffbare See der Welt
Besser nicht
  • Der verlorene Meerzugang und Chile
  • Koka mit Kokain gleichsetzen
  • Negative Vergleiche mit den Nachbarländern
  • Politische Themen allgemein
Gesten, Humor, Abstand

Körperlicher AbstandDer Abstand im Gespräch ist kleiner als in Mitteleuropa.

Ein Griff an den Arm oder ein Klaps auf die Schulter gehört dazu. Den Rücken zudrehen sollte man nie.

Wie isst und trinkt man?

Die Hauptmahlzeit ist mittags der „almuerzo“ (Mittagessen), meist mit Vorspeise, Suppe, Hauptgang und Nachtisch. Die Tageskarte hängt an der Tür.

  • Die Schärfe steht danebenIm Hochland kommen Gewürze und Saucen extra auf den Tisch — sie sind wirklich scharf.
  • Die „Salteña“ (gefüllte Teigtasche) über dem Teller essenDie Füllung der „Salteña“ ist flüssig und läuft beim ersten Biss heraus.

LeitungswasserLeitungswasser nicht trinken, Wasser aus der Flasche kaufen.

Alkohol, vegetarisch, weitere Regeln
  • Beim Saftstand nach dem Wasser fragen„Licuados“ (Fruchtmixgetränke) werden mit Leitungs- oder Flaschenwasser gemixt; man kann vorher fragen, welches.

AlkoholLandestypisch sind Chicha aus vergorenem Mais und Singani, ein Traubenbrand.

Bars dürfen legal bis drei Uhr öffnen.

VegetarischIn größeren Städten gibt es rein vegetarische Lokale.

An Marktständen sind Kartoffeln, Reis, Spiegelei und Salat die übliche fleischlose Mahlzeit.

Was ist gesundheitlich zu beachten?

  • Höhenkrankheit (Soroche)ab 2.500 Metern; La Paz liegt auf 3.600 Metern, der Flughafen auf 4.070 Metern. Symptome zeigen sich meist erst nach 24 Stunden
  • Malariaganzjährig, hohes Risiko im Amazonasbecken. Malariafrei sind La Paz, Sucre, Oruro, der Titicacasee und alles über 2.500 Metern
  • Dengue, Chikungunya, Zika und Oropoucheganzjährig im ganzen Land durch Mücken

Medikamente einführenMittel gegen die Höhenkrankheit sind verschreibungspflichtig und gehören von zu Hause ins Gepäck. Für die Reiseapotheke rät das Auswärtige Amt zu einer ärztlichen Bescheinigung auf Englisch.

Versorgung und Apotheke

Die medizinische Versorgung ist in Großstädten im allgemeinen sehr gut. Jedoch sollte man Bargeld zur Verfügung haben, da eine Abrechnung direkt über die Krankenkasse oder andere Versicherungen meist nicht möglich ist. In ländlichen Gebieten ist die medizinische Versorgung recht schlecht. Wer im Hochland Probleme mit der dünnen Luft hat, sollte immer ein Sauerstoffgerät bei sich führen.

  • Chagas-Krankheitüber Raubwanzen in einfachen Unterkünften auf dem Land und über nicht industriell verarbeitete Frucht- und Zuckerrohrsäfte
  • Tollwutlandesweit, vor allem über Hunde
  • Starke UV-Strahlungin La Paz, im Gebirge und auf dem Salar de Uyuni
  • Vergiftungen bei Zeremonien mit dem Rauschtrank Ayahuascafernab der Städte, wo schnelle ärztliche Hilfe meist nicht möglich ist

Medizinische VersorgungDas beste Niveau haben die privaten Kliniken von La Paz, auf dem Land nimmt die Qualität stark ab.

Behandlungskosten muss man zunächst selbst vorstrecken.

KrankenversicherungDie gesetzliche Krankenkasse zahlt hier nichts — ohne Auslandskrankenversicherung trägt man jede Behandlung selbst.

ApothekenTollwutimpfstoff und Immunglobuline sind im Land nicht oder nur sehr begrenzt erhältlich.

Immunglobuline sind fertige Antikörper zum Spritzen. Gegen die Höhenkrankheit verkaufen Apotheken Sorojchi-Tabletten.

Wikivoyage · CC BY-SA

Wann ist geschlossen?

Die nächsten zwölf Monate12 Termine, an denen vieles ruht

  • Allerheiligen02. Nov.
  • Weihnachten25. Dez.
  • Neujahr01. Jan.
  • Fiesta de la Virgen de Candelaria02. Feb.
  • Feriado por Carnaval08. Feb.

Die gesetzlichen Feiertage der nächsten zwölf Monate, auf den Tag genau. Regional kann mehr geschlossen sein, als hier steht.

7 weitere
  • Feriado por Carnaval09. Feb.
  • Karfreitag26. März
  • Tag der Arbeit01. Mai
  • Fronleichnam27. Mai
  • Año Nuevo Andino21. Juni
  • Día de la Revolución Agraria02. Aug.
  • Unabhängigkeitstag06. Aug.

date.nager.at

Geschäftlich Nur für Geschäftsreisen

Wie tickt das Geschäftsleben?

Beziehung vor Vertrag

Dem Abschluss gehen oft zahllose Treffen voraus. Wer drängt, erreicht das Gegenteil — und ohne lokale Vertretung kommt man kaum an die Entscheider heran.

So klingt ein NeinEin Nein klingt nach Aufschub: Auf die Mail folgt keine Absage, sondern gar keine Antwort, und der Termin verschiebt sich noch einmal.

HierarchieIm Hochland ist der Umgang förmlich, Hierarchie und Etikette zählen viel.

Im tropischen Santa Cruz sind Ton und Auftreten lockerer.

KommunikationIndirekt Ablehnung kommt als Zögern oder Ausweichen — ein „schwierig" ist ein Nein.

Rahmen und Verhandlung

VerhandelnGesprochen wird sanft. Laut werden oder auffahren fällt unangenehm auf.

ArbeitswocheMo–Fr; Läden 10–19.30 Uhr, Banken und Wechselstuben 8.30–16.30 Uhr

PünktlichkeitZu geselligen Anlässen wird Pünktlichkeit nicht erwartet, zum Geschäftstermin erscheint man selbst pünktlich. Termine werden mehrfach bestätigt und ändern sich noch kurzfristig.

KleidungBetont konservativ in La Paz und Cochabamba. In Santa Cruz ist es der Wärme wegen legerer.

Wie spricht man sich an?

Gesiezt wird mit „usted“ (der höflichen Anrede), und der Berufstitel steht vor dem Namen. Zum Du wechselt man erst, wenn eine persönliche Beziehung entstanden ist.

VisitenkarteKarten werden zu Beginn des Termins getauscht, und anfangen darf jeder — eine Rangfolge gibt es nicht.

Blick und Abstand

BlickkontaktBlickkontakt zu halten zeigt Interesse. Dem Gegenüber den Rücken zuzudrehen gilt als grob.

Was zählt beim Geschäftsessen?

Zu einem Essen einzuladen gilt als gute Geschäftspraxis und bringt oft mehr als ein kurzer Termin.

Was schenkt man?

Üblich, aber kein Muss

Im GeschäftÜblich, aber kein Muss

Werbegeschenke mit Firmenlogo sind sehr verbreitet und willkommen.

Gastgeschenke sind üblich; Werbegeschenke mit Firmenlogo sind gern gesehen.

ÜbergabeAusgepackt wird nicht vor den Augen des Schenkenden.

Ein Geschenk abzulehnen gilt als unhöflich.

Womit tritt man ins Fettnäpfchen?

  • Den wichtigen Termin auf den Ankunftstag legenWer nach La Paz einfliegt, ist nicht an die Höhe gewöhnt, und die Höhenkrankheit meldet sich meist erst nach 24 Stunden.
  • Alles über E-Mail regeln wollenSchriftliches bleibt oft unbeantwortet. WhatsApp ist der übliche Kanal, und vor dem Termin wird angerufen.
  • Ohne Vertretung vor Ort verhandelnLokale Agenten und Vertreter spielen eine entscheidende Rolle, persönliche Besuche der Führungsebene lassen sich kaum ersetzen.
1 weitere
  • Zwei Termine in zwei Städten an einem TagStraßenblockaden entstehen ohne Vorankündigung und können den Überlandverkehr tagelang lahmlegen. Das britische Außenministerium rät zu großzügigem Zeitpuffer.

Wenn etwas passiert Notruf, Vorwahl und deutsche Vertretung

Angaben ohne Gewähr und ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Verbindlich sind allein die Hinweise des Auswärtigen Amts und die Auskunft der zuständigen Vertretung.