Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen nach Afghanistan und fordert Deutsche auf, das Land zu verlassen. Militärische Auseinandersetzungen im Grenzgebiet zu Pakistan, Bombenanschläge, bewaffnete Überfälle und Entführungen gehören zum Alltag. Westliche Ausländer sind besonders gefährdet durch dschihadistische Gruppen wie ISPK. Gewaltkriminalität und Entführungsrisiko sind sehr hoch.
GrenzgebieteZu Pakistan: Reisewarnung
StandDas Amt hat die Seite am 19. August 2026 zuletzt geändert
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Das Land liegt in einer seismisch sehr aktiven Zone.
Deutsche Staatsangehörige benötigen für die Einreise nach Afghanistan ein Visum, das vor der Einreise bei einer afghanischen Auslandsvertretung wie der Botschaft der Islamischen Republik Afghanistan beantragt werden muss.
Auswärtiges Amt
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Welche Impfungen braucht man?
Pflicht nur je nach Anreiseweg
VorgeschriebenNachweis einer Impfung gegen Kinderlähmung bei Einreise aus einem Gebiet mit Fällen dieser Krankheit
EmpfohlenHepatitis A · Kinderlähmung (Polio) · Masern · bei längerem Aufenthalt oder besonderem Risiko: Typhus, Hepatitis B, Tollwut
Die übliche Empfehlung, keine ärztliche. Was für Sie gilt, klärt eine reisemedizinische Beratung.
Was gehört ins Gepäck?
Impfausweis mit eingetragener Polio-ImpfungBei der Ausreise kann der Nachweis einer Impfung gegen Kinderlähmung verlangt werden. Wer länger als vier Wochen bleibt, lässt sich vier Wochen bis zwölf Monate vor der Ausreise noch einmal impfen. Die Impfung wird im internationalen Impfausweis gesondert bescheinigt.
Weite, lange Kleidung für MännerMänner müssen sich bedeckt kleiden. Ärmellose Hemden und kurze Hosen sind nicht erlaubt; verlangt ist weite Kleidung, die von der Taille bis zu den Knien bedeckt.
Kopftuch und Gesichtsschleier für FrauenFrauen müssen sich in der Öffentlichkeit ganz bedecken. Verlangt sind weite Kleidung über Körper, Arme und Beine, dazu Kopftuch und Gesichtsschleier. Das gilt auch für Ausländerinnen.
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Bargeld in gut erhaltenen US-Dollar-ScheinenAfghanistan ist eine Bargeldwirtschaft. Kreditkarten werden nicht weithin angenommen, und außerhalb der großen Städte gibt es kaum Geldautomaten. Abgegriffene Dollarnoten werden oft zurückgewiesen.
Staubmaske und Schutz für die AugenIm Sommer ist die Luft stark mit Staub belastet, im Westen des Landes ziehen dann oft heiße Staubstürme auf. Asthma und andere chronische Atemwegserkrankungen können sich dadurch erheblich verschlechtern.
Mückenschutzmittel und ein BettnetzUnter 2500 Metern besteht ganzjährig ein Malariarisiko, auch in Kabul. Mückenschutzmittel, bedeckende Kleidung und nachts ein Bettnetz sind der wichtigste Schutz.
Reiseapotheke und die eigenen Medikamente in ausreichender MengeAuf zuverlässige Medikamente und eine ununterbrochene Kühlkette ist im Land kein Verlass. Die Mittel unterwegs vor hohen Temperaturen schützen.
Ein zweiter Weg, zu kommunizieren und sich zu orientierenFestnetz, Internet und Mobilfunk wurden in der Vergangenheit ohne Vorwarnung gesperrt, stark verlangsamt oder abgeschaltet, örtlich wie landesweit. Auf Mobildaten, ausländische Apps und Auslandsgespräche sollte man sich für die eigene Sicherheit nicht verlassen.
Die ersten StundenGeld, Netz, Fortbewegung
Wie bezahlt man?
Bargeld
Ein Teil der internationalen Geldtransfer-Dienste arbeitet weiter. Ausgezahlt wird aber in Afghani, auch wenn der Empfänger eine ausländische Währung angefordert hat.
1 €→74,4 AFN
100 AFN→1,34 €
Tageskurs, gerundet · open.er-api.com
Als ReisenderMit einer deutschen Karte kommt man kaum weiter. Kartenzahlung ist allenfalls in Kabul vereinzelt möglich, Kreditkarten werden nicht weithin angenommen.
Abheben und Handeln
Geld abhebenGeld abheben klappt allenfalls in Kabul und auch dort nur vereinzelt.
Es kommt zu Engpässen bei der Bargeldversorgung, und es gelten Auszahlungsgrenzen. Nach britischen Angaben nehmen einige Automaten und viele Banken ausländische Karten, mit Grenzen beim Betrag.
HandelnAuf Märkten und bei Taxis, sonst feste Preise
Vorher besorgenBargeld in US-Dollar mitnehmen, denn der Dollar wird vielerorts als Zahlungsmittel angenommen.
Die Scheine müssen gut erhalten sein: abgegriffene Dollarnoten werden oft zurückgewiesen.
Handy, Netz und Apps: Was braucht man?
Braucht man
Organic MapsDie Karte von Afghanistan vorher herunterladen und ohne Netz benutzen. Internet und Mobilfunk können in einzelnen Provinzen oder landesweit abgeschaltet werden; dann lädt keine Online-Karte mehr nach.
Praktisch
WhatsAppIn Kabul ein Gästehaus anfragen und den Preis aushandeln. Einfache Häuser nehmen die Anfrage hierüber entgegen statt über ein Buchungsportal.Google ÜbersetzerSprachpaket vorher laden, dann geht es offline
Mobilfunknetzschwach
Wie kommt man herum?
Ein Großteil des Straßennetzes ist zerstört, Eisenbahnverkehr gibt es nicht. Gefahren wird schnell und rücksichtslos, Verkehrsregeln setzt die Polizei kaum durch. Wandern und Überlandfahrten abseits befestigter Straßen können wegen Landminen lebensgefährlich sein.
Bezahlen unterwegsUnterwegs zahlt man bar. Außerhalb der großen Städte gibt es kaum oder gar keine Geldautomaten, deshalb vorher genug Bargeld besorgen.
FührerscheinDer internationale Führerschein ist erforderlich und nur in Verbindung mit dem nationalen deutschen Führerschein gültig. (Anmerkung: Es liegen keine gesicherten Erkenntnisse vor, welche rechtlichen Bestimmungen unter den neuen faktischen Machthabern in der Praxis angewandt werden.)
Was fährt
Innerhalb des Landes sind Minibusse eine gute Transportmöglichkeit. In größeren Städten gibt es auch Buslinien. Mehrere afghanische Fluggesellschaften (u. a.
SchriftDari und Paschtu werden beide in einer abgewandelten arabischen Schrift von rechts nach links geschrieben.
EnglischWenig verbreitet
Englisch spricht nur ein kleiner Teil der Bevölkerung, am ehesten in Kabul. Wer allein unterwegs ist, braucht Dari- oder Paschtu-Kenntnisse oder jemanden, der übersetzt.
6 Wörter, die weiterhelfen
Friede sei mit dir (der übliche Gruß)salam alaikumسلام عليکم
Antwort auf den Grußwalaikum salamوعليکم سلام
Danke (Dari)taschakorتشكر
Danke (Paschtu)dera mananaډېره مننه
Bitte (Dari)lotfanلطفا
Auf Wiedersehen (Dari)khuda hafesخدا حافظ
Die Lautschrift spricht man, die Landesschrift zeigt man — am Taxifenster oder am Schalter.
Worauf muss man achten?
Die Schuhe an der Tür ausziehenDas gilt beim Besuch in einem Haus und beim Betreten eines religiösen Gebäudes. Im Haus wartet man, bis der Gastgeber einen durchführt und einen Platz zuweist.
Nur die rechte Hand benutzenGegrüßt, gezeigt, gereicht und gegessen wird mit der rechten Hand. Die linke gilt als unrein, weil sie der Körperpflege dient.
Männer und Frauen berühren sich nichtAußerhalb der engen Familie gibt es keine Berührung zwischen den Geschlechtern. Ein Mann wartet, bis eine Frau die Hand ausstreckt; sonst legt er die rechte Hand aufs Herz und nickt.
Allein reisende FrauenFrauen müssen sich in der Öffentlichkeit ganz bedecken. Verlangt sind weite Kleidung über Körper, Arme und Beine, dazu Kopftuch und Gesichtsschleier. Für Wege über 72 Kilometer ist ein männlicher Begleiter vorgeschrieben: Ehemann, Vater oder Bruder („Mahram“).
5 weitere Regeln
Ein Angebot erst beim dritten Mal annehmenAngebote werden mehrfach ausgesprochen. Höflich ist, zunächst abzulehnen und beim dritten Mal anzunehmen. Wer selbst etwas anbietet, wiederholt das Angebot ebenso mehrmals.
Nichts im Haus des Gastgebers zu sehr lobenWer einen Gegenstand lobt, bringt den Gastgeber dazu, ihn zu verschenken. Ein zweites Lob weckt zudem die Sorge vor dem bösen Blick; darum sagt man nach einem Lob „Mashallah“ (Gott segne es).
Im Ramadan tagsüber nicht öffentlich essen, trinken oder rauchenDas gilt auch im Auto und für Kaugummi. Laute Musik, Tanzen und Fluchen in der Öffentlichkeit sind in diesem Monat ebenfalls verboten.
Niemanden ohne Erlaubnis fotografierenVor allem Frauen fotografiert man nicht ohne Zustimmung. Bei Gebäuden ist oft nicht gleich zu erkennen, ob eine Aufnahme Anstoß oder Verdacht erregt.
Vor dem Betreten einer Moschee fragenMoscheen sind für Nichtmuslime meist nicht zugänglich. Man erkundigt sich besser vorher bei jemandem vor Ort.
Was ist verboten?
Alkohol trinken, kaufen oder einführenVerkauf und Konsum von Alkohol sind untersagt und stehen unter Strafe. Wer Alkohol, Rauschmittel oder Waren aus Schweinefleisch ins Land bringt, kann festgenommen werden. Auf den Märkten der Städte werden stattdessen alkoholfreie Biere verkauft.
Behörden, Militär und Kontrollposten fotografierenVerboten sind Aufnahmen von öffentlichen Einrichtungen, Militärgelände, Flughäfen, Polizisten, Sicherheitskräften und den Fahrzeugen der Machthaber. Das kann als Spionage gewertet werden, worauf lange Freiheitsstrafen stehen. Auch Botschaftsgebäude fallen darunter.
Für eine andere Religion werbenMissionieren ist verboten, auch das Besitzen und Verteilen religiöser Schriften. Wer jemanden vom Islam abbringt oder es versucht, dem droht eine schwere Strafe bis hin zur Todesstrafe. Das gilt auch für Handlungen, die als Gotteslästerung gewertet werden.
Verbindlich ist allein die Auskunft der zuständigen Vertretung.
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Sexuelle Handlungen außerhalb der EheJede sexuelle Handlung außerhalb der Ehe ist strafbar. Beschuldigten drohen öffentliche Körperstrafen und Haft. Auch enger Kontakt zwischen Männern und Frauen, die nicht miteinander verheiratet sind, ist verboten.
Antiquitäten ohne Kaufbeleg ausführenWer Antiquitäten kauft, lässt sich vom zugelassenen Händler eine Quittung geben. Bei der Ausreise kann nach dem Nachweis gefragt werden. Ohne Quittung drohen Festnahme, Geldstrafe oder Haft.
Die Machthaber öffentlich kritisierenSich politisch zu betätigen, ist verboten, und jede Form der Kommunikation wird genau beobachtet. Wer Kritisches über die Machthaber teilt oder veröffentlicht, auch in sozialen Netzwerken, dem drohen Überwachung, Festnahme und lange Haft.
Wo darf man rauchen?
In öffentlichen Räumen verboten
Das Tabakgesetz verbietet das Rauchen in den meisten öffentlichen Innenräumen, an Arbeitsplätzen in Gebäuden und in öffentlichen Verkehrsmitteln. An Flughäfen sind ausgewiesene Raucherbereiche erlaubt.
Anbieten und Ablehnen
Zigarette anbietenWer in Gesellschaft rauchen möchte, bietet allen Anwesenden eine Zigarette an.
Das gilt als höflich.
Worüber spricht man?
Gute Themen
Die Gesundheit und das Befinden des Gegenübers
Wie es geschäftlich läuft
Lob für Essen und Gastfreundschaft
Besser nicht
Die Taliban — das Thema bringt jeden vor Ort in eine schwierige Lage
Pakistan und das Verhältnis zu den Nachbarländern
Der Einsatz der westlichen Truppen im Land
Die Familie eines Mannes und besonders die Frauen darin
Religion, vor allem Zweifel daran
Die Volksgruppen des Landes und ihr Verhältnis zueinander
Gesten, Humor, Abstand
GestenDer hochgestreckte Daumen gilt als grobe Beleidigung.
Das Zeichen aus Daumen und Zeigefinger, bei uns „OK“, steht für den bösen Blick oder für etwas Anzügliches. Eingehakte Zeigefinger bedeuten Zustimmung.
Körperlicher AbstandZu Menschen des anderen Geschlechts hält man etwa eine Armlänge Abstand.
Unter Gleichgeschlechtlichen steht und sitzt man dagegen sehr dicht beieinander; befreundete Männer gehen auch Hand in Hand.
Wie isst und trinkt man?
Im Fastenmonat Ramadan bleiben die meisten Lokale tagsüber geschlossen und öffnen erst nach Sonnenuntergang.
Mit der rechten Hand essenAus den gemeinsamen Schüsseln nimmt jeder mit der rechten Hand und formt das Essen mit den Fingerspitzen zu einem Ballen. Die linke Hand berührt das Essen nicht. Als Schöpfer dient oft das Fladenbrot „Naan“.
Vor dem Essen die Hände waschenGegessen wird häufig ohne Besteck mit den Fingern, von einer großen gemeinsamen Platte auf dem Tisch oder auf dem Boden. Darum wäscht man sich vorher die Hände.
Höflich ablehnen
EssenTee oder Gebäck ganz abzulehnen, wird als Zurückweisung empfunden.
Nachgeschenkt wird, bis man die Hand über das Glas legt und sich bedankt. Beim Essen nimmt man wenig und lobt es deutlich, bevor man sagt, dass man satt ist.
LeitungswasserLeitungswasser hat auch in den Städten keine Trinkwasserqualität.
Getrunken und Zähne geputzt wird nur mit abgefülltem, abgekochtem oder gefiltertem Wasser.
Alkohol, vegetarisch, weitere Regeln
Einen kleinen Rest auf dem Teller lassenEin Rest zeigt dem Gastgeber, dass er genug aufgetischt hat. Wer den Teller leer isst, bekommt nachgelegt.
Im Sitzen die Fußsohlen nicht zeigenOft sitzt man auf Kissen am Boden. Am besten im Schneidersitz sitzen, die Beine nicht ausstrecken und die Fußsohlen nicht auf andere richten.
Männer und Frauen essen getrenntIn Privathäusern essen Männer und Frauen meist in getrennten Räumen. Die Gastgeberinnen bringen das Essen zu den Männern und gehen danach zurück zu den Frauen.
AlkoholAlkohol ist im ganzen Land verboten.
Verkauf und Konsum stehen unter Strafe, die Einfuhr ebenfalls. Das gilt auch für Reisende.
Was ist gesundheitlich zu beachten?
Malaria, eine Krankheit durch Mückenstiche mit hohem Fieberganzjährig unterhalb von 2500 Metern, Kabul eingeschlossen; die Übertragung ist von April bis Dezember am höchsten. Hoch ist das Risiko in Teilgebieten im Nordosten wie Laghman, Nuristan und Paktika. Über 2500 Metern ist das Land malariafrei.
Kinderlähmung (Polio), eine Viruskrankheit, die zu Lähmungen führen kannlandesweit; Afghanistan gehört zu den wenigen Ländern der Welt, aus denen noch Erkrankungen durch Polioviren gemeldet werden. Übertragen wird sie über verunreinigtes Trinkwasser und Nahrungsmittel.
Tollwut durch Bisse streunender Hundelandesweit hohes Risiko. Die nötige Behandlung nach einem Biss ist in Afghanistan in der Regel nicht möglich; zuverlässigen Schutz bietet nur die Impfung vor einem Biss.
Medikamente einführenWer regelmäßig Medikamente nimmt, lässt sich vom Arzt auf Englisch bescheinigen, dass er sie braucht. Alkohol und Rauschmittel dürfen nicht ins Land gebracht werden.
Versorgung und Apotheke
Trotz zahlreicher Hilfsprojekte und zum Teil hervorragender Ausbildung der Ärzte ist die medizinische Infrastruktur sehr schlecht ausgebildet. Wohlhabende Afghanen lassen sich größtenteils im Ausland behandeln. Eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport ist obligat. Hier sollte man sich genau erkundigen, ob diese auch für Afghanistan gilt.
Durchfallerkrankungen und Typhus, ein bakterielles Fieber aus Wasser und Essenlandesweit und das ganze Jahr über. Typhus-Erreger sind hier immer wieder unempfindlich gegen die üblichen Antibiotika.
Haut-Leishmaniose, Hautgeschwüre nach dem Stich einer Sandmückevor allem auf dem Land. Die Hautveränderungen treten meist erst Wochen bis Monate nach dem Stich auf.
Tuberkulose, eine Lungenkrankheit, die von Mensch zu Mensch gehtlandesweit, deutlich häufiger als in Mitteleuropa. Durch abgebrochene Behandlungen sind die Erreger oft unempfindlich gegen die üblichen Medikamente.
Krim-Kongo-Fieber, eine Viruskrankheit mit Blutungenlandesweit, für Reisende meist gering. Übertragen wird es durch Zeckenstiche und durch Kontakt mit Blut oder Gewebe von Vieh, etwa beim Schlachten zu Festen.
Höhenkrankheit, eine Störung von Lunge und Gehirnoberhalb von 2300 Metern, wenn man zu schnell aufsteigt oder sich überanstrengt
Medizinische VersorgungDie Versorgung ist in weiten Landesteilen unzureichend, auch in Kabul nicht auf europäischem Stand.
Eine Notfallversorgung mit funktionierender Rettungskette gibt es meist nicht. Bei schweren Erkrankungen muss man an eine Verlegung ins Ausland denken, etwa nach Dubai.
KrankenversicherungDie gesetzliche Krankenkasse zahlt hier nichts — ohne Auslandskrankenversicherung trägt man jede Behandlung selbst.
ApothekenAuf zuverlässige Medikamente und eine durchgehende Kühlkette ist kein Verlass.
Vor allem in kleinen Apotheken auf dem Land werden auch gefälschte Mittel verkauft. Gegen häufig eingesetzte Antibiotika sind viele Erreger unempfindlich.
Nach dem Recht vor Ort bestimmt der Ehemann den Aufenthalt von Frau und Kindern. Ehefrau und Kinder brauchen seine Zustimmung, um Afghanistan wieder zu verlassen. Für mitreisende Kinder ist das Risiko einer Ausreisesperre sehr hoch.
Wann ist geschlossen?
{{Feiertag datum= 03-21 Neujahr Neujahr nach dem iranischen Kalender [Nowrouz]} }.
Ohne Vertrauen kommt kein Abschluss zustande. Das Gegenüber will viel über den eigenen Hintergrund wissen und stellt dafür viele Fragen; das braucht Zeit. Entschieden wird nach der Meinung der ranghöchsten anwesenden Person.
So klingt ein NeinEin Nicken heißt nicht, dass jemand zustimmt oder verstanden hat; es kann bloße Höflichkeit sein. Wichtiges deshalb als Rückfrage stellen, damit das Gegenüber zeigen kann, was es verstanden hat.
HierarchieAlter und Rang geben die Reihenfolge vor: Man wartet, bis ein Älterer das Gespräch eröffnet.
Anweisungen von Vorgesetzten werden leise gegeben und sofort befolgt.
KommunikationIndirekt Ablehnung kommt als Zögern oder Ausweichen — ein „schwierig" ist ein Nein.
Rahmen und Verhandlung
VerhandelnFeilschen ist ein üblicher Teil des Verhandelns.
Es geht langsam voran: Was in einer Sitzung angesprochen wird, ist selten in derselben Sitzung entschieden.
PünktlichkeitVon Ihnen wird Pünktlichkeit erwartet, im weiteren Ablauf muss man beweglich bleiben.
Verzögerungen sind häufig, und viele sehen den Zeitpunkt des Eintreffens als von Gott bestimmt an: „Inshallah“ heißt „so Gott will“.
Wie spricht man sich an?
Der Titel steht hinter dem Nachnamen, nicht davor. „Hussaini Sahib“ heißt so viel wie „Herr Hussaini“, bei einem Doktor sagt man „Dr. Hussaini Sahib“. Zum Vornamen geht man erst über, wenn das Gegenüber es anbietet.
BegrüßungBegrüßt wird mit einem Händedruck der rechten Hand, unter Männern oder unter Frauen.
Zwischen Mann und Frau gibt es keinen Händedruck: Der Mann legt die rechte Hand aufs Herz und nickt. Der Gruß „Salam alaikum“ heißt „Friede sei mit dir“.
VisitenkarteVisitenkarten muss man nicht tauschen, beim Kennenlernen sind sie nicht wichtig.
Wer eine bekommt, nimmt sie mit der rechten Hand entgegen und sieht sie aufmerksam durch.
Blick und Abstand
BlickkontaktBeim Begrüßen hält man den Blickkontakt kurz.
Gegenüber dem anderen Geschlecht und gegenüber Älteren senkt man den Blick; unter Gleichaltrigen desselben Geschlechts wird direkter Blickkontakt erwartet.
Was zählt beim Geschäftsessen?
Beim Termin wird Tee gereicht und während der ganzen Sitzung nachgeschenkt. Im Fastenmonat Ramadan entfällt der Tee, weil die Gastgeber dann fasten; Termine legt man möglichst nicht in diesen Monat.
Was schenkt man?
Üblich, aber kein Muss
Privat eingeladenÜblich, aber kein Muss
Beim ersten Besuch zu Hause bringt man etwas mit, das zum Nachtisch passt: Obst, Süßigkeiten oder Gebäck.
Auf keinen Fall
AlkoholAlkohol ist im ganzen Land verboten, schon die Einfuhr steht unter Strafe. Wer trinkt und damit auffliegt, gerät vor Familie und Freunden in große Schande.
Alles vom Schwein, auch LederSchweineerzeugnisse sind im Islam verboten. Dazu zählt auch Leder vom Schwein.
ÜbergabeDas Geschenk nicht schon in der Tür überreichen.
Man legt es beim Hereinkommen beiseite oder auf den Tisch, damit der Gastgeber es später in Ruhe öffnen kann.
FarbenFür Hochzeitsgeschenke nimmt man oft grünes Geschenkpapier.
Sonst gibt es kaum Regeln, solange das Geschenk ordentlich verpackt ist.
Womit tritt man ins Fettnäpfchen?
Jemanden vor der Runde korrigierenWer einen Fehler vor anderen anspricht, beschämt sein Gegenüber. Einwände bringt man unter vier Augen vor.
Ohne Umschweife zur Sache kommenVor dem Geschäftlichen steht die Frage nach dem Befinden aller Anwesenden. Wer sie überspringt, wirkt grob und abweisend.
Die Stimme hebenJemanden öffentlich anzuschreien, gilt als schwer respektlos. Umstehende erschrecken dabei, weil laute Stimmen an eine drohende Gefahr denken lassen.
Wenn etwas passiertNotruf, Vorwahl und deutsche Vertretung
Angaben ohne Gewähr und ohne Anspruch auf Vollständigkeit.Verbindlich sind allein die Hinweise des Auswärtigen Amts und die Auskunft der zuständigen Vertretung.